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Warum ist Spargel mal grün, mal weiß, mal lila?

Stand: 04.04.2018

Grüner Spargel mit einer Gedankenblase und drei Fragezeichen | Bild: picture-alliance/dpa/Montage: BR

In der Schule lernen wir die kompliziertesten Formeln, aber wer erklärt uns die kleinen, alltäglichen Dinge? Warum ist die Banane krumm? Wieso ist Wasser nass? - Oft genug fällt selbst Wissenschaftlern die Antwort schwer. Wir haben ein paar der kniffligsten Fragen und überraschendsten Antworten zusammen gestellt. Auch für die Rätsel des Alltags gilt: Wer nicht fragt, bleibt dumm ...

Warum ist Spargel mal grün, mal lila, mal weiß?

Spargel in allen Farben

Weißer Spargel übereinandergeschichtet

Das schlanke, edle Gemüse ist ein knappes Gut, nur von April bis 24. Juni (Johannistag) wird Spargel geernet. Angebaut wird er im Gewächshaus oder draußen unter einer dicken Plastikplane. Heraus kommt: weißer Spargel. Oder grüner. Oder lila. Warum sieht Spargel so unterschiedlich aus?

Versteckt im Erdhügel

Weißer Spargel wird geerntet

Weißer Spargel wächst die ganze Zeit unter der Erde heran - senkrecht nach oben. Die Landwirte häufen Erdhügel auf, damit der Spargel nie durch die Krume bricht. Nur dann bleibt er weiß bis in die Spitze. Besonders lecker schmeckt er aber nur, wenn er ganz frisch ist. Das soll man laut Ratgebern am sogenannten Quietsch-Test erkennen können: Wenn man zwei Spargelstangen aneinander reibt, quietscht das. Doch Experten sagen, das ist nur ein ungenauer Test. Denn Spargel quietscht immer noch, selbst wenn er schon drei Tage alt ist.

Durchbruch ans Licht

Lila-blaue Spargelspitzen

Wenn weißer Spargel ein paar Stunden vor der Ernte doch schon Tageslicht erblickt, dann verfärbt sich die Spitze blau-lila. Dem Geschmack tut das aber keinen Abbruch, außer er hat schon angefangen zu blühen. Weil der weiße Spargel edler aussieht, kann man den lila Spargel nicht so teuer verkaufen.

Sonne macht Grün

Grüner Spargel reckt sich in die Höhe.

Wenn Spargel sofort überirdisch wachsen darf, dann wird er grün. Er bildet Chlorophyll. Das macht ihn sogar gesünder als weißen Spargel, weil er im Sonnenlicht mehr Vitamin C und Betacarotin bildet. Er hat auch mehr Spurenelemente und Mineralstoffe.

Spargel im Mittelalter

Spargelstecher aus dem 14. Jahrhundert

Früher gab es sowieso nur grünen Spargel - erst im 18. Jahrhundert entdeckte man, dass man ihn unterirdisch und weiß halten kann. Es gibt Abbildungen aus Norditalien, die schon Spargelanbau im 14. Jahrhundert zeigen.

Ökologischer Fußabdruck beim Spargel

Spargel wächst unter Plastikfolien

Grundsätzlich ist regionaler Spargel ökologisch besser als importierter. Doch auch hierzulande werden immer mehr Ressourcen verbraucht, um den Spargel anzubauen. Das hat zum einen den Grund, die Spargelsaison früher beginnen zu lassen. Darum werden Spargelfelder in der Regel mit schwarzer und weißer Plastikfolie bedeckt - das wirkt wie ein kleines Gewächshaus. Manche Landwirte haben sogar Heizrohre in den Boden verlegt. Im Ruhrgebiet wird Spargel in der Nähe von Braunkohlekraftwerken angebaut, weil die den Boden in ihrer Umgebung mit aufheizen. Gerade früher Spargel hat eine schlechtere Ökobilanz als später Spargel - doch für Spargelbauern kann es das wirtschaftliche Überleben sichern, wenn sie früh im Jahr Spargel verkaufen können. Denn die Verbrauchen haben oft schon im März Lust auf Spargel.

Spargel schießt ins Kraut

Ab 24. Juni wächst Spargel ins Kraut.

