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Öl aus Bayerns Boden Suche nach Erdöl bei Ampfing einen Schritt weiter

Seit Anfang 2016 sucht das Unternehmen RDG im oberbayerischen Ampfing im Landkreis Mühldorf nach Erdöl. Nicht zufällig: Gut vierzig Jahre lang pumpten hier Bohrtürme das Schwarze Gold aus Bayerns Boden. Die RDG glaubt, dass das Öl bald wieder sprudeln könnte.

Stand: 24.11.2017

Erdöl-Bohrturm in Sonnenblumen-Ackerland-Idylle. Ragen im oberbayerischen Ampfing bei Mühldorf am Inn demnächst wieder Bohrtürme empor? In den tiefen Sandsteinschichten will eine Fördergesellschaft Erdöl fördern. | Bild: RAG

Erdöl aus Bayern? Aber ja! Auch bei uns gibt es den begehrten Rohstoff, wenn auch nicht in solchen Mengen wie in Texas oder am Persischen Golf. Und leider sprudelt das Öl nicht aus Bayerns Boden hervor, sondern ist eher schwer zu fördern. Der Ölpreis bestimmt, ob sich die Ölförderung bei uns lohnt.

Frühere Erdöl-Förderung in Ampfing

In Ampfing bei Mühldorf am Inn, etwa sechzig Kilometer östlich von München, wurde lange Zeit Erdöl gefördert: Von 1954 bis 1997 pumpten hier Bohrtürme das Schwarze Gold aus dem Boden. Dann machte der zu niedrige Ölpreis die Förderung unrentabel. Doch je knapper der Rohstoff weltweit wird, umso interessanter sind auch schwierige Förderstellen.

Probebohrungen nach Erdöl nicht erfolgreich

Probebohrungen nach Erdöl in Ampfing

Im Februar 2016 begann die deutsche Fördergesellschaft RDG, eine Tochter der österreichischen Rohöl-Aufsuchungs-Gesellschaft (RAG), mit Probebohrungen in einer alten Erdöl-Förderstelle in Ampfing. Rund zwei Kilometer tief bohrte sie sich durchs Gestein bis in tiefe Sandsteinschichten. In den winzigen Poren des Sandsteins hofft die RDG das ersehnte Erdöl zu finden. Erdöl lagert in unserem Boden nicht in einer Art unterirdischem Becken, sondern kommt vor allem in ölhaltigen Bodenschichten vor wie in porösem Sandstein.

Um das Erdöl aus dem Sandstein zu fördern, sei keine Methode wie das umstrittene Fracking bei der Erdgasgewinnung notwendig, betont die RDG. Aufgrund des hohen Druckunterschiedes in der großen Tiefe fließe das Öl nach dem Anbohren der Gesteinsschicht selbstständig zum Bohrloch und muss nur noch hochgepumpt werden. Wenn es denn flösse.

Doch die Probebohrungen in Ampfing zeigten zwar, dass der Sandstein dort "ölimpregniert" ist, aber nur sehr geringe Mengen an Erdöl daraus gefördert werden könnten. Offenbar sind die alten Lagerstätten schon erschöpft. Doch der Sandstein zeigte sich laut RDG als besser als gedacht in seiner Fähigkeit zur Ablagerung von Öl. Bleibt die Frage: Wo genau steckt es?

Seismische Vermessung mit Vibro-Fahrzeugen

Ampfing und Umgebung von Vibro-Fahrzeugen durchgerüttelt

190 Quadratkilometer hat die RDG jetzt durchgeschüttelt, um verborgene ölhaltige Gesteinsschichten in der Tiefe zu entdecken - durch seismische Vermessung. Von Januar bis Mai 2017 waren die riesigen, weißen Vibro-Fahrzeuge rund um Ampfing, Waldkraiburg und Mühldorf am Inn unterwegs und rüttelten am Boden, während Geophone auf das Echo aus der Tiefe lauschten. Ähnlich wie bei einer Ultraschall-Untersuchung entsteht mit dieser 3D-Seismik ein genaues, dreidimensionales Bild des Untergrundes. Auch geeignete Stellen für die Nutzung von Geothermie zur Energiegewinnung können mit dieser Technik gefunden werden.

