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"Stunde der Gartenvögel" 2018 Mitmachen und Vögel zählen

Wie geht's dem Mauersegler und der Mehlschwalbe? Finden sie bei uns genügend Nahrung und Nistmöglichkeiten? Das soll die Aktion "Stunde der Gartenvögel" klären. Vom 10. bis 13. Mai können Sie wieder mitmachen und eine Stunde lang Vögel zählen.

Stand: 16.04.2018

Die Zugvögel kommen aus ihren Winterquartieren zurück und sind in Gärten und Parks auf Nahrungs- und Partnersuche. Spätestens, wenn sie sich lautstark bemerkbar machen, ist das die beste Gelegenheit, um sie zu beobachten - und zu zählen: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) veranstalten vom 10. bis zum 13. Mai wieder die bundesweite Mitmachaktion "Stunde der Gartenvögel". Sie findet bereits zum 14. Mal statt und dient dazu, mehr über die Entwicklung der heimischen Vogelwelt zu erfahren.

Gibt es wieder mehr Mehlschwalben und Mauersegler?

Sorgen machen in den Städten zum Beispiel die Bestände von Mehlschwalbe und Mauersegler. "Beide Arten gingen um etwa sechs bis sieben Prozent pro Jahr zurück, sodass 2016 nur noch etwa die Hälfte der Bestände von 2007 vorhanden waren", berichtet NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Ihnen macht der Insektenschwund zu schaffen. Und sie finden immer seltener geeignete Brutplätze: Mehlschwalben nisten wie Rauchschwalben an Gebäuden. Gerade in Städten finden sie mittlerweile immer weniger Nistmöglichkeiten.

Mehlschwalben finden immer weniger Nahrung und Nistplätze.

Zwar habe es im Vorjahr plötzlich wieder mehr Mehlschwalben und Mauersegler gegeben. "Ob sich hier eine Trendwende zum Besseren andeutet oder es nur ein Effekt des guten Flugwetters am Zählwochenende war, wird die 14. Stunde der Gartenvögel zeigen", hofft Lars Lachmann. Auf dem Meldebogen wird extra auch abgefragt, ob bei Ihnen Mehl- oder Rauchschwalben brüten - und auch, ob es eine Katze am Beobachtungsort gibt.

Vogelzählung an Muttertag - ohne Rabenmütter

Schon gewusst? Rabenmütter sind gar keine Rabenmütter!

Weil die diesjährige Vogelzählung von Vatertag bis Muttertag stattfindet, räumt Lars Lachmann auch gleich mit einem Vorurteil auf: "Der Begriff Rabenmutter stimmt nicht - im Gegenteil: Raben sind sehr gute Vogelmütter. Sie kümmern sich aufopferungsvoll um ihren Nachwuchs."

"Stunde der Gartenvögel" gehört zu den größten Mitmach-Aktionen

Im vergangenen Jahr hatten fast 61.000 Vogelfreunde bei der "Stunde der Gartenvögel" mitgemacht und in über 40.000 Gärten mehr als 1,4 Millionen Vögel gemeldet. Die "Stunde der Gartenvögel" und die Schwesteraktion "Stunde der Wintervögel" sind Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktionen.

So wird gezählt

Jung und Alt beim Vogelzählen

Während des Beobachtungszeitraums vom 10. bis 13. Mai zählen Sie eine Stunde lang die Vögel in Ihrem Garten, auf Ihrem Balkon oder in einem Park.
Von jeder Art notieren Sie die höchste Zahl an Vögeln, die Sie gleichzeitig sehen. Auch geringe Zahlen bei den Exemplaren und Vogelarten sind interessant. Sie belegen möglicherweise einen Artenrückgang.
Diese Zahlen können Sie bis einschließlich 21. Mai per Online-Formular, Post oder Fax an NABU oder LBV schicken.

Mehr Informationen finden Sie hier:

Je mehr mitmachen, umso besser!

Je mehr Beobachtungen zur "Stunde der Gartenvögel" gemeldet werden, desto genauer können die Entwicklungen bei den einzelnen Vogelpopulationen nachvollzogen werden. Die Mitmach-Aktion liefert zum Beispiel auch wichtige Informationen über die Brutgebiete der Vogelarten, die sich durch den Klimawandel und schleichende Umweltveränderungen verändern.

"Je mehr Menschen an der Gartenvogelzählung teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse. Wir können inzwischen solide Aussagen über die langjährige Entwicklung des Gartenvogelbestandes in Dörfern und Städten treffen, da wir auf Daten aus mittlerweile 13 Jahren zurückgreifen können."

Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer


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