Damit sich die Spargelpflanze erholen kann, endet am 24. Juni, am Johannitag, traditionell die Spargelsaison. Jetzt darf die Pflanze bis zum ersten Frost einen nadeligen Busch bilden. Das Spargelkraut wird auch häufig beim Blumenbinden verwendet. In den grünen Blättern sammelt die Pflanze Energie und lagert sie auch in den Wurzeln ein. Die braucht sie, um im nächsten Frühjahr wieder auszutreiben. Grundsätzlich ist der "Spargel" der wiederholte, von Menschenhand regelmäßig unterbrochene Versuch, einen Stamm zu bilden. Sechs Mal in einer Saison kann man das verhindern - doch den siebten Stamm muss ein Landwirt hoch ins Kraut schießen lassen, sonst bekommt man im nächsten Frühjahr keinen neuen Spargel.

Woher weiß die Natur, dass es Frühling ist?

Kalender im Krautgarten?

Uns Menschen reicht ein Blick auf den Kalender und es ist klar: Mitte März ist Frühlingsanfang. Doch woher weiß die Natur, dass es so weit ist?

Kürzere Nächte bringen Pflanzen zum Blühen

Aufs Licht kommt es an - zumindest bei Pflanzen. Die können nämlich mit speziellen Rezeptoren messen, ob die Nächte kürzer werden. Und je länger das Tageslicht auf die Pflanzen scheint, desto mehr Botenstoffe und Hormone werden produziert, die dafür sorgen, dass Pflanzen blühen.

Dem Tode nahe

Siebenschläfer, Igel, Fledermaus und Murmeltier sind typische Winterschläfer. Das heißt, sie fahren im Winter ihren Organismus extrem herunter, ihre Körpertemperatur sinkt ab und auch die Atmung geht zurück. Dabei sparen sie enorm Energie. Im Winterschlaf sind die Tiere dem Tod näher als dem Leben - bewegungslos verbringen sie die Wintermonate, ausgekühlt und erstarrt in einer geschützten Schlafhöhle.

Rückkehr ins Leben

Woher die schlafenden Tiere wissen, dass es Zeit ist, aufzuwachen, gehört noch zu den ungelösten Geheimnissen. Vielleicht sammeln sich über den Winter Stoffwechselprodukte im Körper an oder die steigenden Temperaturen wecken die Tiere auf. Eine volle Blase ist aber sicher nicht der Grund. Das Aufwachen dauert auf jeden Fall mehrere Stunden: Zuerst wird im Körper Fettgewebe verfeuert. Ab einer Körpertemperatur von etwa 15 Grad kommt das Muskelzittern dazu, damit die Tiere möglichst schnell wieder auf Betriebstemperatur kommen.

Auf nach Norden!

Zugvögel haben eine innere Uhr - sie richten sich kaum nach Tageslänge oder Temperatur, wenn sie zurück in den Norden fliegen. Sie ergreift die sogenannte "Zugunruhe" - sogar Singvögel, die in Käfigen gehalten werden, werden von ihr ergriffen. Flugrichtung und Flugdauer sind bei Zugvögeln genetisch festgelegt. Darum kann auch der Klimawandel für die Vögel ein Problem werden, wenn die sich nur nach ihrer inneren Uhr richten - aber die Jahreszeiten durch die Erderwärmung durcheinanderkommen.

Warum singen Vögel im Frühjahr?

Morgendämmerung macht Vögel wach

Seit Frühlingsbeginn hört man sie wieder: Amsel, Drossel, Fink und Star. Manche sind aus Afrika zurück, andere haben hier überwintert - jedenfalls singen sie in aller Herrgottsfrühe wieder aus vollem Hals. Warum eigentlich?

Tierische Frühlingsgefühle

Es geht natürlich um Sex! Die Hormone der Vögel spielen verrückt, die Männchen stecken mit ihrem Gesang ihr Revier ab und betören die Weibchen, die sich dann ihren Favoriten aussuchen dürfen.

