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Wie wirft eine Pflanze ein welkes Blatt ab?

Stand: 02.11.2018

Fragen des Alltags: "Altweibersommer", Frau genießt die Herbstsonne in der Liege | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR

In der Schule lernen wir die kompliziertesten Formeln, aber wer erklärt uns die kleinen, alltäglichen Dinge? Warum ist die Banane krumm? Wieso ist Wasser nass? Wie kommt das Muster ins Fußballfeld? Oft genug fällt selbst Wissenschaftlern die Antwort schwer. Wir haben ein paar der kniffligsten Fragen und überraschendsten Antworten zusammengestellt.

Wie wirft eine Pflanze ein welkes Blatt ab?

Verwelkte Blumenpracht

Jeder kennt es, kaum ist Geburtstag oder Valentinstag vorbei, welken schon die Blumensträuße, und die Blütenblätter segeln eines nach dem anderen auf den Tisch. Doch nicht nur Blütenblätter werden abgeworfen, sondern auch Herbstlaub oder Früchte. Wie steuert das die Pflanze?

Großer Spalt zwischen Stängel und Pflanze

Am Stiel eines Blattes oder der Unterkante eines Blüteblatts ist eine spezielle Zellschicht - ein Trenngewebe. Oben besteht das Gewebe aus Zellen mit schwachen Wänden, unten sind Zellen, die sich zum Beispiel im Herbst ausdehnen. Sie zerstören auf diese Weise die schwachen Wände der oberen Zellen, so entsteht eine saubere Spalte. Sobald die groß genug ist, kann die Pflanze das Blatt oder die Blütenblätter abwerfen. Im Herbst spielt wahrscheinlich auch der Rückgang des grünen Farbstoffs Chlorophyll eine wichtige Rolle für diesen Prozess.

Obst und Gemüse fallen genauso reibungslos

Auch Obst, zum Beispiel Äpfel oder Birnen, wird auf diese Weise von der Pflanze abgetrennt. Es gibt übrigens ein Pflanzenhormon, dass das Abtrennen verhindert. Gärtner verwenden es häufig, damit das Obst nicht zu früh vom Baum abfällt. Derselbe Mechanismus ist es auch, der beim Austrocknen von Blumen in einer Vase dazu führt, dass Blütenblätter abfallen, oder Blüten am Strauch verblühen.

Mechanismus auf molekularer Ebene

Forscher der Universität Missouri in den USA haben nun herausgefunden, wie dieser Abtrennungsprozess genau geregelt wird. Mithilfe von fluoreszierenden Eiweißen in den Blüten haben sie festgestellt, dass dabei zwei spezielle Gene eine große Rolle spielen, die sich gegenseitig verstärken. Je aktiver sie sind, desto schneller wird die Zellschicht am Fuß des Stängels getrennt. Das kann man dann auch sehen - je aktiver die Gene, desto stärker leuchteten dort die Eiweiße. Das ist auch für Landwirte und Blumenzüchter interessant. Denn könnte man diese Genaktivität regeln, wäre das eine weitere Möglichkeit, um zu verhindern, dass Äpfel zu früh abfallen oder der Strauß Blumen nach ein paar Tagen schon wieder alle Blütenblätter verloren hat.

Wenn die Blätter fallen

Wird man weniger nass ...

... wenn man schneller durch den Regen geht?

Wenn es regnet, beschleunigen die meisten Menschen automatisch ihren Schritt. Denn: Wenn man schneller unter das schützende Dach kommt, wird man weniger nass. Oder etwa doch nicht?

Der Versuch

Meteorologen haben im Selbstversuch geklärt, wer mehr Regen abbekommt: eine Person, die gemütlich durch den Regen geht oder jemand, der rennt. Dabei kam heraus: Die Kleidung der langsameren Testperson hat 40 Prozent mehr Nässe aufgesogen, als die der rennenden Person. Man wird also tatsächlich weniger nass, wenn man schneller durch den Regen geht.

Rain Calculator

Der Physiker Doug Craigen hat den "Rain Calculator" entwickelt. Mit dem Programm kann man herausfinden, wie schnell man laufen muss, um möglichst trocken ans Ziel zu kommen. Dabei spielen auch die eigene Statur und die Regengeschwindigkeit eine Rolle. Es gilt: Ein schmaler Mensch wird weniger nass, da er dem Regen eine kleinere Angriffsfläche bietet als eine kräftige Person.

