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Antibiotika Nebenwirkungen und Antibiotika-Allergie

Es gibt Bakterien, die wir dringend brauchen. Tötet ein Antibiotikum sie ab, bekommen wir das zu spüren. Eine Antibiotika-Allergie kann sogar einen allergischen Schock auslösen. Aufpassen sollten Sie auch mit Sonnenbädern.

Stand: 30.04.2018

Antibiotika können zahlreiche Nebenwirkungen haben – und sogar einen allergischen Schock auslösen. Aufpassen sollte man auch mit Sonnenbädern: Bevor Sie in die Sonne gehen, sollten Sie den Beipackzettel explizit darauf durchchecken. Im Bild: Frau liest den Beipackzettel eines Medikaments. | Bild: picture-alliance/dpa

Antibiotika-Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Antibiotika können unangenehm, in seltenen Fällen sogar gefährlich sein: Pilze können sich im Körper ausbreiten und der Angriff auf die Darmbakterien durch Antibiotika kann Durchfall verursachen. Auch eine verstärkte Lichtempfindlichkeit der Haut kann nach der Einnahme eines Antibiotikums auftreten. Eine Antibiotika-Allergie kann sogar einen allergischen Schock auslösen. Deshalb sollten Sie vor der Einnahme eines Antibiotikums immer den Beibackzettel sorgfältig durchlesen.

Manchmal ist es nicht so einfach, eine Allergie von einer Nebenwirkung zu unterscheiden.  Viele Menschen vermuten zu Unrecht bei sich eine Allergie. Laut Fachärzten leiden nur etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung tatsächlich an einer Antibiotika-Allergie. Klar feststellen lässt sich das nur mit einem Allergietest. Der ist dann sinnvoll, wenn man schon einmal ein Antibiotikum schlecht vertragen hat.

Mögliche Tests zur Feststellung einer Antibiotika-Allergie:

  • Verschiedene Hauttests, zum Beispiel Pricktest
  • Bluttest
  • Provokationstest als letztes Mittel, wenn bei anderen Tests keine Reaktion:. Bei diesem Test wird das Antibiotikum unter Aufsicht eingenommen und die Reaktion abgewartet. Reagiert der Patient allergisch, kann bei vielen eine Desensibilisierung stattfinden. Dabei wird das Medikament erst in kleinen Mengen verabreicht, die Dosierung über Stunden und Tage langsam gesteigert, bis schließlich die gesamte Menge eingenommen werden kann.

Folgen einer Antibiotika-Allergie

Im schlimmsten Fall erleidet der Allergiker etwa bis 30 Minuten nach der Einnahme einen anaphylaktischen Schock. Das heißt, der Kreislauf bricht zusammen und der Betroffene muss sofort ins Krankenhaus. Meist ist es allerdings so, dass eine allergische Reaktion erst nach der Einnahme der zweiten Dosis auftritt. Denn für eine Sensibilisierung braucht es immer zwei Kontakte: Beim ersten entwickelt der Körper eine Empfindlichkeit, die beim zweiten zu einer Überreaktion führt. Am häufigsten erkennt man eine Allergie an einem Ausschlag, der an Masern oder Röteln erinnert, aber auch Quaddeln bilden kann – so, als hätte man in Brennnesseln gegriffen. Möglich sind auch Atemnot, Wassereinlagerung im Gewebe und Blutdruckabfall. Wer solche Überreaktionen beobachtet, sollte einen Arzt aufsuchen und später einen Allergietest machen. Doch auch eine festgestellte Antibiotika-Allergie ist kein Grund zur Sorge: Oft reicht es dann, auf ein anderes Antibiotikum auszuweichen.

Tipp: Wiederaufbauhilfe für die Darmflora nach der Einnahme von Antibiotika

Antibiotika beeinflussen die Darmflora bis zu sechs Monate lang. Joghurt und die Darmflora aufbauende Kapseln können helfen, die wichtigen Darmbakterien wieder zu stärken - allerdings erst nach dem Ende der Therapie, da sonst nur sehr wenige "gute" Bakterien ihr Ziel im Darm lebendig erreichen.


  • Antibiotika - Fluch oder Segen?: am 18 November 2017 um 12.05 Uhr im "Gesundheitsgespräch", Bayern 2
  • Gefährliche Medikamente: Langzeitschäden durch Antibiotika: am 10. Mai 2017 um 21 Uhr in "Kontrovers", BR Fernsehen

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