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NASA-Mission InSight InSight setzt "Maulwurf" auf dem Mars ab

Der in Deutschland gebaute "Marsmaulwurf" HP3 ist bereit, sich ins Innere des Roten Planeten zu graben. Mit seinem Roboterarm hat der NASA-Lander InSight die Rammsonde auf dem Mars abgesetzt. Jetzt kann sie losbohren.

Stand: 14.02.2019

Die Illustration der NASA zeigt den Mars-Lander InSight auf dem Roten Planeten. InSight soll auf dem Mars landen und ihn untersuchen. | Bild: picture-alliance/dpa/NASA/JPL-Caltech

Der in Deutschland gebaute "Maulwurf", wie er von den zuständigen Wissenschaftlern am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auch genannt wird, heißt offiziell "HP3" und ist eine sogenannte Wärmeflusssonde. In den kommenden Wochen soll sie als erste Sonde in der Geschichte der Raumfahrt bis zu fünf Meter tief in den Marsboden eindringen. "An der Landestelle rechnen wir mit drei bis sieben Metern lockerem Material im Boden", sagte Matthias Grott vom DLR im Vorfeld der Landung. Das sei wichtig, weil HP3 auf die Verdrängung von Sand ausgelegt ist. "Wenn wir auf einen großen Stein treffen und nicht weiterkommen, dann ist Schluss."

Mit dem Hammer ins Innere des Mars

HP3 arbeitet sich in kleinen Schritten in die Tiefe vor. Im Inneren der rund 40 Zentimeter langen Rammsonde befindet sich ein Hammer, dessen Schläge sie immer tiefer in den Boden treiben. Nach zwei Monaten soll der Maulwurf in fünf Metern Tiefe angekommen sein und mit Sensoren die Temperatur im Boden messen.

DLR-Animation: So gräbt sich der Maulwurf in den Mars

InSight hat neben der Wärmeflusssonde noch andere wissenschaftliche Instrumente mit dabei, unter anderem das Seismometer SEIS (Seismic Experiment for Interior Structure), das Beben auf dem Mars messen soll. Das soll neue Informationen über den inneren Aufbau des Planeten liefern. Den gleichen Zweck verfolgt auch das Experiment ist RISE (Rotation and Interior Structure Experiment). Es misst kleine Schwankungen der Rotationsachse des Mars.

InSight wiegt 360 Kilogramm. Mit ausgefahrenen Sonnensegeln hat der Lander eine Flügelspannweite von rund sechs Metern.

Gebaut wurde InSight von Lockheed-Martin Space Systems in Denver. Die Bauart des 360 Kilogramm schweren, mit ausgefahrenen Sonnensegeln rund sechs Meter langen und eineinhalb Meter breiten Landers basiert auf der Raumsonde Phoenix, die 2008 auf dem Mars landete und einige Monate lang Daten funkte. InSights zwei Sonnensegel haben einen Durchmesser von jeweils mehr als zwei Metern.

Wie sind die Gesteinsplaneten entstanden?

Mit seiner Wärmeflusssonde kann der Lander InSight das Mars-Innere erkunden.

Insgesamt soll InSight den NASA-Wissenschaftlern Informationen darüber liefern, wie der Mars und die anderen Gesteinsplaneten, darunter auch die Erde, entstanden sind. Der Lander untersucht die Kruste, den Mantel und den Kern des Mars, bestimmt die Temperatur in seinem Inneren und zeichnet Meteoriteneinschläge und Marsbeben auf. Bis zu hundert Beben erwarten die NASA-Wissenschaftler während der zweijährigen InSight-Mission.

"InSight ist wie eine wissenschaftliche Zeitmaschine, die uns Aufschluss über die Anfänge des Mars vor 4,5 Milliarden Jahren gibt. Das wird uns dabei helfen zu verstehen, wie Gesteinsbrocken sich formieren, etwa die Erde, ihr Mond und sogar Planeten in anderen Sonnensystemen."

Bruce Banerdt, InSight-Wissenschaftler, Jet Propulsion Laboratory

InSight schickt Selfie vom Mars

InSight fotografiert sich selbst auf dem Mars

Bereits kurz nach der Landung konnte die NASA von der Mission InSight Erfolge melden: Am 6. Dezember 2018 machte der Lander ein erstes Selfie auf dem Mars: Mit der Kamera an seinem rund zweieinhalb Meter langen Roboterarm fotografierte er sich selbst. Auf dem Selfie sind die Solarmodule des NASA-Landers InSight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport) zu sehen sowie die Fläche mit den Messinstrumenten des Roboters. Das Foto ist aus elf überlappenden Einzelbildern zusammengesetzt. Insight schickte aber nicht nur Bilder, sondern auch Geräusche vom Mars zur Erde: Am 9. Dezember 2018 veröffentlichte die NASA Tonaufzeichnungen, die InSight auf dem Mars gemacht hatte. Zu hören ist das tiefe Grummeln von Winden, die auf dem Roten Planeten wehen. Die Aufnahmen stammen von zwei extrem empfindlichen Sensoren, die die Vibrationen des Windes und des Bodens eingefangen haben.

Windgeräusche auf dem Mars

Erstes Foto vom Mars

"Landung bestätigt!" und "Einwandfrei!", das waren die ersten Reaktionen im NASA-Kontrollzentrum in Pasadena am Abend des 26. November 2018. Nach einer sechsmonatigen, 500 Millionen Kilometer langen Reise war der NASA-Lander InSight auf dem Mars gelandet.

