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FAO-Bericht zum Fischkonsum Immer mehr Fische kommen auf den Teller

Fisch ist ein begehrtes Lebensmittel. Doch immer mehr Fischbestände sind am Limit. Laut einem aktuellen Bericht der Welternährungs-Organisation FAO kam im Jahr 2016 weltweit schon jeder zweite verzehrte Fisch aus einer Aquakultur.

Stand: 10.07.2018

Fischtheke in einem Supermarkt mit gefrorenem Fisch auf Eis | Bild: picture-alliance/dpa

Wie die UN-Ernährungs- und Agrar-Organisation FAO in ihrem aktuellen Bericht zur weltweiten Lage der Fischbestände und Fischerei erklärt, wird die gesamte Fischproduktion – also Fang und Aquakultur – von 2016 bis 2030 voraussichtlich um 18 Prozent auf 201 Millionen Tonnen Fisch zunehmen. Dabei wird in Europa am meisten Fisch verspeist, noch vor den USA und Japan.

Rasant steigender Pro-Kopf-Fischverbrauch

Nach Angaben der FAO betrug der Fischkonsum im Jahr 2016 weltweit über 20 Kilogramm pro Kopf. Das sind zehn Kilogramm mehr für jeden einzelnen Menschen als in den 1960er-Jahren. 88 Prozent aller gefangenen Fische dienten direkt zur menschlichen Nahrung. In den 1960er-Jahren waren es nur 67 Prozent der Fische gewesen.

Aquakultur nimmt zu

Während die Nachfrage steige, sei die Wildfangmenge aber seit den 1990er-Jahren stabil geblieben, heißt es in dem am 9. Juli 2018 in Rom vorgestellten Bericht. Insgesamt wurden im Jahr 2016 weltweit 171 Millionen Tonnen Fisch verarbeitet, 80 Millionen Tonnen davon kamen aus Aquakulturen, 2011 waren es nur knapp 62 Millionen Tonnen. Um den Fischhunger zu stillen, breitet sich die Fischzucht immer weiter aus, vor allem in Afrika. Allerdings seien die Wachstumsraten nicht mehr ganz so rasant wie noch in den 1980er-und 1990er-Jahren, so die FAO.

Zu viele Schiffe jagen zu wenig Fische

Am häufigsten wurde 2016 Alaska Seelachs gefangen, gefolgt von Sardellen und Echtem Thunfisch. Neue Fangrekorde wurden 2016 aber auch für die teuersten Meerestiere wie Hummer, Schnecken, Krabben und Shrimps verzeichnet. Die FAO stellte fest, das rund 33 Prozent der genutzten und analysierten Fischarten überfischt sind. Das bedeutet, dass mehr Fische gefangen werden als neue dazukommen. Besonders betroffen davon seien Fischbestände im Mittel- und im Schwarzen Meer. Dort sind laut FAO mehr als 62 Prozent der Bestände überfischt. Weltweit gesehen stünden rund 60 Prozent der Fischbestände kurz davor, zusammenzubrechen.

Als einen Grund nennt die FAO, dass generell zu viele Fangflotten unterwegs sind. "Zu viele Schiffe jagen zu wenig Fische", heißt es in dem Bericht. Asien habe mit 3,3 Millionen Schiffen weltweit die größte Fischfangflotte. Größter Fischproduzent ist China, das sich seit 2002 auch zum größten Exporteur von Fischen und Fischprodukten entwickelt hat.

Überfischte Ostsee

Doch das Problem der Überfischung findet laut Stella Nemecky, Referentin für Fischereipolitik beim WWF Deutschland, auch direkt vor unserer Haustür statt: "Auch die Brotfische der deutschen Ostseefischerei, wie Hering und Dorsch, sind überfischt." Deutschland solle sich international dafür stark machen, dass schädliche Fischereissubventionen verboten werden. Verbrauchern empfiehlt der WWF unter anderem Fisch als Delikatesse zu genießen und stärker auf regionale Fischarten wie Hering und Kabeljau aus der Nordsee zu setzen sowie auf Biosiegel zu achten.

Fischbestände leiden unter Verschmutzung und Klimawandel

Zusätzliche Probleme bereiten beim Wildfang Verschmutzung und Klimawandel, so die FAO. Vor allem tropische Länder, die von der Fischerei abhängig sind, seien betroffen. Zurückgelassene Netzteile und anderes Material für den Fischfang sowie Mikroplastik-Partikel gefährdeten zudem das Ökosystem.


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