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Tag der Alphabetisierung am 8. September 750 Millionen Menschen können nicht lesen und schreiben

Noch immer sind 750 Millionen Menschen weltweit Analphabeten. Und auch in Deutschland können mehrere Millionen Erwachsene nicht lesen und schreiben. Zum Welttag der Alphabetisierung am 8. September mahnt die UNESCO vor allem die Situation von Flüchtlingskindern an.

Stand: 06.09.2019

Scrabble-Buchstaben bilden "Lesen" | Bild: picture-alliance/dpa

Welttag der Alphabetisierung

Alljährlich am 8. September ist Welttag der Alphabetisierung. Die UNESCO erinnert an diesem Tag an die Bedeutung von Alphabetisierung und Erwachsenenbildung.

Von den insgesamt 750 Millionen erwachsenen Menschen, die weltweit nicht lesen und schreiben können, leben etwa die Hälfte in Südasien und rund ein Viertel in Afrika südlich der Sahara. In manchen Staaten wie dem Niger, Burkina Faso und Sierra Leone ist sogar die überwiegende Mehrheit der Erwachsenen betroffen.

Zwei Drittel der Analphabeten weltweit sind Frauen oder Kinder

Zwei Drittel der Analphabeten sind Frauen oder Kinder. Dabei hat sich die Weltgemeinschaft mit der Globalen Nachhaltigkeitsagenda dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2030 allen Menschen weltweit Lese- und Schreibkompetenzen zu vermitteln, so die Deutsche UNESCO-Kommission.

Sorgenkinder Flüchtlinge

Flüchtlinge haben es besonders schwer, Lesen und Schreiben zu lernen. Damit sind nicht die zu uns Geflüchteten gemeint: Die allermeisten Flüchtlingskinder leben in Entwicklungsländern, in denen es schlicht an Schulen, Lehrern oder Büchern fehlt. Nur etwa zwei Drittel der geflüchteten Kinder können eine Grundschule besuchen, nur ein Viertel geht auf eine weiterführende Schule. Den Kindern werde damit von Anfang an eine Perspektive verwehrt – dabei sei Bildung ein Menschenrecht, so die UNESCO.

Mehr als sechs Millionen Deutsche sind Analphabeten

In einigen Ländern Asiens ist es keine Selbstverständlichkeit, dass Kinder lesen und schreiben lernen.

Aber auch in Deutschland gibt es viele Erwachsene ohne ausreichende Lese- und Schreibfertigkeiten: 6,2 Millionen Deutsch sprechende Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren sind Analphabeten - über zwölf Prozent in dieser Altersgruppe oder jeder achte.

500.000 Berufstätige in Bayern betroffen

Wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mitteilt, sind es in Bayern eine halbe Million Berufstätige, die nicht richtig lesen und schreiben können. Die meisten dieser sogenannten funktionalen Analphabeten würden das jedoch aus Sorge um ihren Arbeitsplatz oder Angst vor Ausgrenzungen verbergen, teilte der DGB Bayern mit.

Nicht lesen und schreiben zu können, kann auch genetische Ursachen haben: Legasthenie ist eine angeborene Lese- und Rechtschreibschwäche.

Drei Arten von Analphabetismus

  • Primärer Analphabetismus liegt vor, wenn eine Person nie Lese- und Schreibkenntnisse erworben hat.
  • Sekundärer Analphabetismus heißt, dass das einmal Erlernte wieder vergessen wurde.
  • Funktionaler Analphabetismus bedeutet, dass die Kenntnisse niedriger sind als im Alltag erforderlich. Betroffene können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, aber keine zusammenhängenden Texte, auch wenn diese kurz sind.

Durchkommen ohne ABC

Trotz der mangelnden Lese- und Schreibkenntnisse schaffen es die meisten der Betroffenen, ihr Leben zu meistern – häufig sogar, ohne aufzufallen. Was andere sich notieren, lernen Analphabeten auswendig. Und mit kleinen Tricks mogeln sie sich durch den Alltag: So verbinden sich manche den Arm, bevor sie eine Behörde betreten, oder überlegen sich Ausreden wie "Ich habe meine Brille vergessen, könnten Sie mir das bitte vorlesen?" Analphabeten fühlen sich oft stigmatisiert, haben Angst, für "dumm" gehalten zu werden. Daher wenden sie sehr viel Energie dafür auf, ihre Schwäche zu verheimlichen.