Was ist der Altweibersommer?

Milde Temperaturen

Wenn es im September und Oktober nochmal so richtig angenehm warm wird, dann ist er da: der schöne Altweibersommer. Aber warum heißt er eigentlich so? Ist älteren Damen die milde Herbstsonne so viel lieber als der heiße Sommer? Vielleicht. Aber mit Frauen hat der Altweibersommer dennoch nichts zu tun.

Elfenhaar

Das "weib" im Altweibersommer stammt vom althochdeutschen Verb "weiben", was so viel wie weben oder spinnen heißt. Und bezieht sich auf die vielen Spinnenfäden, die man zu dieser Zeit so oft im Gesicht spürt. Früher dachten die Menschen, dass diese Spinnenfäden Haare von Elfen oder Zwergen seien.

Schnelltransport

Es sind Flugfäden von frisch geschlüpften Jungspinnen. Millionen von ihnen hängen sich an sie an und segeln oft über hunderte Kilometer durch die Lüfte. Eine praktische Methode, um weite Strecken zu überwinden.

Können sich Tiere auch erkälten?

Wild - bei Wind und Wetter draußen

Reh im Schnee

Kaum wird es draußen nass und kalt, fangen die ersten an, die Nase hochzuziehen. Bei uns Menschen ist das ein ungeschriebenes Gesetz. Aber wie ist das bei Wildschweinen, Rehen, Füchsen und Feldhasen? Sie sind bei Wind und Wetter draußen - können auch sie sich erkälten?

Triefnasige Wildtiere

Feldhase im Schnee

Wer bei Wildtieren genauer hinschaut, erkennt: Sie husten, schniefen und haben Triefnasen wie wir. Gerade im Winter, wenn das Futter knapp ist und die Kälte sie quält, ist auch das Immunsystem von Hase, Hirsch und Co. angegriffen. Aber bekommen sie dann tatsächlich eine Erkältung?

Fiese Parasiten

Wildschwein im Schnee

Wenn Wildschweine niesen und husten, sind ihre Lungen von einem Wurm befallen, der Lungenentzündungen hervorruft. Hustende Rehe leiden unter Rachenbremsenlarven: Die Parasiten, die in Nase und Rachenraum nisten, sollen herausgehustet oder -geniest werden.

Flattermann mit Schnupfnase

Enten auf zugefrorenem Teich

Was bei Vögeln wie Schnupfen aussieht und sich durch Schleim in den Nasenlöchern bemerkbar macht, kann Geflügelcholera sein. Diese bakterielle Erkrankung zieht Atembeschwerden und Lungenentzündungen nach sich und kann tödlich enden.

Vogelgrippe

Vogelgrippe in Indien

Vogelgrippe wird durch Influenzaviren hervorgerufen und auch als Geflügelpest bezeichnet. Die Symptome sind anders als die einer Grippe in unserem Sinn: Die Tiere leiden an Schwäche, Fieber, Atembeschwerden, Schwellungen, Durchfall und Bewegungsstörungen. Fast alle erkrankten Tiere sterben.

Warum können Vögel auf Stromleitungen sitzen?

Spannender Sitzplatz

Star auf einer Stromleitung

Vögel sind immer auf der Suche nach dem perfekten Ausblick. Von Stromleitungen aus ist der besonders gut. Doch wie überleben die Vögel das, ohne einen Schlag zu kriegen?

Nur eine Leitung

Die Drähte stehen unter einer hohen Spannung, doch solange die Vögel dabei nur einen einzigen berühren, kann ihnen nichts passieren. Für kleinere Vögel wie Stare oder Schwalben ist das kein Problem.

Tödliche Nähe

Störche oder Bussarde berühren aber schnell mal mit ihren weiten Schwingen zwei Leitungen gleichzeitig. Dann laufen bis zu 220.000 Volt durch den Vogel - eine tödliche Dosis.

Gefährlich ist es auch, wenn Vögel auf einer Leitung sitzen und zur selben Zeit auch den Strommasten berühren: Dann wird eine Erdung hergestellt und der Strom fließt durch den Vogelkörper. Rund 10.000 Vögel sterben so in Deutschland jedes Jahr.

