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Hummel-Experiment Hummeln sind lernfähig und dabei effizient

Wie lernfähig sind Hummeln? Britische Forscher haben in einem Experiment herausgefunden, dass Hummeln in besonderen Situationen nicht nur komplexe Aufgaben lernen, sondern dabei noch ihre Effizienz steigern können.

Stand: 23.02.2017

Videoscreenshot eines Experiments: Hummel rollt einen winzigen Ball in ein Loch. | Bild: Queen Mary University of London/dpa

Wissenschaftler der Queen Mary University London haben Hummeln in einem Experiment komplexe Aufgaben gestellt, die nichts mit ihren sonstigen Lebensgewohnheiten zu tun hatten. Die Forscher wollten herausfinden, wie lern- und anpassungsfähig die Insekten tatsächlich sind.

Hummeln als Lehrer

Hummel-Experiment: Eine Hummel versucht ...

Dazu entwickelten sie ein Experiment, bei dem den Insekten zunächst beigebracht wurde, einen gelben Ball in ein Loch zu rollen. Gelang dies einer Hummel, erhielt sie am Loch eine Zuckerlösung als Belohnung. Hummeln, die diese Aufgabe gelernt hatten, sollten im weiteren Verlauf anderen Artgenossen als Lehrer dienen. So wollten die Forscher herausfinden, ob und wie stark soziales Lernen bei Hummeln ausgeprägt ist.

Das Experiment wurde in drei Varianten durchgespielt

  • In der ersten Variante sahen die Tiere einer bereits trainierten Hummel dabei zu, wie sie den winzigen Ball in das Loch bewegte und ihre Belohnung bekam.
  • In der zweiten Variante mit anderen Hummeln konnten diese beobachten, wie der Ball für sie unsichtbar durch einen Magneten in das Loch bewegt wurde und es dort eine Zuckerlösung gab.
  • Und bei der dritten lag der Ball samt Zuckerlösung bereits in der Vertiefung.

Hummeln lernen von Hummeln ...

Hummel-Experiment: Die Hummel hat den Ball zum Loch gerollt.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Hummeln am erfolgreichsten waren, die eine andere Hummel zuvor beobachtet hatten. Von 30 Insekten lösten 25 die Aufgabe bereits im ersten Versuch. Im Schnitt weniger geschickt waren die Tiere, bei denen sich der Ball mittels eines Magneten bewegt hatte. Am schlechtesten schnitten diejenigen ab, bei denen die Kugel bereits im Loch lag. Damit habe sich nach Meinung der Forscher gezeigt, dass soziales Lernen bei Hummeln eine große Rolle spiele.

... und optimieren die Lösung

Zudem zeigte sich, dass die Hummeln, die ihren Artgenossen zuvor zugesehen hatten, diese nicht nur nachahmten. Vielmehr optimierten sie den Vorgang sogar. Um dies herauszufinden, boten die Forscher den Hummeln insgesamt drei Bälle auf der Plattform zur Auswahl an. Bei den zuerst trainierten Hummeln waren zwei der Bälle angeklebt. Die Probanden konnten jeweils nur den Ball bewegen, der am weitesten vom Loch entfernt war.

Davon ließen sich die Hummel-Zuschauer, als sie selbst aktiv werden mussten, nicht beeinflussen: Sie entschieden sich, als sie an der Reihe waren, überwiegend für den Ball, der dem Loch am nächsten und in ihrem Fall nicht angeklebt war. Damit wählten sie die für sie effizienteste Lösung. Außerdem war die Farbe des Balles nicht entscheidend: Die Hummeln rollten auch einen schwarzen statt des gelben Balles zum Ziel, wenn dieser der Vertiefung am nächsten war.

So sahen sich die Forscher um Projektleiter Lars Chittka vom "Bee Sensory and Behavioural Ecology Lab" an der Queen Mary University London darin bestätigt, dass Hummeln deutlich mehr Lern- und Anpassungsfähigkeit zeigen, als es sonst in ihrer Umgebung für sie notwendig ist. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten sie im Fachjournal "Science" im Februar 2017.

"Ihre kleinen Gehirne schränken Insekten nicht so ein, dass sie nur eine simple Lernfähigkeiten zeigen oder ihr Verhalten nicht anpassen können."

Lars Chittka, Projektleiter der Hummel-Studie, Queen Mary University London


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