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Fossilien aus der Grube Messel Von Urpferden und Evolution

Kurzzeitig sollte sie schon eine Müllkippe werden - heute ist sie Weltnaturerbe: die Fossillagerstätte Grube Messel bei Darmstadt. In ihren Ölschieferplatten wurde die Fauna und Flora der Urzeit für uns bewahrt - ein Schatzkästchen der Evolution.

Stand: 18.10.2017

Kleine Urpferde naschen Blätter und Früchte, Schlangen winden sich in einem tropischen Regenwald um den Kratersee und in der Luft schwirren Ur-Fledermäuse - so könnte es im Zeitalter des Eozäns vor etwa 48 Millionen Jahren in der Grube Messel ausgesehen haben.

Eozän

Das Zeitalter des Eozän begann vor mehr als fünfzig Millionen Jahren und dauerte rund zwanzig Millionen Jahre. Dinosaurier waren damals schon ausgestorben, deshalb konnten sich Säugetiere stärker ausbreiten.

Dass es all diese Lebewesen gegeben hat, zeigen heute in Kunstharz gegossene Fossilien aus der Grube Messel. Die Fossilienlagerstätte offenbart wie kaum eine andere Fundstelle die Pflanzen- und Tierwelt aus jener Zeit.

Fossiles Erbe für die Welt

Die Grube Messel von oben mit 800 Metern Durchmesser

Wer heute als Besucher zur Grube Messel kommt, findet eine rund 800 Meter große und etwa 65 Meter tiefe Mulde in der hessischen Landschaft. Sollte sie in den 1970er-Jahren noch zur Mülldeponie werden, ist sie seit 1995 Weltnaturerbe. Was so unscheinbar aussieht, ist für Paläobiologen eine einzigartige Schatzkammer. Das verdankt die Grube Messel ihrer Entstehungsgeschichte. Durch einen Vulkanausbruch vor rund fünfzig Millionen Jahren entstanden, füllte sich der Krater mit Wasser, in dem immer wieder Tiere verendeten.

In Ölschiefer konserviert

Teilweise weich wie Schokolade und ideal für die Konservierung der Fossilien: Ölschiefer

Der Grund, dass ihre Überreste heute noch erhalten sind, liegt im Ölschiefer, der sich aus dem Schlamm des Sees langsam bildete, als dieser verlandete. Die Ölschieferplatten verpackten Skelette luftdicht und bewahrten sie bis heute.

Schon im 19. Jahrhundert hat man gemerkt, dass in der Grube Messel etwas zu finden ist. Zu dieser Zeit wurden bereits zufällig Funde gemacht. Auch heute werden noch Grabungen durchgeführt. Die Funde sind wichtig, um die frühe Evolution der Arten besser zu verstehen, und wie sie unter einander verwandt sind. Auch heute noch hält die Schatzkammer der Grube Messel für Forscher Überraschungen bereit: Erst 2016 fanden Forscher dort wieder ein neues Urpferd-Skelett.

Grabungen heute

Heute organisiert die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung den Wissenschaftsbergbau in der Grube Messel verantwortlich. Es gibt dort auch eine Forschungsstation.

Interaktive Karte: Fossilienfundstätte Grube Messel

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Interaktive Karte: Fossilienfundstätte Grube Messel


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