Ausdauernder Gesang beeindruckt

Was ist wichtig, um die Vogel-Weibchen zu beeindrucken? Laut ist immer gut, dazu kommen Häufigkeit und Dauer. Damit zeigen die Männchen, dass sie fit und perfekte Vogel-Papas sind. Hilfreich ist auch ein großes Repertoire, über mehrere Strophen sollte so ein Vogel-Liebeslied schon verfügen. Wer dann noch mit einer Tanzeinlage glänzen kann, der hat die Weibchen schon fast um den Finger gewickelt - wenn noch das auffällige Federkleid passt. Denn all das sind Zeichen für eine gute Gesundheit. Ein Vogelmännchen, das offensichtlich von Parasiten gequält wird, hat schlechte Karten bei den Weibchen.

Rotkehlchen

Männliche Rotkehlchen zeigen natürlich gerne ihre roten Federn an der Brust, aber beim Balztanz auch ihre zitternden Federn. Dabei neigen sie sich nach vorne - und zeigen so, dass sie das Weibchen verführen wollen.

Amsel

Die Amseln haben zwar kein auffälliges Federkleid, tanzen dafür für ihre Angebetete einen Tango. Die Schwanzfedern werden aufgefächert, die Flügel rhythmisch gehoben und gesenkt.

Meise

Meisen haben ein auffällig farbiges Federkleid, sie zeigen gerne ihre bunte Brust und schaukeln mit ihren Körpern hin und her. Dann stellt das Männchen die Schwanzfedern auf und trippelt laut singend zur Seite. Wenn das Weibchen um Futter bettelt, ist klar - ein Meisenpärchen hat sich gefunden.

Star

Richtig prächtig sieht auch das Starenmännchen während der Balzzeit aus: Sein metallisch-glänzendes Federkleid beeindruckt fast jedes Weibchen in seiner Nähe.

Fasan

Der Fasan bezaubert natürlich durch seine blauen Federn an Kopf und Hals und den roten Kinnlappen. Er hat Luftsäcke, damit zischt er die Weibchen an und vibriert mit seinen Schwanzfedern.

Spatz

Der Spatz oder Haussperling beeindruckt durch seinen schwarzen Brustfleck, seine helleren Wangen und den dunklen Scheitel. Er lockt seine Angebetete mit einem aufgeplusterten Federkleid und gibt sich ständig verändernde Tschilptöne von sich. Wenn er ein Weibchen von sich überzeugt hat, zeigt er ihr erstmal das fertige Nest. So eine Spatzen-Ehe hält übrigens ein ganzes Vogelleben lang.

Auch Weibchen singen

Übrigens - entgegen allgemeiner Annahme können auch Weibchen Lieder singen und piepsen nicht nur vor sich hin. Zum Beispiel bei den Rotkehlchen, denn die sind keine Zugvögel und verteidigen auch im Winter ein Revier, Männchen wie Weibchen. Bei fast allen tropischen Vögeln ist das genauso.

Wie riecht der Frühling?

"Italienischer Frühlingsmorgen kurz nach dem Regen"

"Ich habe einen Duft gefunden, der mich an einen italienischen Frühlingsmorgen kurz nach dem Regen erinnert", schrieb der Italiener Giovanni Maria Farina im Jahre 1708 aus Köln. Wichtigster Inhaltsstoff dieses Duftes war Bergamotte, eine durch Kreuzung entstandene Zitrusart. Farina kreierte damit das erste Markenparfüm der Geschichte und den erfolgreichsten Duft des 18. Jahrhunderts: das Eau de Cologne.

Zitrone, Bergnarzisse, Veilchen

Für Farina entsprach der Frühling dem Duft der blühenden Pflanzen seiner norditalienischen Heimat: Zitrone, Bergnarzisse, Veilchen. Seine Großmutter hatte ihn schon als Kind damit vertraut gemacht. Und so geht es im Grunde allen Menschen: Der Duft des Frühlings ist für sie das, was ihnen als Kind zu dieser Jahreszeit in die Nase gestiegen ist. Egal, was es war.

Gelernt, nicht geerbt

"Den Frühlingsduft haben die Menschen nicht in den Genen, sondern sie haben ihn erlernt, indem sie jedes Jahr, wenn's Frühling wird, einen bestimmten Duft wahrnehmen", erklärt der Duftforscher Hanns Hatt von der Ruhruniversität Bochum. "Dieser Duft wird verknüpft mit der Aussicht auf Frühling, auf Wärme. Das geschieht schon in der Kindheit."

