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"Stunde der Gartenvögel" 2019 Mitmachen und Vögel zählen

Wie wirkt sich das Wetter auf unsere Vögel aus? Finden Amseln und Drosseln genügend Würmer? Das soll die Aktion "Stunde der Gartenvögel" klären. Vom 10. bis 12. Mai können Sie wieder mitmachen und eine Stunde lang Vögel zählen.

Stand: 07.05.2019

Die Zugvögel sind aus ihren Winterquartieren zurück und auf Nahrungs- und Partnersuche. Das ist die Gelegenheit, sie im Garten, Park, in der Grünanlage oder auf dem Balkon zu beobachten - und zu zählen: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) veranstalten vom 10. bis zum 12. Mai wieder die bundesweite Mitmachaktion "Stunde der Gartenvögel". Sie findet bereits zum 15. Mal statt und dient dazu, mehr über die Entwicklung der heimischen Vogelwelt zu erfahren.

"Viele Vogelfreunde haben den Eindruck, dass sie viel weniger Vögel im Garten haben als früher. Gerade dann ist es umso wichtiger, eine Stunde lang genauer hinzuschauen und zu zählen, wer überhaupt im eigenen Garten unterwegs ist."

Martina Gehret, LBV-Citizen-Science-Beauftragte

Weniger Regen - wie wirkt sich das Wetter auf die Vögel aus?

In diesem Frühjahr war es vielerorts über Wochen staubtrocken. Auch das Jahr 2018 war sehr heiß und niederschlagsarm. Das bekommen unsere heimischen Vögel zu spüren. "Wir erwarten unterschiedliche Auswirkungen auf die einzelnen Vogelarten", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die Haussperlinge zum Beispiel hätten 2018 gute Bruterfolge gehabt, durch das warme Wetter seien keine Jungvögel an Unterkühlung gestorben und sie hätten ausreichend Insektennahrung gefunden. "Amsel und Singdrossel, die ihre Nahrung - Schnecken und Würmer - am liebsten im feuchten Boden suchen, hatten dagegen wohl kein gutes Jahr", vermutet Leif Miller.

Usutu-Virus setzt den Amseln zu

Die Amsel soll bei der diesjährigen Vogelzählung im Fokus stehen. Sie kommt in über 95 Prozent der Gärten vor und ist damit Deutschlands häufigster Gartenvogel. Der Sommer 2018 könnte ihr jedoch geschadet haben: "Durch die langanhaltende Wärme konnte sich das durch Stechmücken übertragene tödliche Usutu-Virus in fast ganz Deutschland verbreiten", erklärt Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte. Vor allem im Norden Deutschlands seien große Teile der Amselpopulation der Krankheit zum Opfer gefallen. Die "Stunde der Gartenvögel" 2019 soll deshalb auch zeigen, inwieweit sich der Usutu-Virus auf die Amselbestände in den einzelnen Regionen ausgewirkt hat.

Weniger Insekten gleich weniger Vögel?

Auch darüber, inwieweit sich das generelle Insektensterben auf einige Vogelarten auswirkt, soll die Vogelzählung Aufschluss geben.

"Stunde der Gartenvögel" gehört zu den größten Mitmach-Aktionen

Im vergangenen Jahr haben deutschlandweit fast 57.000 Vogelfreunde bei der "Stunde der Gartenvögel" mitgemacht und in über 37.000 Gärten rund 1,3 Millionen Vögel gemeldet. Allein in Bayern waren es mehr als 9.000 Vogelfreunde, die aus mehr als 6.500 Gärten rund 210.000 Vögel gemeldet haben. Die "Stunde der Gartenvögel" und die Schwesteraktion "Stunde der Wintervögel" sind Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktionen.

So wird gezählt

Jung und Alt beim Vogelzählen

Während des Beobachtungszeitraums vom 10. bis 12. Mai zählen Sie eine Stunde lang die Vögel in Ihrem Garten, auf Ihrem Balkon oder in einem Park.
Von jeder Art notieren Sie die höchste Zahl an Vögeln, die Sie gleichzeitig sehen. Auch geringe Zahlen bei den Exemplaren und Vogelarten sind interessant. Sie belegen möglicherweise einen Artenrückgang.
Diese Zahlen können Sie bis einschließlich 20. Mai 2019 zum Beispiel per Online-Formular oder per Post an NABU oder LBV schicken.

Mehr Informationen finden Sie hier:

Je mehr mitmachen, umso besser!

Je mehr Beobachtungen zur "Stunde der Gartenvögel" gemeldet werden, desto genauer können die Entwicklungen bei den einzelnen Vogelpopulationen nachvollzogen werden.

Die Mitmach-Aktion liefert zum Beispiel auch wichtige Informationen über die Brutgebiete der Vogelarten, die sich durch den Klimawandel und schleichende Umweltveränderungen verändern.

"Je genauer wir über die Entwicklungen bei den verschiedenen Vogelarten Bescheid wissen, umso besser kann sich der LBV für sie stark machen."

Martina Gehret, LBV-Citizen-Science-Beauftragte


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