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Tennis in Wimbledon Nervenstarke Kerber zieht ins Finale ein

Angelique Kerber ist mit einer abgeklärten Leistung zum zweiten Mal ins Finale in Wimbledon eingezogen. Die 30-Jährige aus Kiel gewann ihr Halbfinale gegen die riskant agierende Lettin Jelena Ostapenko mit 6:3 und 6:3.

Stand: 12.07.2018

Die 30-Jährige kann als erste Deutsche seit Steffi Graf das Rasen-Turnier in Wimbledon gewinnen. 22 Jahre nach dem letzten Titel ihres Idols beim berühmten Rasenturnier zog Kerber in London zum zweiten Mal nach 2016 ins Endspiel ein. Mit ihrer überzeugenden Konstanz, Geduld und Erfahrung setzte sich die 30-Jährige im Halbfinale gegen die zu fehlerhaft agierende Lettin Jelena Ostapenko durch und gewann mit 6:3, 6:3 in gerade einmal 68 Minuten.

"Es ist so ein großartiges Gefühl, wieder im Finale zu sein. Ich bin wirklich begeistert. Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe", sagte Kerber nach dem Duell. "Ich bin wirklich glücklich und stolz, dass ich wieder in einem Grand-Slam-Finale bin. Dafür habe ich seit der Kindheit gearbeitet."

Mühevoller erster Satz

Auf dem nicht komplett gefüllten Centre Court war es für Kerber zunächst schwer, ihren Rhythmus zu finden. Die frühere Weltranglisten-Erste präsentierte sich zunächst nicht mit dem Selbstbewusstsein, das sie als Australian-Open- und US-Open-Siegerin von 2016 haben könnte. Bei 2:3 sah sich die Linkshänderin erstmals mit einem Breakball konfrontiert, wehrte ihn aber mit einem Ass ab. Kerber blickte danach hadernd zu ihrem Trainer Wim Fissette in die Box. Prompt gelang ihr darauf das erste Break der Partie, mit 4:3 lag sie erstmals vorn. Mit ihrem zweiten Ass holte sich die Schleswig-Holsteinerin das 5:3. Nach 34 Minuten war die Hälfte geschafft.

Klare Führung und ein kurzes Zittern am Ende

Ostapenko hatte zuvor noch keinen Satz abgegeben. In einem lange Zeit einseitigen zweiten Satz lag Kerber schon 5:1, 30:0 in Führung. Doch die neun Jahre jüngere Ostapenko gab nicht auf und kämpfte unverdrossen weiter. Kerber musste zittern, doch dann verwandelte sie ihren zweiten Matchball.

Finale gegen Görges oder Williams

Ihre Finalgegnerin wird im Duell zwischen Julia Görges und der siebenmaligen Wimbledonsiegerin Serena Williams ausgespielt. Siegt die Wahl-Regensburgerin, würde es erstmals seit 1931 zu einem deutschen Wimbledon-Endspiel bei den Damen kommen.

Kerber erst die fünfte Deutsche im Finale von Wimbledon

Die Kielerin ist erst die fünfte deutsche Tennisspielerin, die es beim berühmtesten Rasenturnier der Welt ins Finale geschafft hat. Den Anfang machte 1931 Cilly Aussem, die in einem deutschen Tennis-Finale Hilde Krahwinkel 6:2, 7:5 bezwang. Ende der 80er Jahre startete Steffi Graf ihre Siegesserie an der Church Road.

  • Cilly Aussem 1931 Sieg gegen Hilde Krahwinkel
  • Hilde Krahwinkel* 1936 Niederlage gegen Hull Jacobs
  • Steffi Graf 1987 Niederlage gegen Martina Navratilova, 1988 Sieg gegen Navratilova, 1989 Sieg gegen Navratilova, 1991 Sieg gegen Gabriela Sabatini, 1992 Sieg gegen Monica Seles, 1993 Sieg gegen Jana Novotna, 1995 Sieg gegen Arantxa Sánchez-Vicario, 1996 Sieg gegen Sánchez-Vicario, 1999 Niederlage gegen Lindsay Davenport
  • Sabine Lisicki 2013 Niederlage gegen Marion Bartoli
  • Angelique Kerber 2016 Niederlage gegen Serena Williams

* Hilde Krahwinkel hieß nach ihrer Heirat Hilde Krahwinkel-Sperling


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