Wissen


36

Pollenallergie Heuschnupfen: Behandlung der Symptome

Wenn Bäume, Getreide oder Gräser blühen, schwirren über 4.000 Pollen pro Kubikmeter durch die Luft. Doch für einen Allergiker genügen schon wenige der winzigen Pollenkörner. Dann läuft die Nase und die Augen jucken.

Stand: 25.03.2019

Eine Frau hat Heuschnupfen | Bild: colourbox.com

Der erste Tipp für Allergiker: soweit wie möglich die Allergene meiden. Das heißt: Eine Radtour für Gräserpollenallergiker empfiehlt sich nicht, wenn die Pollen, auf die sie besonders reagieren, gerade verstärkt fliegen. Allergiker sollten vorab immer den Pollenflugkalender studieren und sich - nach Möglichkeit - danach richten.

Das geht natürlich nicht immer: Auch bei starkem Pollenflug kann ein Arbeitnehmer nicht zuhause bleiben. Er kann nur einige Tipps beherzigen, wie er sich so gut wie möglich vor den Pollen schützen kann.

Mit Medikamenten die Symptome lindern

Medikamente helfen, die schlimmsten Symptome zu lindern. Ein Allheilmittel gegen Heuschnupfen gibt es allerdings bisher nicht. Verschiedene Behandlungen können Patienten Linderung verschaffen. Dabei werden in der der Regel die Symptome einer Pollenallergie behandelt:

Antihistaminika

Antihistaminika können (müssen aber nicht) müde machen - lassen Sie sich in der Apotheke beraten.

Kommt ein Allergiker mit dem allergieauslösenden Pollen in Berührung, schüttet der Körper Histamin aus - was wiederum zu Juckreiz, Rötungen und Schwellungen führt. Antihistaminika sind Medikamente, die die Wirkung des freigesetzten Histamins verhindern und die Entzündungsprozesse stoppen sollen. Die neueren Medikamente dieser Art weisen nur noch wenige Nebenwirkungen wie zum Beispiel Müdigkeit auf.

Manche Antihistaminika wirken nur vorbeugend, das heißt, man muss sie einnehmen, bevor man mit den Pollen in Berührung kommt. Viele Medikamente dieser Gruppe sind nicht verschreibungspflichtig, am besten man lässt sich von einem kompetenten Apotheker beraten.

Wer an besonders starken allergischen Reaktionen leidet, sollte auf alle Fälle vorher einen Arzt, am besten einen Allergologen, aufsuchen!

Abschwellende Nasensprays

Vielen Erwachsenen helfen auch Kindernasensprays, die weniger Wirkstoff enthalten.

Ist die Nase permanent verstopft, können abschwellend wirkende Sprays oder Tropfen helfen. Die befreiende Wirkung setzt meist sehr schnell ein. Doch schnell kann sich ein Gewöhungseffekt einstellen und immer höhere Dosen werden benötigt. Nasensprays dieser Art sollten daher nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Kortison

Kortisonhaltige Medikamente wirken entzündungshemmend und antiallergisch. Sie gelten in der Schulmedizin als klassische Allergie-Medikamente, aber auch mit Kortison lässt sich eine Allergie nicht heilen.

Bei hochdosierter und langfristiger Einnahme drohen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Einlagerung von Wasser im Gewebe oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen. Doch sollte man sich davon nicht ängstigen lassen - die Risiken von Kortison werden oft übertrieben dargestellt. Bei akuten, besonders heftigen allergischen Reaktionen ist Kortison oft die einzige Hilfe.

Kortisonpräparate können sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden, zum Beispiel als Spray gegen Atembeschwerden oder Augentropfen gegen Juckreiz. Sie sind rezeptpflichtig und dürfen nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Akupunktur

Pieksen gegen Heuschnupfen hat sich bewährt.

In der Heuschnupfenbehandlung hat sich die Akupunktur sehr bewährt. Studien zeigen, dass die Akupunktur die Symptome lindern kann. Es empfiehlt sich, schon in der symptomfreien Zeit anzufangen. Dauer der Behandlung: zehn bis zwölf Sitzungen. Viele Ärzte haben mittlerweile eine Ausbildung in Akupunktur. Die Kosten werden von gesetzlichen Kassen nicht übernommen: Eine Sitzung kostet rund 35 Euro.

Homöopathie

Globuli können auch bei Heuschnupfen eingesetzt werden.

Viele Menschen schwören auf Homöopathie. Auch bei allergischen Erkrankungen kann sie eingesetzt werden. Es empfiehlt sich auch hier, schon einige Wochen vor dem Auftreten der betreffenden Pollenart mit einer vorbeugenden Behandlung zu beginnen. Da homöopathische Mittel ganz individuell auf einen Patienten abgestimmt sind, macht eine ausführliche Besprechung mit einem geschulten Homöopathen Sinn. Die Kosten dafür werden normalerweise von den gesetzlichen Kassen nicht getragen.

Eine andere Möglichkeit sind Kombinationspräparate, die mehrere homöopathische Mittel enthalten und fertig zubereitet in Apotheken gekauft werden können. Die Mittel werden von den gesetzlichen Kassen nicht bezahlt, sind aber nicht allzu teuer.

Alternative Ansätze

Grastabletten

Alternativ zur Desensibilisierung kann man es mit der sogenannten Grastablette versuchen. Sie ist drei Jahre lang täglich einzunehmen und kann die Symptome deutlich senken. Die Lutschtablette ist seit November 2006 auf dem Markt und funktioniert ähnlich wie die Desensibilisierung mit Spritzen: Sie enthält eine geringe Menge der Allergene, an die sich der Körper mit der Zeit gewöhnen soll. In Deutschland ist die Grastablette verschreibungspflichtig.

Nachteile: Die Grastablette ist nicht für jeden geeignet, sondern nur für Patienten, die auf Gräserpollen allergisch reagieren. Anders als bei der Desensibilisierung per Spritze kann der Arzt bei der Grastablette zudem nicht überprüfen, ob sie auch wirklich eingenommen wird.

Pestwurz

Zufällig stießen Forscher des Zentrums für Allergie und Umwelt (ZAUM) des Helmholtz-Zentrums München und der Technischen Universität München Anfang 2000 darauf, dass ein Pflanzenextrakt aus Pestwurz gegen Heuschnupfen hilft. Erste Testergebnisse der Forscher zeigten, dass Patienten durch den Einsatz des Pestwurz-Extraktes wieder besser atmen konnten.

Zudem reduzierte das Extrakt die Entzündungsstoffe im Nasensekret der Testpersonen. Das heilt den Heuschnupfen zwar nicht, mildert aber seine Symptome - ohne Nebenwirkungen zu erzeugen. Der Pestwurzextrakt verursacht auch keine Müdigkeit, wie sie viele Patienten bei Antihistaminika beklagen. Gegen allergischen Juckreiz wirkt der Pestwurz-Extrakt allerdings nicht, dafür aber die Anti-Histamin-Tabletten.

Nachteil: Das getestete Mittel ist unter dem Namen Tesalin bislang nur in der Schweiz zugelassen.


36