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Bananenflanke Kraft gleich Wind mal Ballgeschwindigkeit ...

Warum ist die Banane krumm? Den Inbegriff aller bohrenden Fragen gibt es auch beim Fußball. Auf dem Platz heißt es allerdings: Warum ist die Bananenflanke krumm?

Stand: 16.03.2017

Die Bananenflanke | Bild: BR

Talentierte Beine

Als Dreamteam der Bananenflanke, das den Torwart und Abwehrspieler ziemlich alt ausschauen ließ, gilt bis heute das Duo Manfred "Manni" Kaltz und Horst "Hotte" Hrubesch. Als Master Mind der Bananenflanke hingegen gilt Fritz Siemsen, Physiker an der Universität Frankfurt. Das Geheimnis der krummen Flugbahn liegt laut ihm im Drall:

"Wenn der Fußball rotiert, wird der Fahrtwind an der Seite, wo er rotiert, mit gerissen und dann durch die Fliehkraft weggeschleudert, so dass an der Stelle keine Luft ist. Auf der anderen Seite ist aber noch Luft die den Ball drückt, so dass er eine 'Banane' fliegt."

  Fritz Siemsen, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Im Spiel ist also nicht nur der Luftwiderstand, der den Ball bremst, und die Gewichtskraft, sondern auch die Magnuskraft. Und für sie gibt es auch eine Formel:

Formel für die Magnus-Kraft:

Die auf den Ball wirkende Kraft ist gleich dem Produkt aus Luftdichte (ρ), Fahrt-Windgeschwindigkeit (Ballgeschwindigkeit v), Drehgeschwindigkeit des Balls (ω), Volumen des Balls (V):
F(Ball) = 2 x ρ (Luft) x 0,15 x V (Ball) x ω (Ball) x v(Ball)

Groß ist die Kraft übrigens nicht, die den Ball bei einer Bananenflanke von 100 Kilometern pro Stunde von der geraden Flugbahn ablenkt, sagt Siemsen: "Drei Newton, das ist die Kraft, die Sie brauchen um drei Tafeln Schokolade zu halten". Wie gut man den Ball rotieren lässt, entscheidet letztlich, wie gut eine Bananenflanke wird. "Sie müssen an die richtige Stelle vom Ball treten", erklärt Fritz Siemsen. Und die Stelle sollte möglichst nicht in der Mitte sein. Das ist alles.

Richtig angeschnitten

Buchtipp:

Metin Tolan: "Manchmal gewinnt der Bessere. Die Physik des Fußballspiels", Piper Verlag

Der Dortmunder Physik-Professor Metin Tolan hat in seinem Buch über die Physik des Fußballspiels den richtigen Punkt gefunden: etwa 70 Prozent entfernt vom Mittelpunkt des Balls. Und dann hilft volle Wucht - das Gleiche gilt für Zauberfreistöße um die Mauer. "Manche machen das instinktiv richtig", sagt Fritz Siemsen. Er ist aber auch überzeugt: "Man kann eine Mannschaft dorthin trainieren."

Mit Effet um die Mauer - David macht es vor

Für den perfekten Freistoß um die Mauer hilft die Magnus-Kraft. David macht es vor. Das ist zwar kein Fußballspieler, aber dafür ein hochexakter Roboterschuh von der Universität Stuttgart. Den richtigen Drall für seine Mauerschüsse bringt nicht das Augenmaß sondern Rechnerei. Zwei unterschiedlich schnell laufende Bänder im Abschussloch für den Ball sorgen danach für die perfekte Ausführung der Freistöße.


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