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ISS-Mission Horizons Cimon, der Assistenz-Roboter

Astronaut Alexander Gerst bestreitet seine zweite Mission im All: Mit der ISS bricht er zu neuen "Horizonten" auf. Mit dabei ist Cimon, der fliegende Roboter. Er soll Gerst assistieren - und bei Laune halten.

Stand: 21.11.2018

Am 15. November 2018 hieß es "unboxing" auf der ISS. Alexander Gerst holte Cimon, den fliegenden Assistenz-Roboter, aus seiner Kiste und weckte ihn auf. Auf Gersts "Wach auf, Cimon!" antwortete der Roboter einwandfrei mit "Was kann ich für Dich tun?". Der erste Kontakt war hergestellt und wurde die folgenden 90 Minuten aufrechterhalten, während der Cimon frei zu schweben begann, sich drehte, in alle Richtungen bewegte und mit Gerst Augenkontakt aufnahm. Dann zeigte Cimon die Anleitung zu einem Schüler-Experiment auf seinem Display, spielte ein Lied ab, machte eine Video von Alexander Gerst und ein Beweisfoto. Danach durfte der Roboter wieder in seine Koje.

Cimon - ein intelligenter Ball im All

Cimon besitzt künstliche Intelligenz, hat ein Gesicht auf seinem acht Zoll großen Display, kann sprechen, nicken, Witze erzählen, auf Sprachbefehle reagieren, Videos und Audios abspielen, seinen Kopf in weniger als zehn Sekunden um 180 Grad drehen und fliegen. Per Antrieb kann sich Cimon frei bewegen und dabei bis zu 0,36 Meter pro Sekunde zurücklegen. Der Roboter ist rund, damit er mit seinen etwa fünf Kilogramm in Aktion nicht aneckt oder aus Versehen Knöpfe drückt. Sein Durchmesser beträgt 32 Zentimeter und entspricht damit der Größe eines Medizinballs.

Cimon auf der ISS

Mensch und Maschine

Etwa zwei Stunden kann Cimon die Astronauten auf der ISS informieren, warnen und bespaßen, dann sind seine zwei Batterien leer. Cimon steht übrigens für Crew Interactive Mobile Companion. Alexander Gerst durfte beim Gesicht des Roboters und seiner Stimme ein Wörtchen mitreden. Cimon wiederum kennt Alexander Gersts Lieblingsmusik.

So sollen sich Mensch und Roboter schneller anfreunden. Menschliche Züge hat Cimon bekommen, weil er nicht nur assistieren und informieren, sondern auch Stress bei Astronauten abbauen und eine Art Roboter-Kollege werden soll. Mit Cimon soll auch getestet werden, wie man einen Assistenz-Roboter bauen muss, damit er an Bord wirklich hilfreich ist.

Klappe zu!

Zitat

"Das ist ein Testbetrieb, also man darf sich das jetzt noch nicht so vorstellen, als ob er mir Kaffee bringt und Werkzeuge." Alexander Gerst

Wenn Alexander Gerst und sein Team genug haben, können sie Cimon in Schlaf versetzen. Schalten sie den privaten Modus ein, werden alle Streams unterbrochen und die Crew hat ihre Ruhe und ein bisschen Privatsphäre.

Weltberühmt und heiß geliebt: Assistenz-Roboter im Film


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