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Alltagswissen Rätsel rund um Himmel & Erde

Ist überall gleichzeitig Vollmond? Und warum ist der überhaupt manchmal so riesig? Warum ist der Himmel nachts schwarz, aber tagsüber blau? Und warum färbt sich der Himmel abends rot? Himmlische Fragen, irdische Antworten ...

Stand: 04.04.2018

Abendrot/ Sonnenuntergang in Mecklenburg Vorpommern | Bild: picture-alliance/dpa

Woher kommt das Abendrot?

Weiße Sonne, mal gelb, mal rot

Abendroter Himmel

Im Weltall ist auch zu erkennen, dass die Sonne eigentlich weiß ist. Wieso sehen wir sie als gelb? Und warum wird sie morgens und abends auch noch rot?

Der große Filter

Weil unsere Atmosphäre das blaue Licht aus dem weißen Sonnenlicht herausfiltert, dringen nur noch ihr grünes und rotes Licht zu uns durch - in der Mischung gelb. Steht die Sonne tief am Horizont, müssen ihre Strahlen schräg durch noch mehr Atmosphäre. Dadurch wird auch das grüne Licht herausgefiltert - übrig bleibt das Abend- oder Morgenrot.

Warum heißen die Hundstage Hundstage?

Woher kommen die "Hundstage"?

Gegen die Hitze: Hund kühlt sich im Wind eines Ventilators

Wenn wir in sommerlich flirrender Hitze schwitzen, dann erinnern wir uns an sie: die Hundstage. So werden die Tage vom 23. Juli bis 23. August gern genannt. Doch woher kommt der Name? Hat ein unter Hitze leidender, hechelnder Vierbeiner damit zu tun? Eher nicht. Um die Antwort zu finden, muss man seinen Blick auf die Sterne richten.

Sirius, der alte Hund

Sirius leuchtet im Großen Hund (links)

Ihren Namen verdanken die Hundstage einem Stern und seinem Sternbild: dem Doppelstern Sirius (A und B) und dem Sternbild "Großer Hund". Sirius, auch Hundsstern genannt, ist der hellste Stern an unserem Nachthimmel und der hellste im Wintersternbild Großer Hund, lateinisch Canis Major. Der Große Hund erstrahlt bei uns am Winterhimmel südlich des Himmelsäquators und südöstlich von Orion.

Die alten Griechen ...

Athen: Touristen in der Sommerhitze vor der Akropolis

Schon die alten Kulturen gaben Sirius eine besondere Bedeutung. Für die alten Ägypter war er der Stern, der den Nil anschwellen ließ. Die alten Griechen sahen in Sirius den Stern, der die Hitze brachte. Das lag daran, dass er vor etwa 2.500 Jahren um den 23. Juli zeitgleich mit der Sonne aufging. Weil er so hell ist, erstrahlte er in der Morgendämmerung. Für die alten Griechen leitete er damit sozusagen die Hitzeperiode ein.

... kommen auf den Hund

Symbol: Sternbild Orion und Großer Hund

Um den 23. August war die größte Sommerhitze dann wieder vorbei – zur selben Zeit war der Große Hund als Sternbild vollständig zu sehen. So wurden die Hundstage vom 23. Juli bis 23. August festgelegt. Allerdings hat sich im Laufe der Zeit die Stellung der Sterne zur Erde immer mehr verschoben, sodass Sirius heute bei uns erst Ende August wieder am Morgenhimmel erscheint. Die Zeit vom 23. Juli bis 23. August nennen wir aber noch immer Hundstage.

Warum ist der Himmel blau?

Eigentlich ist er ja schwarz

Die Bilder aus dem Weltall zeigen es: Eigentlich ist der Himmel ja schwarz. Warum erscheint er uns auf der Erde als blau?

Gestreutes Sonnenlicht

Das weiße Licht der Sonne besteht aus rotem, blauem und grünem Licht. Trifft das kurzwellige blaue Licht auf die Luftmoleküle unserer Atmosphäre, wird es herausgefiltert und weit gestreut, die anderen Lichtfarben dagegen nicht. Das ist die so genannte Rayleigh-Streuung: Das weit gestreute Blau gibt unserem Himmel seine Farbe.

Kann man ohne Kompass navigieren?

Navigation beim Segeln

Wer über's Meer segeln will, muss Kurs halten. Das geht mit einem Kompass, oder indem man sich an einem Referenzpunkt am Himmel orientiert. Zum Beispiel an der Sonne. Schon vor 1.000 Jahren segelten die Wikinger regelmäßig durch Meeresgebiete voller Eisberge bis nach Island oder Grönland, dort hatten sie Kolonien. Doch sie kannten den Kompass nicht. Wie hielten sie Kurs?

