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"Oho, vaschang!" Warum der Fasching Fasching heißt

Kaum ein Narr weiß, was die Wörter "Fasching" oder "Karneval" bedeuten. Sprachwissenschaftler sind der Sache ernsthaft auf den Grund gegangen. Feucht-Fröhliches spielt dabei trotzdem eine Rolle.

Stand: 27.02.2019

Junge wird geschminkt | Bild: colourbox.com

Die süddeutsche, ursprünglich bairisch-österreichische Bezeichnung "Fasching" erscheint bereits im 13. Jahrhundert als "vaschanc" oder "vastschang" und wurde als "Ausschenken des Fastentrunks" verstanden. Das auch als Freudenruf "oho, vaschang!" bezeugte Wort wurde in späteren Jahrhunderten an die Wörter auf "-ing" angeglichen - fertig war der Fasching.

In der Fastnacht wird nochmal so richtig gefeiert

"Fas(t)nacht" entstand aus dem mittelhochdeutschen Begriff "vas(t)(en)nacht", was die "Nacht vor dem Fasten" bedeutete. Im christlichen Kontext ist die "Fasenacht" oder "Fastnacht" die Zeit vor dem österlichen Fasten, in der noch mal so richtig gefeiert und zugelangt wurde, bevor dann an Aschermittwoch das große Darben begann.

Ein Schiff voller Narren im Karneval

Elvis lebt? Zumindest im Fasching!

Das Wort "Karneval" dagegen ist erst seit dem 17. Jahrhundert belegt. Es könnte von dem italienischen Wort "carnevale" abstammen, was in etwa "Fleisch, lebe wohl" heißt und an die bevorstehende Fastenzeit erinnert. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Wort noch ältere Wurzeln hat: Das lateinische "carrus navalis" bezeichnet ein "Narrenschiff", das bei feierlichen Umzügen mitgeführt wurde.

Fasching - der Ausnahmezustand vor der Fastenzeit

Das Narrenschiff ist seit dem Mittelalter ein gebräuchliches Bild für eine Gesellschaft, die nur dem eigenen Wohlergehen frönt, frisst und säuft und geistigen Anstrengungen heftige Abneigung entgegenbringt. So gesehen ist der Karneval ein Ausnahmezustand, der Freude bringt und Verrücktes zulässt. Er ist jedoch befristet und mahnt an die bevorstehende Fastenzeit. Und weil man sich dafür nochmal stärken muss, haben Krapfen seit dem Mittelalter in der Faschingszeit Hochkonjunktur.

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  • Die Geschichte der Fastnacht - Kirche im Fasching: 12. Februar 2018, 21.05 Uhr, Theo.Logik, Bayern 2.
  • Rosenmontagsphilosophie - Wer tanz, bleibt friedlich! 12. Februar 2018, 18.05 Uhr, IQ, Bayern 2.
  • Faschings-Expertin Daniela Sandner, Leiterin des Deutschen Fastnachtsmuseums in Kitzingen: 12. Februar 2018, 10.05 Uhr, Habe die Ehre, BR Heimat.
  • Die Lust an der Maske - vom Schlüpfen in eine andere Rolle: 9. Februar 2018, 10.05 Uhr, Notizbuch, Bayern 2.
  • Humor in der Religion - Fastnacht, Fasching und das Religöse: 7. Februar 2018, 19 Uhr, STATIONEN, BR Fernsehen.
  • Woher im Fasching die Lust am Verkleiden kommt: 2. Februar 2018, 6.05 Uhr, radioWelt, Bayern 2.
  • Der Faschings-Check: 28. Februar 2017, 14.30 Uhr, Checker Can, ARD-alpha.
  • Warum feiern wir Fasching? 27. Februar 2017, radioMikro, Bayern 2.

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