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Nordische Kombination Die Medaillensammler als Sorgenkinder

Die Zeiten, in denen Eric Frenzel und Johannes Rydzek der Konkurrenz davonflogen, sind vorbei. Ausgerechnet im Olympia-Jahr befinden sich die beiden Nordischen Kombinierer in einer Minikrise. Aber es gibt auch Lichtblicke im deutschen Team.

Von: Lutz Bäucker

Stand: 02.02.2018

Eric Frenzel und Johannes Rydzek | Bild: picture-alliance/dpa

Fabian Rießle kann das ganze Gerede von einer Krise im deutschen Kombiniererteam nicht verstehen. Denn er ist so gut wie noch nie in seiner Karriere: Aktuell ist der 27-Jährige die Numer eins im Team von Bundestrainer Hermann Weinbuch. "Im Moment bin ich zufrieden - kurz vor Weihnachten ist der Knoten geplatzt", sagt Rießle.

Und auch der junge Vinzenz Geiger kann im Moment über seine Form nicht klagen. Der Oberstdorfer ist zuletzt in Seefeld zur Nummer zwei aufgestiegen. So richtig fassen kann der 20-Jährige seinen Erfolg noch nicht: "Ich hab' einfach mein Zeug gemacht - und dann hieß es auf einmal, dass ich zu Olympia fahre!"

Mini-Krise bei Frenzel und Rydzek

Zwei Kombinierer, die vorher kaum jemand auf der Rechnung hatte, zählen plötzlich zu den Medaillenkandidaten für Pyeongchang. Zwei andere dagegen springen zu kurz und laufen neben der Spur. Da ist zum einen Kombi-König und Olympiasieger Eric Frenzel und zum anderen Vielfach-Weltmeister Johannes Rydzek. Doch der will sich nicht verrückt machen: "Je mehr wir uns einen Kopf machen, umso mehr verkrampfen wir - und dann wird die Krise vielleicht doch größer."

Die Medaillensammler als Sorgenkinder. Das Problem liegt vor allem auf der Schanze. Frenzel kommt nicht in die nötige Hocke, Rydzek verpasst regelmäßig den Absprung. Co- und Sprungtrainer Ronnie Ackermann bleibt noch ruhig. Aber er weiß, woran in diesen Tagen gearbeitet werden muss: "Wir machen keine großen Fehler. Das einzige was uns noch fehlt, ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Die Selbstverständlichkeit ist uns verloren gegangen."


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