500.000 Tonnen Rohöl bei Ampfing vermutet

Seither wertet die Fördergesellschaft die gewonnen Daten aus. Die ersten Ergebnisse liegen seit dieser Woche vor und geben der RDG weiterhin Grund zur Annahme, dass rund um Ampfing noch etwa 500.000 Tonnen Rohöl gewonnen werden könnten - so viel, wie hier in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts bereits zutage gefördert wurde. Die endgültigen Ergebnisse der seismischen Vermessung liegen voraussichtlich im Frühjahr 2018 vor. Die Erdöl-Förderung könnte schon 2019 beginnen.

Erdöl-Suche bei Ampfing: Untersuchungsgebiet und Probebohrung

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Erdöl-Suche bei Ampfing: Untersuchungsgebiet und Probebohrung

  • Erdöl aus Bayern - das Beispiel Ampfing. Notizbuch, 09.01.2018, 10.05 Uhr, Bayern 2
  • Wie zeitgemäß ist die Erschließung von Ölvorkommen? Notizbuch, 09.01.2018, 10.05 Uhr, Bayern 2
  • Erdölförderung in Ampfing,  23.11.2017, B5 aktuell
  • B5 aktuell: Im Raum Ampfing könnte bald wieder Erdöl gefördert werden. 24.11.2017 um 8.45 Uhr
  • Mittags in Oberbayern: Messungen bei Tüßling. 6.2.2017 um 12.05 Uhr in Bayern 1
  • Bayernmagazin: Erdöl-Probeförderung in Ampfing läuft. 7.9.2016 um 17.05 Uhr in Bayern 1

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Kommentare

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helmut rosenhammer, Samstag, 22.Juni 2019, 07:32 Uhr

2. ERDÖELPROBEFÖRDERUNG IN Ampfing.

Mir ist in den 40-50iger Jahren immer wieder aufgefallen,daß in Tittling,in der Ziegelstr.,ständig ein öliger Film auf der Strasse entlang flies und in den Straßengraben verschwand.Probebohrung?? Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Manfred, Sonntag, 26.November 2017, 11:15 Uhr

1. Leider verantwortungsloser, weil umweltschädlicher Artikel

Völlig überflüssiger und verantwortungsloser BR-Artikel, der hier nichts zu suchen hat, denn eine Ölbohrung ist ein schädlicher Eingriff in die Natur, wo nach einem Stoff Öl gebohrt wird, der Zuständig und Ursache ist für unseren Klimawandel, Umweltzerstörung und -verschmutzung. Dafür sollte man nicht noch Werbung machen, lieber BR. Stattdessen wären Artikel über Recycling und Wiederaufbereitung schon vorhandender Resourcen und Stoffen (Plastik = Öl), Müllvermeidung, Resourcenschonung, etc. viel wichtiger.

  • Antwort von Michael , Montag, 27.November, 10:10 Uhr

    Ohne Partei für den BR ergreifen zu wollen, aber es ist natürlich kein überflüssiger Artikel.
    Aufgabe der Medien und somit auch des BR ist es, Informationen zu recherchieren und der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.
    Wenn nur noch über bestimmte Themen (z.B. Recycling wie sie vorschlagen) berichtet werden dürfte, dann wäre das nichts anderes als eine zensierte Berichterstattung.

  • Antwort von Schorsch, Montag, 27.November, 17:51 Uhr

    Es ist nur zu begrüßen, wenn die Bodenschätze in Deutschland erschlossen werden. Jedes Faß Öl, das im Land erzeugt werden kann, macht uns ein bißchen unabhängiger (...)
    Dank an den BR für den gut recherchierten Beitrag! Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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