Globalisierte Frühlingsgefühle

In Deutschland sind es oft bestimmte Blumen, die mit dem Frühling assoziiert werden, weil man sich zu dieser Zeit einen Strauß davon auf den Tisch stellt. "Dabei verbinden wir mit dem Frühling viele Pflanzen, die ursprünglich überhaupt nicht bei uns heimisch waren", erläutert die Biologin Gesche Hohlstein vom Botanischen Garten Berlin. So stammt die Hyazinthe aus Zentralasien - ebenso wie die wohl populärste Frühlingsblume, die Tulpe. Sie gelangte im 16. Jahrhundert über die Türkei nach Deutschland - und dann erst in die Niederlande.

Warme Sonnenstrahlen auf frostigem Boden

Der erste Frühlingsduft unmittelbar nach dem Ende des Winters im März stammt allerdings noch gar nicht von blühenden Veilchen, Narzissen oder Flieder. "Der erste Frühlingsduft beginnt viel früher", sagt Professor Hatt. "Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen den kalten, vielleicht noch gefrorenen Boden treffen, dann wird durch die Wärme Wasser freigesetzt, und die Moose und verrotteten Blätter und all diese Dinge geben aufgrund der höheren Temperatur ihre Duftstoffe in die Luft ab und werden mit dem Wasserdampf hochgerissen in unsere Nase."

Geruch von Moder und Scheuermittel

Das Ergebnis: fauliger Modergeruch! Eigentlich alles andere als angenehm, wie Hatt einräumen muss: "Dieser erste Frühlingsgeruch, wenn man so merkt: 'Ah, jetzt liegt der Frühling in der Luft!', der ist eigentlich gar nicht so toll." Weil das Gehirn die Information aus der Nase aber sofort mit einer angenehmen Erinnerung verknüpft, wird es doch als etwas Positives empfunden. Das kann auch für alle möglichen anderen Gerüche gelten. Wenn Mutter früher bei den ersten Sonnenstrahlen immer den großen Frühjahrsputz gemacht hat, dann kann der Geruch scharfer Scheuermittel ein Leben lang romantische Frühlingsgefühle wecken.

Manchen stinkt der Frühling

Umgekehrt gilt das allerdings auch: Wer die schöne Jahreszeit fürchtet, weil er zum Beispiel Pollenallergiker ist - mit anderen Worten: Wer den Frühling nicht riechen kann - für den duftet er nicht. Er stinkt. Und zwar durchgängig.

Macht Eiseskälte den Stechmücken etwas aus?

Bei Eiseskälte friert alles ein

Frostiger Winter, dauerhaft Temperaturen unter Null Grad, eisiger Wind. Nicht angenehm, aber wenigstens für alle nicht angenehm - also auch für Stechmücken! Die müssten doch auch einfrieren, oder? Das heißt, wenn wir die Eiseskälte aushalten, bekommen wir zur Belohnung wenigstens einen mückenfreien Sommer.

Eingebautes Frostschutzmittel

Falsch gedacht, sagt Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). "Insekten haben so eine Art Frostschutzmittel, um über die Wintermonate zu kommen. Denen ist es völlig egal, ob die Temperaturen minus fünf oder minus zehn Grad oder noch kälter erreichen." So überwintern sie dann in Kellern, auf Dachböden oder im Kaminholzstapel. Einheimische Mücken sind perfekt eingestellt auf Minusgrade. Nur die asiatische Tigermücke hat ein Problem mit der Kälte, aber sie kommt ja ursprünglich auch aus den Tropen Südostasiens.

Milde, feuchte Winter sind schlecht für Mücken

Mücken haben ein Problem, wenn der Winter mild und feucht ist. Denn Pilzsporen lieben so ein Wetter und befallen dann Insekteneier und Larven. Grundsätzlich aber hat das Wetter im Frühjahr den größten Einfluss auf die Sommermücken. Ist es dann warm und regnet viel, dann explodiert die Mückenpopulation. Sechs bis sieben Grad Außentemperatur reichen schon aus, dann werden die Mücken wieder aktiv. "Spätestens Anfang, Mitte Mai ist es für uns wieder schmerzlich spürbar", so die Mückenexpertin Doreen Walther.

Warum können Vögel auf Stromleitungen sitzen?

