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Halbfinaleinzug in Wimbledon Julia Görges feiert Karriere-Highlight

Die Wahl-Regensburgerin Julia Görges und Angelique Kerber stehen im Halbfinale Tennisturniers in Wimbledon. Zwei deutsche Spielerin in einem Grand-Slam-Finale - das gab's zuvor erst zwei Mal seit der Einführung des Profitennis.

Stand: 11.07.2018

Julia Görges ballt nach dem Viertelfinalsieg in Wimbledon die Faust | Bild: dpa-Bildfunk/Tim Ireland

Mit dem Einzug ins Halbfinale der All-England-Championships in Wimbledon hat Julia Görges den nächsten Schritt gemacht. Schon zu Beginn des Jahres, bei den Australian Open in Melbourne, galt die 29-Jährige als Geheimfavoritin, scheiterte jedoch in der zweiten Runde. Nun schlug in London ihre nächste große Stunde. Durch einen 3:6, 7:5, 6:1-Erfolg gegen die Niederländerin Kiki Bertens erreichte sie das Halbfinale und damit den größten Erfolg ihrer Karriere.

Historisches Halbfinale

Zuvor war bereits Angelique Kerber durch einen 6:3, 7:5-Sieg gegen die Russin Darja Kassatkina ins Halbfinale eingezogen. Zwei deutsche Halbfinalistinnen bei einem Grand-Slam-Turnier hatte es in der 50-jährigen Geschichte des Profitennis nur 1990 bei den Australian Open und 1993 bei den French Open gegeben. In Wimbledon war dies in 134 Jahren Tennis nur 1931 der Fall, als Cilly Aussem und Hilde Krahwinkel sogar das Endspiel bestritten. Kerber trifft im Halbfinale auf die Lettin Jelena Ostapenko, Görges auf die frühere Weltranglistenerste Serena Williams.

Görges auf dem Weg nach oben

Elf Turniersiege hat Görges bisher vorzuweisen, darunter die WTA-Turniere in Moskau (Oktober 2017) und Auckland (Januar 2018). Dazu kommen weitere acht Finalteilnahmen. Mehr als sieben Millionen Dollar Preisgeld spielte die aus dem schleswig-holsteinischen Bad Oldesloe stammende Fedcupspielerin bisher ein. Ihre beste Platzierung in der Weltrangliste erreichte sie im Februar mit Rang zehn. Woanders würde das ausreichen, um als ganz große Tennisspielerin zu gelten. In Deutschland nicht.

Radikaler Schnitt brachte den Erfolg

Mit Kerber, die seit ihrem zeitweiligen Sprung auf Platz eins der Weltrangliste, alle Aufmerksamkeit auf sich zog, ist Görges längst auf Augenhöhe. Begonnen hat ihr Aufschwung 2015, als sie einen radikalen Schnitt vollzog, nach Regensburg umsiedelte und ihr gesamtes Trainerteam auswechselte. Inzwischen sagt Görges von sich selbst, dass sie auf dem Platz ein anderer Mensch sei, als noch vor 2015: fokussierter, ehrgeiziger, genussvoller.

Grand Slams: Im Achtelfinale war bisher immer Schluss

Bei Grand-Slam-Turnieren war für Görges bisher nie mehr als der Achtelfinaleinzug drin (zuletzt bei den US Open 2017). In Wimbledon hat sie das jetzt endgültig getoppt.

Julia Görges' Weg ins Wimbledon-Halbfinale

1. Runde: 6:4, 7:6 gegen Monica Puig (Puerto Rico)
2. Runde: 6:2, 3:6, 6:2 gegen Wera Lapko (Weißrussland)
3. Runde: 7:6, 3:6, 10:8 gegen Barbora Strycova (Tschechien)
Achtelfinale: 6:3, 6:2 gegen Donna Vekic (Kroatien)
Viertelfinale: 3:6, 7:5, 6:1 gegen Kiki Bertens (Niederlande)


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