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Karl Ferdinand Braun Der Wegbereiter des Fernsehens

Ohne den Physiker Karl Ferdinand Braun wäre weder das Fernsehen möglich gewesen noch transatlantische Telegrafie. Vor 100 Jahren ist der Nobelpreisträger gestorben.

Stand: 13.04.2018

Die Braunsche Röhre ist wohl das Erste, was einem zu dem Physiker Karl Ferdinand Braun einfällt. Ohne die nach ihm benannte Erfindung des Nobelpreisträgers wäre das Fernsehen nicht möglich geworden.

Physik-Studium und erste wissenschaftliche Entdeckungen

Karl Ferdinand Braun wird 1850 als sechstes von sieben Kindern in Fulda geboren. Er studiert an der Universität Marburg Physik, Chemie und Mathematik. Anschließend promoviert er in Berlin zum Thema "Saitenschwingungen" zum Doktor der Physik. Er arbeitet zunächst als Gymnasiallehrer in Leipzig. Hier verfasst er sein einziges Buch: "Der junge Mathematiker und Naturforscher: Einführung in die Geheimnisse der Zahl und Wunder der Rechenkunst". Damit möchte er die Jugend fürs Rechnen begeistern.

Wichtiger für seinen Ruf in der Fachwelt ist die Entdeckung, die er bei seinen wissenschaftlichen Untersuchungen in der Zeit in Leipzig 1874 macht: der Gleichrichter-Effekt bei Halbleitern.

Ferdinand Braun erfindet die "Braunsche Röhre"

Ab 1877 lehrt Karl Ferdinand Braun als Physik-Professor zunächst an der Universität Marburg, später auch in Straßburg, Karlsruhe und Tübingen. Er kann komplexe Zusammenhänge hervorragend erklären und ist ein großer Anhänger von anschaulichen Experimenten. Das Experimentieren liegt ihm deutlich mehr als theoretische Ausführungen.

Modell einer Braunschen Röhre.

Der Pionier der Funktechnik stellt seine große Erfindung, die Braunsche Röhre, 1897 vor. In der Röhre wird ein Elektronenstrahl erzeugt, der durch magnetische oder elektrische Felder abgelenkt werden kann. Ein sichtbares Bild entsteht, wenn dieser Strahl auf eine Leuchtstoff-Schicht trifft, die innen an der Röhre angebracht ist. Damit hat Ferdinand Braun die Voraussetzung für das Fernsehen geschaffen. Mittlerweile haben jedoch Flachbildschirme die Technologie, die früher in jedem TV-Gerät steckte, abgelöst.

Nobelpreis der Physik für drahtlose Telegrafie

Nobelpreis-Medaille von Karl Ferdinand Braun.

Karl Ferdinand Braun forscht weiter auf dem Gebiet der drahtlosen Telegrafie. Der Braun-Sender entsteht, mit dem elektrische Wellen drahtlos in eine bestimmte Richtung gestrahlt werden können. Karl Ferdinand Braun forscht nicht nur, er ist auch Mitbegründer der Firma Telefunken.

Es kommt zu immer leistungsfähigeren Anlagen der Ferntelegrafie: Im Jahr 1900 gelingt eine Funkbrücke zwischen Cuxhaven und Helgoland. Dem Italiener Guglielmo Marconi, der schon viele Jahre im Bereich der Funktelegrafie experimentiert, gelingt 1901 ein allerdings unbestätigter transatlantischer Funkempfang von Signalen in Neufundland, ausgehend von seiner Station in Cornwall.

Im Jahr 1909 bekommt Karl Ferdinand Braun zusammen mit Guglielmo Marconi den Nobelpreis für Physik für seine Verdienste um die Entwicklung der drahtlosen Telegrafie.

Ferdinand Braun stirbt in den USA

1914 reist Karl Ferdinand Braun zu Verhandlungen nach Amerika. Aufgrund des Kriegseintritts der USA in den Ersten Weltkrieg kann er nicht mehr ausreisen. Er lebt als Zivilinternierter in New York. Dort stirbt er am 20. April 1918.


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