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Gottlieb Daimler Das erste Auto mit vier Rädern

Der schwäbische Konstrukteur Gottlieb Daimler baute das erste Motorrad und das erste Motorboot der Welt. Dann montierte er einen Benzinmotor in eine Kutsche. Das erste Auto mit vier Rädern war fertig!

Stand: 31.03.2017 | Archiv

Gottlieb Daimler wird von seinem Sohn Adolf Daimler in einer "Motorkutsche" chauffiert | Bild: picture-alliance/dpa

Gottlieb Wilhelm Daimler wird 1834 geboren. Sein Vater betreibt eine Bäckerei und eine Weinstube in Schorndorf östlich von Stuttgart und heißt "Däumler". Sein Sohn ändert seinen Nachnamen später, vermutlich weil der Umlaut "ä" im Ausland für Verwirrung sorgt. Zunächst erlernt Gottlieb Daimler das Handwerk des Büchsenmachers. Nach vier Jahren Arbeit in einer Maschinenbaufabrik im Elsass beginnt er ein Maschinenbau-Studium in Stuttgart. Danach geht er für zwei Jahre nach England.

Der treue Miterfinder

Der "Reitwagen" von Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach aus dem Jahr 1885 gilt als erstes Motorfahrzeug.

Nach seiner Rückkehr arbeitet er kurze Zeit als Konstrukteur in Geislingen. Dann wechselt er nach Reutlingen, wo er Wilhelm Maybach begegnet. Dieser geniale Autodidakt begleitet Daimler künftig zu allen beruflichen Stationen. Zunächst gehen sie zur "Gasmotorenfabrik Köln Deutz Aktiengesellschaft". Dort gehören die beiden Konstrukteure ab dem Jahr 1872 zum Entwicklungsstab der Firma.

Daimlers Reitwagen - das erste Motorrad der Welt

Ein neuartiger Antrieb

Gottlieb Daimler

Bei Deutz arbeitet auch Nikolaus Otto, der 1867 auf der Pariser Weltausstellung den ersten Preis mit seinem Otto-Motor errungen hat. Dieser Motor verbrennt Benzin und ist wesentlich leichter und handlicher als der bis dahin verwendete Gasmotor, der rund 500 Kilogramm wiegt. Mit Hilfe Daimlers kommt der Otto-Motor zur Serienreife. Doch bald kommt es zu Streitigkeiten mit Otto. Daimler unterliegt im Machtkampf dem renommierten Konstrukteur und wird aus der Gasmotorenfabrik Deutz entlassen. Allerdings als reicher Mann, denn die Aktien der Gesellschaft sind unter seiner Leitung im Wert stark gestiegen. Jetzt kann er sein eigenes Unternehmen aufbauen.

Eine zündende Erfindung

Daimlers Motorboot

Zusammen mit Maybach geht Daimler nach Cannstatt, wo sie 1882 eine aufwendige Versuchswerkstatt einrichten. Dort forschen die beiden Erfinder zusammen mit Mechanikern an kleinen, schnell laufenden Benzinmotoren. 1885 bauen sie den zweirädrigen sogenannten "Reitwagen", das erste Motorrad mit Benzinmotor, und lassen es patentieren. Als nächstes setzen sie einen Otto-Motor in einem Boot als Antrieb ein und erfinden so das Motorboot. Im Oktober 1886 setzt er den Motor als Antrieb einer Kutsche ein: das erste Auto mit vier Rädern. Doch das Patent auf das Automobil hat sich da schon ein anderer Erfinder gesichert: Carl Benz.

Wie der Mercedes zu seinem Namen kam

Das Auto

Der erste Mercedes

Wilhelm Maybach baut einen Rennwagen für Gottlieb Daimler, doch dieser kann ihn nicht unter seinem eigenen Namen anbieten. Daimler hat die Lizenz für seine Motoren an ausländische Firmen verkauft, inklusive der Nutzung des Markennamens "Daimler". Deshalb braucht er jetzt einen anderen Namen für das Fahrzeug.

Der Fahrer

Namesgeber Emil Jellinek

Die Idee für den Namen kommt von einem österreichischen Diplomaten: Emil Jellinek. Er verkauft in Nizza Daimler-Fahrzeuge an großbürgerliche und adelige Kunden. Um die Automobile bekannt zu machen, nimmt er auch an Rennen teil. Dabei fährt er unter einem Pseudonym: "Monsieur Mercedes".

Die Patin

Patin "Mercedes" Jellinek

"Mercedes" war der Kosename seiner Tochter Adrienne Manuela Ramona Jellinek. Der nach ihr benannte Wagen gilt als das erste moderne Auto und ist bei mehreren Rennen erfolreich. Das macht den Namen "Mercedes" schnell bekannt. Ab 1902 ist der Name ein eingetragener und geschützer Markenname.

  • "Carl Benz, Gottlieb Daimler und das Automobil": am 31. März 2017 um 18 Uhr in "Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik", ARD alpha

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