Sicher nachrüsten

Bis 2012 haben die Stromversorger noch Zeit, ihre Strommasten umzurüsten und vogelsicher zu machen. Rund sechzig Zentimeter lange Schutzkappen sollen die Leitungen in der Nähe des Strommastes ummanteln. Eine knifflige Aufgabe: Ohne Helikopter geht das nicht!

Haben Erkältungen einen Sinn?

Schniefnasen-Alarm!

Alle Jahre wieder fangen wir uns in der Winterzeit eine oder mehrere Erkältungen ein. Für die meisten ist das unangenehm und ärgerlich. Doch Forscher sagen: Erkältungen sind auch gut für die Gesundheit!

Viren gibt es schon seit Jahrmillionen

Viren haben zum Beispiel in der Evolution des Immunsystems eine entscheidende Rolle gespielt. Denn sie haben eine Technik entwickelt, um sich selbst unliebsame Viren-Konkurrenz vom Leib zu halten. Das haben sich vor vielen Millionen Jahren Einzeller abgeschaut und so eine erste, rudimentäre Abwehr entwickelt.

Embryos brauchen Viren

Viren sind Weltmeister im Herumreichen und Weiterreichen von Genen. Große Teile des menschlichen Erbguts bestehen aus fossilen Viren, Virenresten oder anderen Virenbestandteilen. Einige sind sogar unentbehrlich für das Überleben von Embryos: Viren setzen das mütterliche Immunsystem zeitweise außer Kraft, sodass der "Fremdkörper" Embryo von der Abwehr der Mutter nicht angegriffen wird, was vor allem zu Beginn der Schwangerschaft wichtig ist.

Erkältungsviren schaden nur ein bisschen

Erkältungsviren schwächen einerseits die Reaktion der Immunzellen und auch die Erkältungssymptome selbst ab. Unsere Nase würde sonst noch stärker laufen. Dreißig bis vierzig Prozent der Infektionen mit Erkältungsviren verlaufen sogar völlig ohne Symptome ab, wir merken gar nicht, dass wir erkrankt sind.

Viren halten das Immunsystem auf Trab

Andererseits aktivieren Erkältungsviren unsere Abwehr, sodass sie in Alarmbereitschaft bleibt und wir uns vor anderen Bedrohungen besser schützen können. Und das tut auch unserem Körper gut, denn der Sparringpartner Erkältungsvirus ist lange nicht so gefährlich wie manch anderer Erreger. Bei Kindern regen Erkältungen übrigens Immunzellen dazu an, bestimmte Hormone auszuschütten, die dazu führen, dass mehr Immungewebe angelegt wird, zum Beispiel in den Lungen, der Nasenschleimhaut oder dem Darm.

Warum niesen wir?

Fieses Kitzeln

Erst kitzelt es in der Nase, dann bricht sich der Nieser seine Bahn. Was treibt uns, laut zu tröten?

Selbstreinigung der Nasenschleimhaut

Wenn wir niesen, befreit sich die Nase von Fremdkörpern wie Blütenstaub, Pollen, Viren oder Bakterien. Gelangen sie in die Nase, reizen sie die Nasenschleimhaut. Der Trigeminusnerv leitet die Reizinformation ans Gehirn weiter. Das Gehirn gibt ein Signal an das Nieszentrum, das im Rückenmark sitzt. Das gibt das Kommando: "Jetzt tief einatmen!". Ein Luftschwall strömt in die Lunge. Die Muskeln im Brustkorb ziehen sich ruckartig zusammen und befördern die Luft samt Fremdkörper nach draußen. Manche Menschen niesen auch, wenn sie in die Sonne sehen. Warum, weiß man nicht genau.

Niesen und niesen lassen

Nase putzen und niesen: Zwei Vorgänge, die auf der Welt ganz unterschiedlich durchgeführt und bewertet werden. In asiatischen Ländern ist es unfein, laut ins Taschentuch zu prusten. Man zieht lieber den Schleim hoch. In unseren Breiten finden viele lautes Niesen derb und versuchen es aus Höflichkeit zu unterdrücken. Das kann ins Auge gehen! Warum eigentlich?

