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Dreikönigstag Die drei Astronomen aus Babylon

Dreikönigstag: Wir feiern mit Caspar, Melchior und Balthasar, den Heiligen Drei Königen aus dem Morgenland. Doch wer waren sie wirklich?

Stand: 21.11.2018

Die Heiligen Drei Könige als Krippenfiguren | Bild: picture-alliance/dpa

Die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar: Die christliche Legende bezeichnet damit die im Matthäusevangelium erwähnten "Weisen aus dem Morgenland". Sie kamen, von einem Stern geführt, nach Bethlehem und huldigten dort als Erste dem Jesuskind. Aber wer waren sie wirklich?

Genau genommen waren sie keine Heiligen, denn ein Verfahren zu ihrer Heiligsprechung hat es nie gegeben. Auch Könige sind sie wohl nicht gewesen - in der Bibel ist lediglich von Weisen, Magiern oder Sterndeutern die Rede. Zu Königen wurden sie erst durch die missverständliche Übersetzung des Wortes "Magier". Das Wort "König" bedeutete zu Jesu Zeiten weit weniger als im heutigen Verständnis. Selbst die Namen sind frei erfunden: Der Evangelist Matthäus, der als einziger im Neuen Testament von dieser Begebenheit erzählt, erwähnt weder die Anzahl noch die Namen der Weisen aus dem Morgenland.

Weihrauch, Myrrhe und Gold

Dass es drei gewesen sein sollen, folgerten Gelehrte erst im 3. Jahrhundert aus der Zahl ihrer Gaben - sie brachten Weihrauch, Myrrhe und Gold. Als Namen kommen in der lateinischen Tradition ab dem 7. Jahrhundert Variationen von Caspar, Melchior und Balthasar vor. Bei den Syrern heißen sie Larvandad, Hormisdas und Gushnasaph, bei den Armeniern Kagba und Badadilma. Unter dem Eindruck der Kreuzzüge wurde Caspar schließlich noch zum "Mohren", einer verballhornten Form des nordafrikanischen Mauren.

Sternforschung im Zweistromland

Einen historischen Kern kann die Episode aus dem Matthäus-Evangelium aber durchaus vorweisen. Mit den "Magiern aus dem Osten" sind offensichtlich Angehörige einer babylonischen Priesterkaste gemeint, die bereits zur Zeit Jesu Astronomie auf verblüffend hohem Niveau betrieben. 1925 fanden Archäologen im Irak eine Keilschrifttafel, auf der astronomische Ereignisse des Jahres 7 v. Chr. vorausberechnet sind. Dies ist das wahrscheinliche Geburtsjahr des historischen Jesus. Die Tafel sagt ein nahes Zusammenstehen der Planeten Jupiter und Saturn voraus. Die sogenannte dreifache Jupiter-Saturn Konjunktion am 27. Mai, 6. Oktober und 1. Dezember im Jahr 7 v. Chr., die die Forscher inzwischen für den biblischen "Stern von Bethlehem" halten, passt gut in die Erzählung von Matthäus.

"20*C+M+B+19"

Zum Dreikönigstag erinnern Sternsinger katholischer Pfarrgemeinden an die drei Weisen aus dem Morgenland. Kinder und Jugendliche ziehen als die drei Könige verkleidet mit einem Stern in der Hand von Haus zu Haus und singen Dreikönigslieder. Auf den oberen Türbalken der Haustür schreiben sie mit gesegneter Kreide eine Formel: Die Jahreszahl und "C+M+B". Das ist eine Abkürzung, die für die Initialen der drei Könige steht und seit Mitte des 20. Jahrhunderts oft auch als "Christus mansionem benedicat" gedeutet wird: "Christus segne dieses Haus".


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