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NASA-Mission InSight Einblick in das Innerste des Mars

Noch ist der NASA-Lander Insight auf dem Weg zum Mars. Ende November soll er dort ankommen und darauf Platz nehmen. Dieses Rendezvous wird dem Roten Planeten tatsächlich unter die Haut gehen.

Stand: 03.09.2018

Die Illustration der NASA zeigt den Mars-Lander InSight auf dem Roten Planeten. InSight soll auf dem Mars landen und ihn untersuchen. | Bild: picture-alliance/dpa/NASA/JPL-Caltech

Die NASA ist dem Mars bereits mehrfach zu Leibe gerückt - unter anderem mit den Rovern Opportunity und Curiosity sowie den Sonden Odyssey, MRO und Maven. Am 5. Mai 2018 wurde der stationäre Lander InSight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport) zum Schnüffeln losgeschickt. InSight startete mithilfe einer rund 57 Meter großen Atlas-V-401-Rakete von der Vandenberg Air Force Basis in Kalifornien und soll am 26. November auf dem Roten Planeten ankommen. Dann wird der Lander für rund zwei Jahre zum geduldigen Spürhund.

InSight steckt die Nase ins Mars-Innere

Mit seiner Wärmestromsonde kann der Lander InSight das Mars-Innere erkunden.

InSight hat zahlreiche wissenschaftliche Instrumente mit dabei - unter anderem ein Seismometer und eine Wärmeflusssonde. Die Sonde heißt offiziell "HP3", "Maulwurf" wird sie liebevoll von den zuständigen Wissenschaftlern genannt. Denn InSight wird auf dem Mars nicht neugierig umherrollen wie die Rover, sondern sich ganz still hinsetzen und das feine Näschen mehrere Meter tief in den Boden bohren. Beziehungsweise hämmern: Eine Feder im Inneren der rund 40 Zentimeter langen Wärmeflusssonde schnellt nach vorne gegen einen Hammer, wodurch sich die Sonde selbst immer tiefer in den Boden gräbt. Nach zwei Monaten soll der "Maulwurf" in fünf Metern Tiefe angekommen sein und über Sensoren die Temperatur im Boden messen.

InSight soll den NASA-Wissenschaftlern Informationen darüber liefern, wie der Mars und die anderen Gesteinsplaneten, darunter auch die Erde, entstanden sind. Der Lander wird die Kruste, den Mantel und den Kern des Mars untersuchen, die Temperatur in seinem Inneren bestimmen sowie Meteoriteneinschläge und Marsbeben aufzeichnen. Bis zu hundert Beben erwarten die NASA-Wissenschaftler während der zweijährigen InSight-Mission.

"InSight ist wie eine wissenschaftliche Zeitmaschine, die uns Aufschluss über die Anfänge des Mars vor 4,5 Milliarden Jahren gibt. Das wird uns dabei helfen zu verstehen, wie Gesteinsbrocken sich formieren, etwa die Erde, ihr Mond und sogar Planeten in anderen Sonnensystemen."

Bruce Banerdt, InSight-Wissenschaftler, Jet Propulsion Laboratory

Mars-Detektiv mit Roboterarm und Kamera

InSight wiegt 360 Kilogramm. Mit ausgefahrenen Sonnensegeln hat der Lander eine Flügelspannweite von rund sechs Metern.

InSight besitzt einen rund zweieinhalb Meter langen Roboterarm. Auf dem Mars angekommen, kann der Lander damit zum Beispiel vorsichtig das Seismometer auf dem Boden platzieren. Das kann InSight stolz der ganzen Welt zeigen: Am Roboterarm ist eine Kamera befestigt, die farbige 3D-Bilder vom Landeplatz und den Instrumenten liefert. Gebaut wurde InSight von Lockheed-Martin Space Systems in Denver. Die Bauart des 360 Kilogramm schweren, mit ausgefahrenen Sonnensegeln rund sechs Meter langen und eineinhalb Meter breiten Landers basiert auf der Raumsonde Phoenix, die 2008 auf dem Mars landete und einige Monate lang Daten funkte. InSights zwei Sonnensegel haben einen Durchmesser von jeweils mehr als zwei Metern.