Spannender Sitzplatz

Star auf einer Stromleitung

Vögel sind immer auf der Suche nach dem perfekten Ausblick. Von Stromleitungen aus ist der besonders gut. Doch wie überleben die Vögel das, ohne einen Schlag zu kriegen?

Nur eine Leitung

Die Drähte stehen unter einer hohen Spannung, doch solange die Vögel dabei nur einen einzigen berühren, kann ihnen nichts passieren. Für kleinere Vögel wie Stare oder Schwalben ist das kein Problem.

Tödliche Nähe

Störche oder Bussarde berühren aber schnell mal mit ihren weiten Schwingen zwei Leitungen gleichzeitig. Dann laufen bis zu 220.000 Volt durch den Vogel - eine tödliche Dosis.

Gefährlich ist es auch, wenn Vögel auf einer Leitung sitzen und zur selben Zeit auch den Strommasten berühren: Dann wird eine Erdung hergestellt und der Strom fließt durch den Vogelkörper. Rund 10.000 Vögel sterben so in Deutschland jedes Jahr.

Sicher nachrüsten

Bis 2012 haben die Stromversorger noch Zeit, ihre Strommasten umzurüsten und vogelsicher zu machen. Rund sechzig Zentimeter lange Schutzkappen sollen die Leitungen in der Nähe des Strommastes ummanteln. Eine knifflige Aufgabe: Ohne Helikopter geht das nicht!

Wo war das Chlorophyll den Winter über?

Explosion in Zartgrün

Kaum sind die frostfreien Nächte vorbei, treiben die Bäume wieder aus: Erst beginnt die Apfel- und Kirschblüte und dann wagen sich die ersten zartgrünen Blätter hinaus ans Licht. Stellt sich die Frage: Wo war das Grün den Winter über?

Baum ohne Chlorophyll

Bis vor einigen Jahren wusste das keiner. Nur eines war klar: Im Herbst verschwinden weltweit jedes Jahr mehr als eine Milliarde Tonnen Chlorophyll aus der Natur. In den abgeworfenen Blättern ist es nicht, aber auch nicht im Stamm oder den Ästen. Es verschwindet scheinbar spurlos.

Schutz vor dem Zelltod

Doch wohin verschwindet es? Wenn die Blätter altern und sich im Herbst gelb und rot verfärben, dann werden die Eiweißstrukturen abgebaut, in denen das Chlorophyll eingebaut ist. Das Problem dabei: Freies Chlorophyll kann immer noch mit dem Sonnenlicht reagieren und dabei aggressiven Sauerstoff produzieren, der die Zellen zerstört.

Gefahrgut-Recycling

Die Lösung: Das Chlorophyll wird ebenfalls in seine Bestandteile zerlegt und in den dicken Stamm und die Äste transportiert. Dort lagert es dann bis zum Frühling.

Wiederaufbau im Frühjahr

Im Frühling transportieren die Bäume die Chlorphyll- und die Eiweißbestandteile zurück in die Blätter und bauen die Komplexe wieder zusammen. Die Fotosynthese kann wieder losgehen, in Zartgrün.

Wie schaffen es Pflanzen, immer Richtung Licht zu wachsen?

Mit Schieflage gen Licht

Jetzt steht das kleine Geldbäumchen schon wieder ganz schief: total Richtung Fenster gebogen! Spätestens alle zwei Tage muss es gedreht werden, damit es einigermaßen gerade wächst. Doch immer wieder setzt es sich durch und schiebt sich in Richtung Fenster. Der Geldbaum will zum Licht. Warum - und wie schafft die Pflanze das?

Mehr Licht, ergiebigere Fotosynthese

So wie es sich bei Topfpflanzen am Fenster beobachten lässt, wachsen alle gesunden Pflanzen immer in Richtung des einfallenden Lichts. Dann können sie mit ihren Blättern möglichst viel Sonnenlicht einfangen und ihren Energiebedarf durch Fotosynthese optimal decken. Diese besondere Bewegung der Pflanzen hat Charles Darwin 1880 erstmals ausführlich beschrieben. Was sie dabei antreibt, das haben Forscher der Technischen Universität München (TUM) zusammen mit Kollegen der Université de Lausanne (UNIL) in der Schweiz jetzt erforscht.