  • LEO-Studie zur Alphabetisierung in Deutschland. Das Campusmagazin, 12.05.2019 um 15:35 Uhr, B5 aktuell
  • Legasthenie. Der Funkstreifzug, 30.06.2019 um 09:15 Uhr, B5 aktuell
  • Lesen und Schreiben - ungenügend. , 30.07.2019 um 21:45 Uhr, ARD-alpha
  • Internationaler Alphabetisierungstag: Wie funktioniert eine Gesellschaft mit 50 Prozent Analphabeten? radioWelt am Morgen, Bayern 2, 08.09.2017, 06.05 Uhr
  • Ich lerne jetzt lesen. sozusagen, Bayern 2, 08.09.2017, 15.20 Uhr
  • Das Kreuz mit der Schrift: Das kann doch jeder. ARD-alpha, 09.09.2017, 02.30 Uhr
  • Dyslexie – Vom Kampf mit den Buchstaben. ARD-alpha, 23.12.2016, 22.30 Uhr, Wiederholung 09.09.2017, 00:15 Uhr
  • Alphabetenrate weltweit und Analphabeten in Deutschland, radioWelt, Bayern 2, 08.09.2016, 06.05 Uhr
  • Sieben Millionen können nicht lesen: Besuch im Alphabetisierungskurs, Nahaufnahme, Bayern 2, 28.08.2015, 15.30 Uhr

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Lehrerin, Freitag, 08.September 2017, 13:37 Uhr

4. Die Schulen sind gezwungen, funktionale Analphabeten ins Leben zu entlassen.

So wirklich wundert mich an dem Bericht nur, dass sich jemand über diese Tatsache zu wundern scheint.
Sie schreiben, dass es in manchen Ländern Asiens und Afrikas ein Privileg sei, Lesen und Schreiben zu lernen. Auch in Deutschland wurden früher die Kinder in die Schule geschickt, um eben dies zu lernen.
Jetzt ist das anders. Nun sind einige davon tunlichst fern zu halten. In meinen beiden letzten Mittelschulklassen hatte nahezu die Hälfte der Schüler ein entsprechendes Attest des Kinderpsychiaters. Lese-Rechtschreibstörung. Die Einhaltung der damit verbundenen unterrichtlichen Auflagen wird von den Eltern und Schülern akribisch überwacht. Es soll sich ja nur kein Misserfolgserlebnis einstellen. Auch von den Schulleitern und Schulämtern, da diese sich nicht ständig in Rechtsstreitigkeiten verwickelt sehen möchten.
Fakt ist, ein vernünftiger, effektiver Deutsch- oder Englischunterricht war kaum noch möglich, ebenso wie eine Benotung, die einigermaßen reliabel und valide ist..

Erich, Freitag, 08.September 2017, 12:47 Uhr

3. Über 70 Millionen Menschen

in Deutschland sprechen kein Bayrisch!

Antonia, Freitag, 08.September 2017, 11:03 Uhr

2. Ist doch kein Wunder

Kein Wunder, wenn in den Schulen die Kinder durch psychiatrisch erstellte Attestierung einer Lese-Rechtschreibstörung von Anfang an von den entsprechenden Kulturtechniken fern gehalten werden sollen. Misserfolgserlebnisse sollen vermieden werden. Alles soll unter dem Schlagwort "Spaß" stehen.
Rächt sich halt wann anders.

Ich, Samstag, 22.April 2017, 13:32 Uhr

1. Analphaphabetismus I oder II

Hallo,

woüber reden wir eigentlich? Analphabetismus I oder II? Es gibt Leute, die weder lesen noch schreiben können. OK, das ist Analphabetismus I. Analphabetismus II ist, wenn Leute weder programmiern können noch Quelltext interpretieren können. Ich bin Informatiker, und ich weiß aus leidvoller Erfahrung, wovon ich rede. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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  • Antwort von Leonia, Freitag, 08.September, 10:14 Uhr

    Ihre recht eigenwillige Interpretation von Analphabetismus mit Ausdehnung auf Menschen, die nicht programmieren können, ist mit Arroganz nur gelinde zu umschreiben. Aus welchem Grund ist es notwendig, dass möglichst alle Menschen programmieren können oder Quellcode lesen? Wollen Sie möglichst viel Konkurrenz in Ihrem Job oder wollen Sie Ihre Aufgaben an Leute delegieren, die eigentlich ganz andere Aufgaben leisten sollen, aber mit Ihren Programmen?
    Vielleicht ist Ihnen auch noch nicht ganz klar, dass Intelligenz nichts mit Analphabetismus zu tun hat, auch ein Analphabet kann hochintelligent sein, und mancher gebildete Mensch, auch mancher Informatiker ist bisweilen auf vielerlei Art auch dumm (und/oder eingebildet).

  • Antwort von Carl, Freitag, 08.September, 12:24 Uhr

    Hoffentlich haben sie einen guten Augenarzt und einen guten Optiker.

  • Antwort von Schorsch F., Freitag, 08.September, 12:26 Uhr

    Ich bin Tierarzt. Ihr Quelltext interessiert mich eigentlich überhaupt nicht.