Druck in Orkanstärke

Beim Niesen - wie auch beim Husten - wirken starke Kräfte. "Die Luftgeschwindigkeit kann in etwa Orkanstärke erreichen", sagt Michael Deeg, HNO-Arzt in Freiburg und Pressesprecher des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Wer Nieser unterdrückt, riskiert geplatzte Äderchen im Auge oder Irritationen durch Überdehnungen des Gewebes.

In seltenen Fällen kann es noch schlimmer kommen, wie ein Aufsehen erregender Fall im britischen Leicester zeigt. Ärzte des Krankenhauses Leicester berichten im Fachmagazin "British Medical Journal" von einem 34-jährigen Patienten, der sich beim Niesen Mund und Nase zugehalten hatte. Die Folge: ein Riss in der Rachenmuskulatur und Lufteinschlüsse im Gewebe vom Nacken bis in den Brustkorb, was sich in starken Schmerzen beim Schlucken und ausgeprägten Sprechbeschwerden äußerte. Der Patient musste eine Woche stationär aufgenommen, über eine Nasensonde ernährt und prophylaktisch mit Antibiotika behandelt werden, damit seine Verletzungen ohne Komplikationen heilen. Der Patient hatte noch Glück im Unglück. Durch den unterdrückten Nieser hätte auch sein Trommelfell oder sogar ein Blutgefäß im Gehirn platzen können.

Setzt das Herz beim Niesen kurz aus?

Viele glauben, dass beim Niesen das Herz kurzfristig aussetzt. Eine Sorge, die unbegründet ist, sagt HNO-Arzt Frank Haubner:
"Letztlich ist es so, dass das Herz eine eigene Erregungsleitung hat, die nicht mit dem Niesen in Verbindung steht. Trotzdem ist es so, dass der erhöhte Druck im Brustraum zu einem verminderten Rückfluss vom Blut zum Herzen führen kann und dies empfinden tatsächlich manche Menschen als Unregelmäßigkeit im Herzschlag."

Tröpfchen im Anflug

Wenn wir niesen, stoßen wir Tröpfchen aus. Aber nicht nur das! Die Tröpfchen werden von einer Gaswolke begleitet, die sich sechs bis acht Meter weit ausbreiten kann. Eine Reichweite, die selbst Wissenschaftler überrascht hat und ein Grund wäre, den Ansteckungsschutz in öffentlichen Räumen wie Krankenhäusern, Büros und Flugzeugen anzupassen, zum Beispiel bei den Lüftungssystemen.

Hat man Schnupfen, kann man die Ansteckung für Mitmenschen verringern, indem man in ein Taschentuch oder in die Armbeuge niest. Auf keinen Fall in die Hände, mit denen man dann alles infiziert, was man nach dem Niesen anfasst.

Autofahrer, aufgepasst!

Autofahrer müssen beim Niesen aufpassen: Wir Menschen schließen dabei reflexartig die Augen und fahren fast eine Sekunde lang blind. Bei Tempo 120 kommen wir damit 33 Meter weit. Allergiker sollten beim Autofahren Fenster und Schiebedächer schließen, um einen direkten Kontakt mit Pollen zu vermeiden.

Niesen auch Tiere?

Auch Tiere niesen und befreien so ihre Nasen, Schnauzen und Riechorgane von Fremdkörpern. Unsere Haustiere niesen allerdings ein bisschen anders als wir. Katzen niesen oft mehrmals hintereinander. Hunde wackeln beim Niesen meist mit dem ganzen Körper. Sie können auch noch etwas anderes: rückwärtsniesen. Dabei saugen die Hunde anfallsartig laut röchelnd Luft durch die Nase ein. Das klingt, als ob sie kurzzeitig ersticken. Alarmiert müssen Hundebesitzer aber nur sein, wenn Hunde oft rückwärtsniesen und noch andere Symptome von Atemproblemen zeigen.

Kleine und kurzköpfige Hunderassen sind öfter betroffen. Meist niesen sie rückwärts nach dem Fressen oder Trinken. Tierarzt Rasso Mantel erklärt, dass sich beim Rückwärtsniesen wahrscheinlich das Gaumensegel der Hunde, das Nase und Mundraum trennt, und der Kehldeckel ins Gehege kommen und die Abläufe kurzzeitig nicht mehr funktionieren.

