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Kosmischer Besucher Asteroid 2018 CB sauste knapp an der Erde vorbei

Am 9. Februar flog der Asteroid 2018 CB an der Erde vorbei. Dabei kam er uns ziemlich nah. Panik war aber nicht angebracht: Der Felsbrocken war nicht auf Kollisionskurs mit unserem Planeten.

Stand: 10.02.2018

Künstlerische Darstellung: Asteroid fliegt an Erde vorbei | Bild: NASA, dpa-Bildfunk

Erst am 4. Februar war der Asteroid entdeckt worden, nur fünf Tage später flog er relativ nah an der Erde vorbei. Um 23.30 Uhr MEZ passierte der Gesteinsbrocken 2018 CB in einer Entfernung von rund 64.000 Kilometern unseren Planeten. In kosmischen Dimensionen ist das recht wenig: Diese Entfernung entspricht weniger als einem Fünftel der Distanz zwischen Erde und Mond. Der Durchmesser des Asteroiden liegt vermutlich zwischen 15 und 40 Metern. Eine Gefahr für die Erde stellte 2018 CB nicht da, aber er sei eine Seltenheit, sagte der NASA-Forscher Paul Chodas vor dem Vorbeiflug.

"Asteroiden von dieser Größe kommen nicht oft so nah an unseren Planeten heran, vielleicht nur ein oder zweimal pro Jahr."

Paul Chodas, Zentrum für Studien erdnaher Objekte der NASA (CNEOS)

Größer als Asteroid von Tscheljabinsk?

Laut Chodas könnte 2018 CB deutlich größer sein als der Asteroid, der vor fast genau fünf Jahren über dem russischen Tscheljabinsk in die Atmosphäre eintrat. Am 15. Februar 2013 explodierte ein Brocken mit etwa zwanzig Meter Durchmesser über der russischen Millionenstadt. Rund 7.000 Gebäude wurden damals beschädigt, etwa 1.500 Menschen verletzt.

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2018 CB war der zweite Himmelskörper, der uns innerhalb kurzer Zeit nahe kam: Bereits am 6. Februar war ein Asteroid in rund 184.000 Kilometer Entfernung an der Erde vorbeigerast. Dieser hat den Namen 2018 CC und wurde wie 2018 CB von Weltraumforschern im US-Bundesstaat Arizona entdeckt. Der Durchmesser von 2018 CC wird auf 15 bis 30 Meter geschätzt. Am Wochenende zuvor war ein ziemlicher Brocken an der Erde vorbeigeflogen: Der 500 Meter bis einen Kilometer große Asteroid namens 2002 AJ129 rauschte an der Erde vorbei. Allerdings tat er das in ziemlicher Entfernung, nämlich in einem Abstand von rund 4,2 Millionen Kilometern.

Asteroid, Meteorit oder Meteor?

Eine Frage von Ort und Zeit

Als Asteroid bezeichnet man einen Gesteinskörper, der - oft auf unregelmäßiger Bahn - die Sonne umkreist und kein Planet oder Kleinplanet ist. Asteroiden sind oft Bruchstücke zerborstener Himmelskörper. Tritt ein solcher Körper in die Erdatmosphäre ein, zerbirst er meist. Kleinere Bruchstücke verglühen, größere können den Erdboden erreichen.

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.
Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

  • Asteroid fliegt knapp an der Erde vorbei. IQ - Wissenschaft und Forschung, 09.02.2018, 18:05 Uhr, Bayern 2

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Kornelia, Samstag, 10.Februar, 22:47 Uhr

2. Gesehen

Wir konnten ihn am Himmel sehen. Erst dachte ich es wäre ein funkelnder Stern, aber dann durch ein Fernglas konnte man erkennen, daß es der Meteorit ist.
Ich war so begeistert. Mit den Minuten merkte man wie schnell er sich entfernte. Ich bin froh im richtigen Moment nach Oben geguckt zu haben.

Gerald Kley, Freitag, 09.Februar, 22:02 Uhr

1. Sicherheit ist relativ und nur ein menschliches Bedürfnis

Meiner staunenden Faszination für Naturgewalten folgt unweigerlich eine Bestürzung über die absolute und relative Verletzlichkeit unserer technikbasierten Zivilisation. Denn ein Plan oder eine Theorie ist nur ein modellhafter Versuch der Annäherung an eine komplexere Wirklichkeit. Die menschliche Hybris liegt darin, natürliche Phänomene möglichst kontrolliert!? beherrschen und bestenfalls nutzen zu können und zu dürfen! Wer maßt sich an, bei der Verwertung von Natur durch Technologie eine Risiko-Folgenabschätzung ohne Beteiligung und auf Kosten der betroffenen Bevölkerung vorzunehmen? Selbst Rückversicherungen warnen vor einer Zunahme von unkalkulierbaren Starkschadenereignissen.
Ich möchte staunen können dürfen, ganz im Bewusstsein um die selbstbestimmten eigenen!!! Möglichkeiten aber auch in Demut vor ihrer Begrenztheit.
Angst und Furcht vor der leichtfertigen und verantwortungslosen Fremdbestimmtheit durch Dritte sollten keinen Platz haben.