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Weihnachtszeit Gewürzallergie - Hände weg vom Weihnachtsgebäck?

Zimt, Anis, Kardamom, Nelken, Koriander - so schmeckt Weihnachten. Pollenallergiker allerdings sollten zurückhaltend sein beim Weihnachtsgebäck: Viele Heuschnupfler leiden oft unerkannt unter Kreuzallergien.

Stand: 10.12.2018

Zimtsterne | Bild: picture-alliance/dpa

Wen im Sommer der Heuschnupfen plagt, der sollte sich in der Adventszeit genau beobachten. Zimt-, Anis- und Haselnussplätzchen und auch Marzipan können Eiweiße enthalten, die bestimmten Pollenallergenen ähneln. Allergische Reaktionen nach dem Griff in die Keksdose sind leider kein Einzelfall. Pollenallergiker sollten deswegen entweder ganz auf Lebkuchen und Co. verzichten, wenn sie von ihrer Kreuzallergie wissen, oder nur sehr vorsichtig ausprobieren, was sie vertragen.

Anis und Zimt - in jedem Lebkuchen

Das klassische Lebkuchengewürz besteht meist aus Anis, Nelken, Koriander, Zimt, Kardamom, Pfeffer und Piment - und enthält damit mögliche Allergene für alle, die im Frühjahr und Sommer auf Sauerampfer-, Spitzwegerich-, Beifuß-, Goldrute- und Gänsefußpollen verschnupft reagieren. Alle, die auf diese Pollen allergisch sind, können - so der Deutsche Hausärzteverband - nicht nur bei Anis, Pfeffer und Zimt, sondern auch bei folgenden Nahrungsmitteln Atemnot oder eine laufende Nase entwickeln: Sellerie, Karotte, Paprika, Gurke, Sonnenblumenkerne, Knoblauch, Kümmel, Curry, Muskat, Ingwer. Die Allergene aus Gemüse und Obst können oftmals durch Erhitzen "entschärft" werden. Bei Gewürzen funktioniert dies leider nicht.

Gewürze: die Weihnachtsklassiker

Zimt

Zimt wird aus der getrockneten Rinde von Zimtbäumen verwendet, entweder als Pulver oder Stangen. Er soll schon im 3. Jahrtausend v. Chr. in China verwendet worden sein. Man unterscheidet zwischen dem Ceylonzimt und dem etwas schärferen, aus China stammenden Cassia-Zimt.

Kardamom

Kardamom war bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. zwischen Euphrat und Tigris sowie in China als Heil- und Gewürzpflanze bekannt. Kardamom kommt in unterschiedlichen Arten vor, bei uns ist Grüner Kardamom die gebräuchlichste.

Nelken

Bereits Jahrhunderte vor Christi Geburt kannten die Inder und Chinesen Gewürznelken. Sie sind ein Myrtengewächs und nur sehr mühsam und zeitaufwendig zu ernten. Damit sie ihr volles Aroma behalten, sollte man sie im Ganzen kaufen.

Anis

Die Anispflanze gehört zur Familie der Doldenblütler und ist mit Fenchel, Dill und Kümmel verwandt. In der europäischen Küche des Mittelalters wurde Anis vor allem wegen seiner appetitanregenden Wirkung verwendet. Vorsicht bei der Dosierung: Das intensive Gewürz dominiert leicht über andere Gewürze.

Vanille

Echte Vanille ist nach Safran das teuerste Gewürz der Welt. Bereits die Mayas und Azteken bauten Vanille an - als Heilmittel, Aphrodisiakum und als Gewürz für ihre Trinkschokolade. Der Anbau und die Verarbeitung sind langwierig und teuer, deswegen wird heute oft auf das synthetische Vanillin ausgewichen.

Nesseln durch Nüsse

Baumpollenallergiker sollten in der Weihnachtszeit genau beobachten, ob sie auf Nüsse allergisch reagieren. Wem also im Frühjahr und Sommer die Pollen von Hasel, Erle, Ulme, Weide, Pappel, Esche, Birke, Hainbuche, Eiche und Rotbuche zu schaffen machen, bei dem besteht die Möglichkeit, dass auch Hasel-, Para-, Erd- und Walnuss sowie Mandeln Allergiesymptome hervorrufen. Auf das beliebte Marzipan, das aus Mandeln besteht, oder auch Nougat, das aus Haselnüssen hergestellt wird, muss dann vielleicht verzichtet werden. Mit Vorsicht zu genießen sind für diese Allergiker auch Äpfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Kirschen, Sellerie, Karotte, Kiwi und Curry.

Der Allergie auf der Spur

Der beste Schutz vor unliebsamen Hautreaktionen, Atemnot oder Schnupfennase ist es, unverträgliche Gewürze und Lebensmittel zu meiden. Dazu muss man seine Lebensmittel-Unverträglichkeiten aber möglichst genau kennen. Um diese zu entdecken, ist oft eine langwierige Detektivarbeit nötig. Der Gang zum Allergologen kann dabei helfen. Wichtig ist es aber auch, die Reaktionen des eigenen Körpers genau zu beobachten.

So kommen Allergiker gut durch den Advent

Im Supermarkt sind verpackte Lebkuchen und Plätzchen oft mit Allergikerhinweisen versehen. Auf dem Christkindlmarkt fehlen diese Hinweise häufig. Deshalb sollten Allergiker hier besonders vorsichtig sein. Der einzige Weg, um auf der sicheren Seite zu stehen, ist: selber backen. Dabei kann man typische Allergene ersetzen - Haselnüsse und Erdnüsse zum Beispiel durch Mandeln, Haferflocken, Kokosraspeln oder Amaranth. Als Ei-Ersatz kann man eine Mischung aus zwei Esslöffeln Wasser, einem Esslöffel Pflanzenöl und einem halben Teelöffel Backpulver nehmen.


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