Angetrieben vom Pflanzenhormon Auxin

"Pflanzen krümmen sich in die Richtung des stärksten Lichteinfalls. Sie bewerkstelligen das, indem sich die Zellen des Stamms auf der dem Licht abgewandten Seite verstärkt strecken", erklärt Claus Schwechheimer vom Lehrstuhl für Systembiologie der Pflanzen an der TUM. Diese Form des lichtgerichteten Wachstums nennt man Fototropismus. Die treibende Kraft hinter dieser Zellstreckung ist das Pflanzenhormon Auxin, das konnte das Forscherteam eindeutig klären.

Schleuser bringen Hormon ans Ziel

Auxin wird an der Sprossspitze gebildet und von dort aus von Zelle zu Zelle weitergeleitet. Über viele Zwischenstationen gelangt es so zu seinem Bestimmungsort. Dem Auxinfluss weisen wiederum Proteine den Weg: "Export- und Importproteine schleusen das Auxin aus der Zelle heraus, dann vom Zellzwischenraum wieder in die nächste Zelle, und so weiter - bis es letztlich an seinem Ziel ankommt", erklärt Schwechheimer. Nämlich in den Zellen auf der lichtabgewandten Seite. Die bekommen dank des Hormons Auxin einen Schub, strecken sich - und die Pflanze richtet sich zum Lichtsignal hin aus.

Das Grünzeug macht das also nicht, um uns zu ärgern, sondern um mehr Chlorophyll abzubekommen. Und wenn wir schmackhaftes Essen wittern, bewegen wir uns doch auch gern ein Stück. Geldbäumchen, soll ich dich heute wieder ein bisschen drehen?

Was hat es mit der Frühjahrsmüdigkeit auf sich?

Gähnender Gruß an die Sonne

Kaum erwachen die Tiere aus dem Winterschlaf, fangen wir Menschen ab März das Gähnen an. Doch was ist das eigentlich, Frühjahrsmüdigkeit?

Aufwachen nach dem "kleinen Winterschlaf"

So ganz genau ist die Frühjahrsmüdigkeit noch nicht erforscht, aber eines ist klar: Sie kommt nur in den geografischen Lagen vor, in denen es einen großen Unterschied in der Tageslänge von Winter und Sommer gibt. Wahrscheinlich hat das Ganze damit zu tun, dass sich unser Körper langsam vom Wintermodus auf den Sommermodus umstellt. Mit den längeren Tagen wird unser Hormonhaushalt durcheinandergewirbelt und manchmal springt der zurück von "Sommer" auf "Winter" - das macht müde.

Auch Tiere sind frühjahrsmüde

Übrigens können auch Tiere frühjahrsmüde sein: Hundebesitzer und Zoodirektoren beobachten zwischen März und April vermehrt gähnende Vierbeiner.

Warum ist Gähnen ansteckend?

Es zuckt im Kieferknochen

Wir müssen es nur von Weitem sehen und schon zuckt es in den Kieferknochen. Da hilft kein Zähnezusammenbeißen mehr: Ein herzhaftes Gähnen reißt uns den Mund auf. Warum ist es so ansteckend?

Lebenswichtiger Reflex

Bei Müdigkeit sinkt die Sauerstoffzufuhr ins Gehirn. Das tiefe Einatmen beim Gähnen erhöht sie wieder. Gähnen ist also lebenswichtig. Aber warum ist es ansteckend? Das verdanken wir unserer Fähigkeit, Gefühle anderer mitzuempfinden. Für unsere Vorfahren war die Ansteckung wichtig: Die ganze Horde sollte sich gleichzeitig zur Ruhe begeben.

Zwei Kröten im Wasser | Bild: Bayerischer Rundfunk zum Video Die Abendschau hakt nach Woher kennen Kröten die Richtung?

Erst wenn nachts die Temperaturen über fünf Grad steigen, beginnt die berühmte Krötenwanderung, es ist also noch etwas Zeit. Doch wir fragen uns schon jetzt: Woher wissen die Tiere wo's langgeht und warum ist der Hinweg gefährlicher als der Rückweg? [mehr]

Warum ist der Himmel blau?

Eigentlich ist er ja schwarz

Die Bilder aus dem Weltall zeigen es: Eigentlich ist der Himmel ja schwarz. Warum erscheint er uns auf der Erde als blau?