Wenn wir Niesen

Was ist die gefühlte Temperatur?

Gefühlte Temperatur

Im Wetterbericht, im Freundes- und Kollegenkreis ist oft von der sogenannten gefühlten Temperatur die Rede. Da werden in New York aus -15 Grad Celsius plötzlich -30 Grad "gefühlte Temperatur". Und Sie selbst kamen sicherlich auch schon in den Genuss dieses besonderen Fühlens: Wenn das Thermometer zwar +3 Grad versprach, aber es so eiskalt um die Ohren pfiff, dass Sie bibberten und klapperten wie bei -20 Grad.

Ganz offensichtlich weicht die gefühlte Temperatur oft von der tatsächlich gemessenen, objektiven Temperatur ab. Warum ist das so? Und wer stellt sich da eigentlich immer raus und fühlt?

Subjektives Empfinden

Unter der gefühlten Temperatur versteht man die wahrgenommene Umgebungstemperatur, die von unserem subjektiven Wärme- oder Kälteempfinden bestimmt wird. Egal, was das Thermometer anzeigt: Wie warm oder kalt wir es tatsächlich finden, das hängt auch von Wind, Schatten, der Luftfeuchtigkeit und unserer Kleidung ab. In der Sonne und bei hoher Luftfeuchtigkeit fühlt sich die Temperatur höher an, bei trockener Luft und Wind niedriger. "Bei feuchter Luft können wir nicht genügend Schweiß abgeben, weil der Schweiß einfach nicht verdampft, dann findet die äußere Kühlung nicht mehr statt. Bei Wind verdunstet die Feuchtigkeit auf unserer Haut schneller, damit kommt es zu zusätzlicher Kälte", erklärt der Münchner Allgemeinarzt und Tropenmediziner Dr. Nikolaus Frühwein. Die Kälte- und Wärmeempfindlichkeit ist außerdem abhängig von der Durchblutung, der Fettschicht, dem Hormonhaushalt und der Nervenreizbarkeit eines jeden Einzelnen.

Klima-Michel

Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes berechnen das thermische Empfinden täglich mithilfe eines Modells eines standardisierten Menschen: dem sogenannten Klima-Michel. "Er ist männlich, 1,75 Meter groß, wiegt 75 Kilo und ist 35 Jahre alt. Im Sommer hat er nur ein leichtes Hemd an, im Winter kriegt er dann auch richtig dicke Winterkleidung und eine Kopfbedeckung", erklärt Meteorologe Andreas Friedrich. Beim Klima-Michel-Modell werden möglichst viele für den menschlichen Wärmehaushalt relevanten Parameter berücksichtigt, etwa die Lufttemperatur, die Windgeschwindigkeit, die Luftfeuchtigkeit, die Strahlungstemperatur, die Aktivität des Menschen und eben die Wärmeisolation der Kleidung. Die Berechnungen ergeben dann die Temperatur, die der Klima-Michel - der deutsche Durchschnittsmensch - wahrnimmt.

Windchill

Das Klima-Michel-Modell wurde von vielen europäischen Staaten übernommen.

In Amerika misst man die gefühlte Temperatur mit dem sogenannten Windchill-Modell. "Beim Windchill geht überhaupt keine Sonnenstrahlung ein, keine Luftfeuchtigkeit. Da wird nur ausgerechnet, wie stark wirkt jetzt der Wind - vor allem bei negativen kalten Temperaturen - auf den Menschen, wie stark wird die Haut zusätzlich abgekühlt", sagt Meteorologe Andreas Friedrich.

Folgen

Für uns und unsere Gesundheit ist die gefühlte Temperatur wichtiger als die tatsächlich gemessene. Sie bestimmt, wann Warnungen an Alten- und Pflegeheime gehen und bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders geschützt werden müssen. Am besten kleiden und verhalten Sie sich entsprechend dieser Angabe.

Übrigens wäre die gefühlte Temperatur ungefähr gleich der tatsächlich gemessenen, wenn Sie bei einer gemäßigten Temperatur im Schatten spazieren gehen, dabei kaum Wind geht und eine normale Luftfeuchtigkeit herrscht.

Wie kommt das Wasser auf den Berg?

Die Quelle am Berg

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Natur-Siphon

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