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Pollenallergie Ambrosia: Der Allergiker-Schrecken

Von Ende Juli bis Oktober blüht der Schrecken der Pollen-Allergiker und Asthmatiker: das Beifußblättrige Traubenkraut oder Ambrosia artemisiifolia. Ambrosia-Pollen sind ein aggressiver Eiweißcocktail, der nicht nur Allergiker reizt. Auch gesunde Menschen sollten den Kontakt meiden.

Stand: 25.03.2019

Ambrosiapflanzen | Bild: picture-alliance/dpa

Durch Saatgut und Vogelfutter wanderte die Ambrosia vor etwa 150 Jahren von Nordamerika nach Deutschland ein. Die Pollen der Pflanze enthalten einen aggressiven Eiweißcocktail, auf den Heuschnupfen-Geplagte mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit allergisch reagieren. Zudem blüht die Pflanze spät im Jahr und wird sich in den nächsten Jahrzehnten nach Norden und Nordosten ausbreiten. Die Folge: Die Leidenszeit von Allergikern wird sich verlängern und die Zahl der Menschen mit Heuschnupfen insgesamt steigen.

Asthma ohne Umwege

Durch ihr allergisches Potential reizt die Ambrosia nicht nur Allergiker, sondern auch gesunde Menschen. Der Kontakt mit der Pflanze kann ohne Umwege zu Asthma oder Kreuzallergien mit Bananen und Melonen führen. Die hochallergene Pflanze produziert 60.000 Samen, die bis zu 40 Jahre lang keimfähig bleiben, und kann bis zu einer Milliarde Pollen entwickeln, die sich mit dem Wind bis zu 100 Kilometer weit verbreiten.

Berühren verboten!

Die Berührung mit den behaarten Stielen der Pflanze kann eine Kontaktallergie auslösen. Weil die Ambrosia so allergen ist, werden ihre Bestände erfasst und möglichst entfernt - mit Schutzkleidung: Pflanzen sollten nur mit Mundschutz und Handschuhen ausgerissen werden - am besten vor der Blüte. Entsorgen Sie das Traubenkraut nicht auf dem Komposthaufen, sondern stecken Sie vor allem blühende Pflanzen in eine Tüte und werfen sie sie in den Hausmüll.

Link-Tipps

Sie haben einen großen Ambrosia-Bestand entdeckt? Dann melden Sie sich beim Ambrosia-Meldedienst vom Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen oder Ihrem zuständigen Landratsamt. Den Meldedienst und Tipps zum Umgang mit der Pflanze finden Sie hier:

Ambrosia: Tipps zur Bekämpfung

Aussehen

Die Beifuß-Ambrosie, auch Beifußblättriges Traubenkraut oder Ragweed genannt, kann 20 bis 150 Zentimeter groß werden und ist oft buschig verzweigt. Die Blätter sind doppelt fiederschnittig und beiderseits grün.

Die Stängel sind abstehend behaart, die Blüten stehen in schirmartigen Köpfchen als ährenartige Blütenstände am Ende der Sprosse.

Finden und Melden

Wer - zum Beispiel auf Spaziergängen - größere Bestände der Beifußblättrigen Ambrosie von mehr als 100 Pflanzen entdeckt, sollte diese unbedingt melden. Man kann das bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde wie Landratsamt oder Stadtverwaltung tun, aber auch beim Ambrosia-Meldedienst:

Ausreißen

Die Pflanzen der Ambrosia atemisiifolia sollten nur mit schützender Kleidung und Handschuhen ausgerissen werden. Man sollte unbedingt die Wurzel mit ausreißen. Schutzbrillen und Mundschutz sollte man tragen, wenn die Pflanzen schon blühen.

Wer blühende Pflanzen vernichtet, sollte dies nicht am Nachmittag tun, denn die meisten Pollen werden am Nachmittag freigesetzt. Das Ausreißen sollte möglichst vor der Blütezeit geschehen.

Entsorgung

Die Pflanzen sollten, wenn sie schon blühen, in Plastikbeuteln im Restmüll entsorgt und nicht kompostiert werden, sonst können die Samen der Pflanzen noch ausreifen und sich weiterverbreiten.

Allergiker

Allergiker sollten bei der Bekämpfung von Ambrosia-Pflanzen nicht mithelfen. Alle anderen Personen sollten sich davor hüten, die Pflanzen mit bloßen Händen zu berühren - eine Kontaktallergie droht sonst.

Kontrolle

Die Fundstelle sollte nach drei bis vier Wochen kontrolliert werden. Samen der Beifuß-Ambrosie bleiben bis zu 40 Jahre keimfähig. Vogelfutter, besonders solches, das Sonnenblumenkerne enthält, ist oft mit Ambrosia-Samen verunreinigt. Um eine weitere Verbreitung der Ambrosia zu verhindern, sollten Sie im Handel nach Ambrosia-freiem Vogelfutter fragen. Beobachten Sie außerdem im Frühjahr die Fläche unter der Futterstelle auf keimende Pflanzen.

Unter Beobachtung

Gefunden wurde das bis zu zwei Meter hohe Kraut bisher in Hausgärten, auf Brachflächen, entlang der Autobahnen zwischen München und Salzburg sowie Richtung Passau, Regensburg und Bamberg. Das Gewächs ähnelt dem harmlosen Beifuß und der Studentenblume, auch Tagetes genannt.

Der Pollenwarndienst des Deutschen Wetterdienstes beobachtet die Ambrosia-Pollenbelastung in Deutschland und Allergologen untersuchen inzwischen standardmäßig auf eine Ambrosia-Allergie. Das Traubenkraut hat sich mittlerweile von den USA aus über Kanada nach Europa ausgebreitet.

Pollenflug: Ambrosia

Mehr über den aktuellen Pollenflug in Deutschland - auch den der Ambrosie - sehen Sie auf der Homepage des Deutschen Wetterdienstes. Wählen Sie im Drop-Down-Menü (Pfeilchen) die Pflanze aus, die Sie interessiert, den Tag und klicken Sie auf Anzeigen .


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