InSight wirft den ersten Blick ins Mars-Herz

InSight wird auf dem Mars nicht allein sein. Zwei Rover rollen bereits über seine Oberfläche: Von den 2004 hochgeschickten Zwillingsrovern Spirit und Opportunity ist Opportunity entgegen aller Erwartungen immer noch aktiv. Seit 2012 erkundet auch der Rover Curiosity den Roten Planeten. InSight ist allerdings die erste Mission, die den Mars-Kern erkundet. Und seit den Apollo-Mond-Landungen wird zum ersten Mal wieder ein Seismometer auf extraterrestrischen Boden gestellt.

Mit dem Fallschirm landet InSight auf dem "größten Mars-Parkplatz"

InSight wird im November mithilfe eines Fallschirms auf dem Roten Planeten abgesetzt. Als Landeort wurde eine Ebene namens Elysium Planitia auserkoren. Dort gibt es nur wenige Felsen, die InSight beschädigen oder später bei den Arbeiten behindern könnten. NASA-Wissenschaftler Bruce Banerdt bezeichnet das Gebiet als den "größten Parkplatz auf dem Mars". Eine solche Landung mit einem empfindlichen Gerät, das kaum größer ist als ein paar Schreibtische, sei in jedem Fall "eine äußerst schwierige Aufgabe", sagt Banerdt. "Und jedes Mal, wenn wir das machen, sind wir extrem angespannt." Die entscheidende Phase der InSight-Mission ist kurz: Rund sieben Minuten wird das Landemanöver dauern, schätzen die NASA-Experten. "Hoffentlich werden wir am Tag der Landung keine Überraschungen erleben", sagt Projektmanager Tom Hoffmann. "Man weiß nie."

"Der Mars ist noch immer ein mysteriöser Planet. Selbst bei all den Vorbereitungen, die wir getroffen haben, sind wir nicht vor unangenehmen Überraschungen sicher."

Bruce Banerdt, NASA-Wissenschaftler

InSight startet zwei Jahre später als geplant zum Mars

Zum Testen musste der Mars-Lander InSight auf der Erde in eine Art Schleudertrommel.

Der Lander hätte sich eigentlich bereits 2016 auf den Weg zum Mars machen sollen. Der Start der mehr als 500 Millionen Dollar teuren Mission war allerdings wegen eines noch nicht richtig funktionierenden Instruments um zwei Jahre verschoben worden. An der Mission sind neben NASA-Wissenschaftlern Forscher aus neun weiteren Ländern beteiligt, darunter auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Mars 2020, ein Curiosity 2.0, löst InSight ab

zum Artikel Mission Mars 2020 NASA schickt Hubschrauber zum Mars

Die NASA schickt bald wieder eine Mission zum Mars. Diesmal reist aber nicht nur ein Rover zum Roten Planeten. Zusätzlich soll ein Helicopter über die Oberfläche fliegen - der erste in der Geschichte der Raumfahrt. [mehr]

An der nächsten Mars-Misson nach InSight wird bereits gearbeitet: an einem Rover mit dem Arbeitstitel Mars 2020. Er ähnelt Curiosity, ist aber eine komplett überarbeitete Version, wie NASA-Forscher Jim Watzin sagt: "Die Tatsache, dass so viel Hardware schon entworfen war oder existierte, ist ein riesiger Vorteil dieser Mission. Das spart Geld, Zeit und reduziert das Risiko." 2020 soll dieser Curiosity 2.0 zum Mars starten und dort auch nach Spuren von Leben suchen: "Ob es jemals Leben außer auf der Erde gegeben hat, ist eine der größten Fragen, die Menschen zu beantworten versuchen", sagt NASA-Wissenschaftler Ken Farley. "Was wir von den Proben lernen werden, die während dieser Mission gesammelt werden, hat das Potenzial, diese Frage anzugehen." Wenn es nach der NASA geht, könnte der Mars ab den 2030er-Jahren zumindest Besuch von Lebewesen bekommen - bei der ersten bemannten Mars-Umrundung.

  • Blick ins Innere des Roten Planeten - Mars-Mission InSight startet: 04.05.2018, 18.05 Uhr, IQ, Bayern 2.
  • NASA-Sonde InSight - Gespräch mit Philosoph Tobias Jung zu Sinn und Unsinn der Mars-Mission: 05.05.2018, 9.05 Uhr, Bayern2 am Samstagvormittag, Bayern 2.
  • Mars-Mission InSight: 06.05.2018, 13.35 Uhr, Aus Wissenschaft und Technik, B5 aktuell.
  • Was braucht man für eine Reise zum Mars? 19.05.2018, 19.00 Uhr, Gut zu wissen, BR Fernsehen

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