Eines der ersten Bilder, die InSight vom Mars geschickt hat.

Als Landeort wurde eine Ebene namens Elysium Planitia, nördlich des Mars-Äquators, auserkoren. Dort gibt es kaum Felsen, die InSight hätten behindern können. Nur wenige Minuten nach dem Aufsetzen schickte InSight bereits ein erstes Foto: Darauf zu sehen ist etwas Marsoberfläche, etwas Horizont - und ziemlich viel Staub auf der Linse.

InSight landet erfolgreich auf dem Mars

InSight landete auf dem größten Parkplatz, den der Mars zu bieten hat: der Ebene Elysium Planitia.

Die Landung bezeichneten die Wissenschaftler im Vorfeld als die "sechseinhalb Minuten des Grauens": In einem komplizierten Manöver musste InSight nach dem Eintritt in die Mars-Atmosphäre von Bremsraketen und einem Fallschirm abgebremst werden - und zeitweise Temperaturen um die 1.500 Grad Celsius aushalten. "Wir sind mit einer Geschwindigkeit von 19.800 Kilometern pro Stunde auf die Mars-Atmosphäre getroffen", berichtet NASA-Manager Tom Hoffman. "Während dieser kurzen Zeitspanne musste InSight selbstständig Dutzende Handlungen vornehmen und das fehlerlos - und es scheint so, als wäre genau das passiert." Im besten Fall wird der Lander mit seinen Instrumenten auf dem Mars rund zwei Jahre lang Daten sammeln.

"Die gesamte Mission möchte das Innere des Mars erforschen."

Tilman Spohn, Wissenschaftlicher Leiter des HP3-Experiments, DLR

Animation zeigt InSights Landung auf dem Mars

InSight wirft den ersten Blick ins Mars-Innere

InSight ist auf dem Mars nicht allein. 2004 wurden die Zwillingsrover Spirit und Opportunity zum Roten Planeten geschickt. Seit 2012 erkundet auch der Rover Curiosity den Roten Planeten. InSight ist allerdings die erste Mission, die den Mars-Kern erkundet. Und seit den Apollo-Mond-Landungen wird zum ersten Mal wieder ein Seismometer auf extraterrestrischen Boden gestellt.

InSight startet zwei Jahre später als geplant zum Mars

Zum Testen musste der Mars-Lander InSight auf der Erde in eine Art Schleudertrommel.

Am 5. Mai 2018 wurde der stationäre Lander InSight mithilfe einer rund 57 Meter großen Atlas-V-401-Rakete zum Schnüffeln losgeschickt. Der Lander hätte sich eigentlich bereits 2016 auf den Weg zum Mars machen sollen. Der Start der mehr als 600 Millionen Euro teuren Mission war allerdings wegen eines noch nicht richtig funktionierenden Instruments um zwei Jahre verschoben worden. An der Mission sind neben NASA-Wissenschaftlern Forscher aus neun weiteren Ländern beteiligt, darunter auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Mars 2020, ein Curiosity 2.0, löst InSight ab

An der nächsten Mars-Mission nach InSight wird bereits gearbeitet: an einem Rover mit dem Arbeitstitel Mars 2020. Er ähnelt Curiosity, ist aber eine komplett überarbeitete Version, wie NASA-Forscher Jim Watzin sagt: "Die Tatsache, dass so viel Hardware schon entworfen war oder existierte, ist ein riesiger Vorteil dieser Mission. Das spart Geld, Zeit und reduziert das Risiko."

zum Artikel Mission Mars 2020 NASA schickt Hubschrauber zum Mars

Die NASA schickt bald wieder eine Mission zum Mars. Diesmal reist aber nicht nur ein Rover zum Roten Planeten. Zusätzlich soll ein Helikopter über die Oberfläche fliegen - der erste in der Geschichte der Raumfahrt. [mehr]

Im Juli 2020 soll dieser Curiosity 2.0 zum Mars starten, im Jezero-Krater landen, und dort auch nach Spuren von Leben suchen: "Ob es jemals Leben außer auf der Erde gegeben hat, ist eine der größten Fragen, die Menschen zu beantworten versuchen", sagt NASA-Wissenschaftler Ken Farley. "Was wir von den Proben lernen werden, die während dieser Mission gesammelt werden, hat das Potenzial, diese Frage anzugehen." Wenn es nach der NASA geht, könnte der Mars ab den 2030er-Jahren zumindest Besuch von Lebewesen bekommen - bei der ersten bemannten Mars-Umrundung.

  • Mission InSight landet auf dem Roten Planeten: 26.11.2018, 18.05 Uhr, IQ, Bayern 2.
  • Blick ins Innere des Roten Planeten - Mars-Mission InSight startet: 04.05.2018, 18.05 Uhr, IQ, Bayern 2.
  • NASA-Sonde InSight - Gespräch mit Philosoph Tobias Jung zu Sinn und Unsinn der Mars-Mission: 05.05.2018, 9.05 Uhr, Bayern2 am Samstagvormittag, Bayern 2.
  • Mars-Mission InSight: 06.05.2018, 13.35 Uhr, Aus Wissenschaft und Technik, B5 aktuell.
  • Was braucht man für eine Reise zum Mars? 19.05.2018, 19.00 Uhr, Gut zu wissen, BR Fernsehen

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