Gestreutes Sonnenlicht

Das weiße Licht der Sonne besteht aus rotem, blauem und grünem Licht. Trifft das kurzwellige blaue Licht auf die Luftmoleküle unserer Atmosphäre, wird es herausgefiltert und weit gestreut, die anderen Lichtfarben dagegen nicht. Das ist die so genannte Rayleigh-Streuung: Das weit gestreute Blau gibt unserem Himmel seine Farbe.

Warum entladen sich Handy-Akkus bei Kälte?

Speicherkapazität sinkt bei Kälte

Sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, gibt der Smartphone-Akku eher auf. Schuld daran ist die Chemie der Lithium-Ionen-Akkus: Je kälter es ist, desto langsamer laufen die elektrochemischen Prozesse in ihrem Inneren ab, erläutert der Batterieforscher Holger Althues vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahlentechnik in Dresden.

Kälte lässt die Spannung sinken

Genauer gesagt: Die Elektrolytflüssigkeit läuft bei Minusgraden zäher. Die Lithium-Ionen können sich so nicht mehr schnell genug von Kathode zu Anode bewegen. Dadurch nimmt der Innenwiderstand zu. Der Akku braucht jetzt viel Strom. Die Spannung nimmt durch die Kälte aber stetig ab. Bevor die Akku-Kapazität endgültig erschöpft ist, schaltet sich das Smartphone vorsorglich selbst aus - eine reine Schutzmaßnahme, um Schäden am Akku zu verhindern.

Elektroautos bei Kälte - auch sie machen eher schlapp

Ähnlich ist es bei Elektroautos: Auch sie machen in der Kälte aus dem gleichen Grund schlapp. Beruhigend ist allerdings: Sobald sich der Akku - egal, ob vom Smartphone oder Elektroauto - wieder aufwärmt, hat er genauso viel Speicherkapazität wie vorher.

Haben Erkältungen einen Sinn?

Schniefnasen-Alarm!

Alle Jahre wieder fangen wir uns in der Winterzeit eine oder mehrere Erkältungen ein. Für die meisten ist das unangenehm und ärgerlich. Doch Forscher sagen: Erkältungen sind auch gut für die Gesundheit!

Viren gibt es schon seit Jahrmillionen

Viren haben zum Beispiel in der Evolution des Immunsystems eine entscheidende Rolle gespielt. Denn sie haben eine Technik entwickelt, um sich selbst unliebsame Viren-Konkurrenz vom Leib zu halten. Das haben sich vor vielen Millionen Jahren Einzeller abgeschaut und so eine erste, rudimentäre Abwehr entwickelt.

Embryos brauchen Viren

Viren sind Weltmeister im Herumreichen und Weiterreichen von Genen. Große Teile des menschlichen Erbguts bestehen aus fossilen Viren, Virenresten oder anderen Virenbestandteilen. Einige sind sogar unentbehrlich für das Überleben von Embryos: Viren setzen das mütterliche Immunsystem zeitweise außer Kraft, sodass der "Fremdkörper" Embryo von der Abwehr der Mutter nicht angegriffen wird, was vor allem zu Beginn der Schwangerschaft wichtig ist.

Erkältungsviren schaden nur ein bisschen

Erkältungsviren schwächen einerseits die Reaktion der Immunzellen und auch die Erkältungssymptome selbst ab. Unsere Nase würde sonst noch stärker laufen. Dreißig bis vierzig Prozent der Infektionen mit Erkältungsviren verlaufen sogar völlig ohne Symptome ab, wir merken gar nicht, dass wir erkrankt sind.

Viren halten das Immunsystem auf Trab

Andererseits aktivieren Erkältungsviren unsere Abwehr, sodass sie in Alarmbereitschaft bleibt und wir uns vor anderen Bedrohungen besser schützen können. Und das tut auch unserem Körper gut, denn der Sparringpartner Erkältungsvirus ist lange nicht so gefährlich wie manch anderer Erreger. Bei Kindern regen Erkältungen übrigens Immunzellen dazu an, bestimmte Hormone auszuschütten, die dazu führen, dass mehr Immungewebe angelegt wird, zum Beispiel in den Lungen, der Nasenschleimhaut oder dem Darm.

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