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Weltraumteleskop Hubble Jupitermond Europa spuckt Wasserdampf

Das Weltraumteleskop Hubble hat Wolken über der Oberfläche des Jupitermondes Europa untersucht. Sie bestehen offenbar aus heißem Wasserdampf, den Geysire ins All schleudern.

Stand: 27.09.2016

Wolken auf Jupitermond Europa (künstlerische Darstellung) | Bild: NASA, ESA, and G. Bacon (STScI)

Bis zu 200 Kilometer weit schießen anscheinend Fontänen aus Wasserdampf auf Europa in die Höhe. Entdeckt wurden sie bereits vor vier Jahren im Süden des Jupitermondes, aber erst jetzt näher untersucht. Bei drei von zehn möglichen Gelegenheiten innerhalb von 15 Monaten konnten die Astronomen der NASA die Dampfwolken beobachten.

Ozean unter Eispanzer

Die mutmaßlichen Dampf-Fontänen sind auf dieem Bild von Europa unten links als weiße Flecken zu sehen.

Europa ist einer von 67 Monden des Gasgiganten Jupiter und ist von einer Eisschicht überzogen. Unter dieser vermuten Wissenschaftler einen gewaltigen salzwasserhaltigen Ozean. Falls es auf Europa tatsächlich Geysire gibt, ließe sich die chemische Zusammensetzung des Ozeanwassers an Dampfproben untersuchen, ohne den Eispanzer durchbohren zu müssen. Falls die Theorie der NASA-Astronomen mit der Wirklichkeit übereinstimmt, wäre Europa der zweite Mond im Sonnensystem, über dem Wasserwolken schweben. Die Raumsonde Cassini hatte vergleichbare Fontänen bereits 2005 auf dem Saturnmond Enceladus entdeckt. Auch auf diesem gibt es vermutlich einen Ozean unter einer Eisschicht. Im Gegensatz zu Europa entweicht der Wasserdampf auf Enceladus aber kontinuierlich.

Suche nach Leben

Die NASA-Wissenschaftler halten ihre Beobachtungen für eine "erstaunliche Entdeckung". Sie wären eine große Erleichterung bei der Suche auf Europa nach Spuren von außerirdischem Leben. Ganz sicher sind sich die Astronomen aber nicht, ob es die von ihnen beobachteten Geysire tatsächlich gibt.

"Ich möchte betonen, dass die Beobachtungen die Grenze dessen sind, was Hubble leisten kann. (...) Wir behaupten nicht, dass wir die Existenz der Wasserdampf-Fontänen bewiesen haben, aber wir haben Beweise dazu geliefert, dass derartige Aktivitäten vorhanden sein könnten."

William Sparks vom Space Telescope Science Institute, Baltimore

Mehr Details von Europa könnte man nur aus größerer Nähe bekommen. Derzeit umkreist zwar die Raumsonde Juno den Jupiter, den Mond Europa kann sie aber nicht näher in Augenschein nehmen. Das sollen Raumsonden der NASA und der Europäischen Weltraumagentur ESA tun, die in den 2020-er Jahren Richtung Jupiter starten sollen.


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