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Erste Hilfe für Tiere Vergiftungen

Stand: 16.07.2019

Giftig, nicht nur für Tiere: die Eibe | Bild: picture-alliance/dpa

Gefahren lauern für Tiere überall - in der Wohnung genauso wie draußen. Es gibt viele Substanzen, die Tieren gefährlich werden können: Bei Putzmitteln und Medikamenten ist das offensichtlich, aber sogar Zimmerpflanzen oder für Menschen gut verträgliche Lebensmittel können für Tiere giftig sein. Draußen lauern verdorbene Abfälle, giftige Pflanzen oder Giftköder auf Hunde und Katzen. Kaninchen können sich vergiften, wenn sie mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz annagen. Bei Vergiftungen sollten Sie schnell handeln!

Vergiftung - erkennen und reagieren

Erbricht sich ein Tier, muss das nicht gleich auf eine Vergiftung hindeuten. Meist hat das andere Ursachen. Trotzdem sollten Sie sehr aufmerksam sein, wenn sich Ihr Haustier erbricht und weitere Vergiftungssymptome zeigt wie: Speicheln, Zittern, Durchfall, blasse Schleimhäute, Atembeschwerden, unsicherer Gang oder Teilnahmslosigkeit. Bei Vergiftungsanzeichen bringen Sie ihr Tier sofort zum Tierarzt oder in die Klinik. Wenn Sie wissen, woran sich Ihr Tier vergiftet hat, nehmen Sie etwas von der Substanz oder die Verpackung mit zum Arzt. Bei Atem- und Herzstillstand haben Wiederbelebungsmaßnahmen Vorrang vor allem anderen!

Wasser als Verdünnungsmittel

Um Gift im Magen zu verdünnen, kann man dem Tier als Erste-Hilfe-Maßnahme Wasser einflößen: Füllen Sie eine Spritze (ohne Kanüle) mit Wasser, schieben Sie sie zwischen den Lefzen ins Maul und spritzen Sie das Wasser langsam hinein. Wegen des Schluckreflexes kann das Tier nicht anders, als das Wasser zu schlucken. Nehmen Sie keine Milch oder andere Flüssigkeiten - eine chemische Reaktion mit einem Giftstoff könnte die Aufnahme ins Blut noch beschleunigen. Flößen Sie niemals einem bewusstlosen Tier Flüssigkeit ein!

Diese Stoffe sind für Tiere giftig

Nahrungsmittel

Giftig für Hunde, Katzen und Kleintiere

  • Schokolade: Tiere können den giftigen Kakaobestandteil Theobromin nicht abbauen. Eine halbe Tafel dunkle Schokolade kann einen Hund von zehn Kilogramm töten.
  • Zwiebeln, roh oder gebraten: Darin enthaltene Disulfide zerstören rote Blutkörperchen.
  • Avocado: Die Inhaltsstoffe zerstören Herzgewebe.
  • Schmerztabletten: Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure verursacht Magen-Darm-Entzündungen mit Blutungen. Schon eine Tablette kann einen Hund töten.
  • Kerne von Steinobst in größeren Mengen: Diese enthalten Blausäure, die Nervenstörungen verursachen kann.
  • Rohe Kartoffeln: Sie enthalten ein giftiges Alkaloid.
  • Süßstoff: Xylit aus zuckerfreien Bonbons und Kaugummis
  • Weintrauben und Rosinen
  • Teebaumöl und andere ätherische Öle

Substanzen

Giftig für Hunde, Katzen und Kleintiere

  • Tabak. Das gilt auch für weggeworfene Zigarettenstummel.
  • Alkohol
  • Medikamente (vor allem Schmerz- und Schlafmittel)
  • Putzmittel
  • Schneckenkorn, Rattengift und andere Schädlingsbekämpfungsmittel
  • Unkrautvernichtungsmittel
  • Frost- und Holzschutzmittel
  • Farben und Lacke
  • Chemikalien aller Art

Pflanzen

Giftig für Hunde, Katzen und Kleintiere

  • Wildpflanzen (Auswahl): Farn, Königskerzen, Buchsbaum (hochgiftige Alkaloide), Fingerhut, Maiglöckchen, Holz vom Holunder (kein Holunderholz apportieren lassen), Lilien, Narzissen, Efeu, Trompetenbaum, Robinie, Eibe, Blauregen, Goldregen, Herbstzeitlose, Oleander, Lupine, Rhododendron, Azalee, Mistel und viele mehr.
  • Zimmerpflanzen (Auswahl): Wurzeln von Alpenveilchen, Gummibaum und andere Ficus-Arten, Philodendron, Weihnachtsstern, Drachenbaum, Yuccapalme, Calla, Amaryllis und viele mehr.

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