Sonnensteine

An der Sonne kann man sich hervorragend orientieren, aber was ist, wenn der Himmel bewölkt ist? Wikinger-Sagen sprechen in diesem Zusammenhang immer wieder von legendären "Sonnensteinen", die den Seefahrern den Weg gezeigt haben sollen. Wenn man durch "Sonnensteine" blickt, kann man die Sonne auch bei bewölktem Himmel sehen, sagen Forscher aus Großbritannien.

Polarisiertes Licht

Die Sonne macht nämlich ein charakteristisches Lichtmuster am Himmel, Insekten können das sehen. Wir Menschen nicht. Den Zusammenahng kennen Fotografen auch, Stichwort: Polarisation des Lichts. Sonnenlicht ist grundsätzlich "unpolarisiert", das heißt, es kann in viele Ausbreitungsrichtungen schwingen. Würde es nur in eine Richtung schwingen, wäre es polarisiert. Das passiert, wenn das Sonnenlicht durch unsere Atmosphäre wandert. Es wird gebrochen und polarisiert - es entsteht ein ganz spezielles Muster des Sonnenlichts am Himmel. Mit bloßem Auge können wir Menschen das nicht sehen, dazu brauchen wir einen speziellen Filter, zum Beispiel Kristalle.

Unsichtbares wird sichtbar

Wenn man durch spezielle Kristalle blickt, dann kann man auch als Mensch dieses Polarisationsmuster erkennen. Der Vorteil: Das klappt sogar, wenn man die Sonne selbst wegen einer Wolkendecke gar nicht sehen kann. Blickt man zum Beispiel durch Kalzit, Cordierit (Iolith) oder Tourmaline, kann man Ringe polarisierten Lichts rund um die Sonne sehen. Ein Referenzpunkt am bewölkten Himmel. Forscher vermuten, dass die Wikinger genau solche Steine zur Navigation genutzt haben, die man übrigens auch auf Schiffswracks der Engländer aus dem 16. Jahrhundert gefunden hat. Kalzit ist eines der häufigsten Minerale der Erdkruste, Cordierit findet man ebenfalls überall auf der Welt und Tourmaline findet man auch in Europa. Doch haben die Kristalle auch so genau funktioniert, dass man als Wikinger bis nach Grönland kam?

Alle drei Stunden Kurskorrektur

Mit einem Computerprogramm haben die Forscher das getestet. 3.600 Fahrten von Bergen in Norwegen nach Hvarf in Grönland haben sie simuliert. Der Segelzeitpunkt lag entweder im Frühjahr, im Zeitraum der Tag-und-Nacht-Gleiche oder zur Sommersonnenwende. Der Kurs nach Grönland geht genau westwärts und dauert etwa drei Wochen. Das Resultat? Wenn die virtuellen Seefahrer alle drei Stunden durch ihre Sonnensteine geblickt und den Kurs korrigiert haben, erreichten sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 92 bis 100 Prozent Grönland. Ein Blick nur alle fünf bis sechs Stunden verringerte die Chancen, auf Land zu treffen, enorm. Vielleicht könnte das die Ursache dafür gewesen sein, dass Wikinger schon lange vor Kolumbus Amerika entdeckt haben - möglicherweise haben sie den Kurs nicht häufig genug korrigiert.

Warum ist der Nachthimmel dunkel?

Wenn Stern um Stern am Himmel stehn

Nachthimmel

Wenn der Tag zu Ende geht und die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, wird es dunkel. Aber warum eigentlich? Ist nicht das ganze unendlich weite All voller leuchtender Sterne? Bei dieser Dichte müsste doch Stern neben Stern stehen und unseren Nachthimmel erhellen?

Eine uralte Frage

Die Frage nach dem dunklen Nachthimmel ist ein recht altes Problem, das schon Astronomen im 16. Jahrhundert beschäftigt hat. Wenn man davon ausgeht, dass unser Universum unendlich groß ist und unendlich viele leuchtende Sterne hat, müsste der Nachthimmel taghell sein, weil es in keiner Sichtrichtung eine sternfreie und damit dunkle Stelle am Nachthimmel geben dürfte. Johannes Kepler führte 1610 den dunklen Nachthimmel als Argument gegen die Vorstellung eines unendlichen Universums an.

