Sport - Olympia


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Silber für DEB-Auswahl Knappe Final-Niederlage in der Verlängerung

Die deutschen Eishockey-Cracks mit elf bayerischen Spielern haben ein denkwürdiges Olympia-Finale knapp verloren. Nach dem hoch dramatischen 3:4 in der Verlängerung gegen die Olympischen Athleten aus Russland bleibt es bei der zuvor bereits perfekten Silbermedaille.

Stand: 25.02.2018

25.02.2018, Südkorea, Gangneung: Olympia, Eishockey, Herren, Finale, OAR - Deutschland, Gangneung-Hockey-Zentrum: Nikita Gussew (97) vom Team Olympische Athleten aus Russland (OAR)setzt sich gegen Dominik Kahun (72) und Goalie Danny aus den Birken aus Deutschland durch und trifft zum 3:3. Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Die deutsche Nationalmannschaft beendet ihr Olympia-Märchen in Pyeongchang mit Silber. Das Team von Bundestrainer Marco Sturm aus Landshut unterlag gegen den großen Favoriten in einem wahren Eishockey-Krimi unglücklich mit 3:4 (0:1, 1:0, 2:2, 0:1) nach Verlängerung.

Größter olympischer Erfolg

Nach den historischen Siegen gegen Weltmeister Schweden und Rekord-Olympiasieger Kanada verpasste die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) die größte Sensation in der Eishockey-Geschichte knapp, feierte aber ihren größten olympischen Erfolg.

"Solch ein Spiel gibt es nur einmal im Leben. Diese Jungs haben es so weit geschafft. Leider haben sie sich nicht das Gold geschnappt. Wir waren eben tatsächlich mehr frustriert als glücklich. Aber es war ein weiteres großartiges Spiel. Meine Spieler haben wieder Charakter gezeigt, sie sollten sehr stolz auf sich sein. Sie bringen Silber mit. Spätestens, wenn sie zu Hause mit Silber aufwachen, werden sie verdammt stolz sein."

Bundestrainer Marco Sturm

55,5 Sekunden fehlten zum Triumph

Felix Schütz (30.), Dominik Kahun (54.) und Jonas Müller (57.) erzielten die Tore für die deutsche Mannschaft, die mit Silber die bislang besten Olympia-Ergebnisse übertraf: 1932 und 1976 hatte Deutschland jeweils Bronze gewonnen. Wjatscheslaw Wojnow (20.) und Nikita Gusew (54./60.) trafen in der regulären Spielzeit für den Rekordweltmeister.

Entscheidung im Powerplay

Kirill Kaprisow sorgte in der 70. Minute in der Überzahl für die Entscheidung. Russland, wegen des Staatsdopings vor vier Jahren in Sotschi als Olympische Athleten aus Russland angetreten, gewann zum ersten Mal seit 1992 wieder Olympia-Gold. Mit dem neunten Triumph zog die Sbornaja mit Kanada gleich.

Niederbayer Sturm der Vater des Erfolgs

Seinen Platz in den Sportgeschichtsbüchern hat Marco Sturm mit 39 Jahren bereits sicher. Ein ganz Großer des deutschen Sports war der gebürtige Dingolfinger mit seinen 1006 NHL-Spielen schon vor den Winterspielen in Südkorea. Nun wird er auf ewig mit dem Wunder von Pyeongchang genannt werden. Das wäre ohne den deutschen Rekordspieler der nordamerikanischen Profiliga nicht möglich gewesen. Sturms Vertrag ist inzwischen bis 2022 verlängert, die Spieler überschlagen sich mit Lob. "Er kann alle Spieler motivieren und begeistern. Man merkt seinen Ehrgeiz. Genau so etwas brauchen wir", sagte der erfahrene Stürmer Patrick Reimer. "Er hat ein gutes System installiert, hat einen guten Staff, die Mischung stimmt einfach", resümiert Christian Ehrhoff.

Die bayerischen Silbermedaillen-Gewinner

Danny aus den Birken (EHC München), Daryl Boyle (EHC München), Yasin Ehliz (Ice Tigers Nürnberg), Patrick Hager (EHC München), Dominik Kahun (EHC München), Brooks Macek (EHC München), Frank Mauer (EHC München), Leonhard Pföderl (Ice Tigers Nürnberg), Timo Pielmeier (ERC Ingolstadt), Patrick Reimer (Ice Tigers Nürnberg), Yannic Seidenberg (EHC München).


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