Riesige, leere Räume

Für den dunklen Nachthimmel gibt es mehrere Gründe: Erstens ist die Dichte der Sterne nicht überall gleich hoch. Sterne sammeln sich in Galaxien, diese in Galaxienhaufen. Die Räume dazwischen sind leer und riesig groß.

Wenn das Licht zu weit weg ist

Zweitens ist aus heutiger Sicht unser Universum endlich, noch relativ jung und dabei zu wachsen. Deshalb können wir nicht alle Sterne sehen: Ihr Licht ist noch nicht bei uns angekommen - entweder, weil der Stern zu jung oder zu weit weg ist.

Unsichtbares Licht

Drittens entfernen sich viele Sterne durch die Ausdehnung des Universums von uns. Dadurch verschiebt sich die Frequenz ihres Lichts in einen langwelligeren Bereich. Ab einer bestimmten Entfernung ist es für unser Auge unsichtbar - der Stern verschwindet vom Firmament.

Vier Vollmondnächte in einem Monat - wie geht das?

Vier Vollmondnächte in einem Monat

In jedem Monat gibt es eine Vollmondnacht. Und meist auch nur genau eine. Aber im Juli 2015 gab es gleich vier Nächte mit Vollmond. Wie kann das sein?

Blauer Mond

Alle 29,5 Tage ist Vollmond. Ein Monat hat aber meist 30 oder 31 Tage. Daraus ergibt sich, dass hin und wieder in einem Monat der Mond zweimal voll wird: einmal zu Monatsbeginn, das andere Mal am Monatsende. Besonders häufig kommt das nicht vor - durchschnittlich nur alle 2,4 Jahre. Und weil ein zweiter Vollmond im gleichen Kalendermonat so selten ist, wird er "Blauer Mond" genannt.

Vollmond - nur ein Moment

Vollmond ist streng genommen nur ein Moment: Der Augenblick, in dem der Mond auf seiner steten Bewegung um die Erde aus unserer Sicht der Sonne genau gegenüberliegt und voll angestrahlt wird. Dieser exakte Vollmondzeitpunkt ist nicht immer nachts. Beispielsweise war am 2. Juli 2015 um 4.20 Uhr morgens Vollmond.

Doppelte Vollmondnacht, und das zweimal

Als der Mond am Abend des 1. Juli 2015 gegen halb neun Uhr aufging, war seine Scheibe schon zu 99,8 Prozent beleuchtet. Am 2. Juli, dem offiziellen Vollmonddatum, war seine Scheibe abends "nur" noch zu 99,2 Prozent beleuchtet. Für unser Auge schien einfach an beiden Abenden der Vollmond.

Ende Juli geschah noch einmal dasselbe: Am 31. Juli 2015 um 12.37 Uhr war erneut Vollmond. Am Abend des 30. Juli war der Mond schon zu 99,3 Prozent voll, am Abend darauf noch zu 99,7 Prozent. Wir erlebten nochmal zwei Vollmondnächte hintereinander, zum zweiten Mal in dem Monat.

Wie schwer ist die Erde?

Wie entsteht eine Sonnenfinsternis?

Warum ist der Mond manchmal so riesig?

Rätselhaftes Gestirn

Ist überall gleichzeitig Vollmond?

Sie saßen vielleicht auch schon einmal am anderen Ende der Welt, haben den Vollmond bewundert und sich gefragt, wie der Mond wohl gerade bei den Lieben daheim aussieht: Ist er auch voll, ist er halb oder ist er gar nicht da?

Vollmond für alle!

An Vollmond ist Vollmond - überall! Was wir vom Mond sehen, ist seine sonnenbestrahlte Fläche. Während die Erde sich in 24 Stunden einmal um sich selbst dreht, verändert der Mond in dieser Zeit seine Position nur um ein Dreißigstel seiner Umlaufbahn. Das ändert kaum etwas an der Größe der Fläche, die von der Sonne angestrahlt wird. Der Mond sieht gleich aus, egal, wer ihn von welchem Fleck der Erde aus betrachtet.

Der kleine Unterschied

Und doch gibt es einen Unterschied: Natürlich kann man ihn nicht von allen Orten der Welt aus zum exakt gleichen Zeitpunkt sehen. Innerhalb von 24 Stunden sieht er mit ein paar Stunden Zeitunterschied aber von überall aus gleich aus - zumindest in der Form! Nur der Winkel ist nicht derselbe: Es kann zum Beispiel sein, dass die Mondsichel in Australien auf "Bauch" oder "Rücken" liegt, bei uns jedoch auf der Spitze steht.


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