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Scharfe Kritik Rummenigge: "DFB durchsetzt von Amateuren"

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat das Krisenmanagement des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach dem WM-Debakel scharf kritisiert und die Verbandsführung als Amateure abgekanzelt. Namentlich nannte er BFV-Präsident Rainer Koch.

Stand: 20.07.2018

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender FC Bayern München | Bild: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

"Ich stelle fest, dass beim DFB komplett Amateure das Geschehen übernommen haben. Und da spielen natürlich auch Koch und viele Landesfürsten eine Rolle", sagte Rummenigge am Rande der Eröffnung einer Sonderausstellung in der FC Bayern-Erlebniswelt. Seine Kritik wollte er aber ausdrücklich nicht als Rücktrittsforderung an DFB-Präsident Reinhard Grindel verstanden wissen.

"Mir fehlt die Fußballkompetenz"

Trotzdem zog er ordentlich gegen den Verband vom Leder: "Ich bin ein Stück irritiert und auch erstaunt über das, was man beim DFB so als Krisenbewältigung versteht, weil mir da so ein bisschen die Fußballkompetenz fehlt." Er fühle sich an das Jahr 2000 erinnert, als die Nationalmannschaft bei der EM schon in der Vorrunde gescheitert war.

"Mir fehlt da ein bisschen im Moment einfach die klare professionelle Handhabung der Krisenbewältigung. Es wundert mich allerdings auch nicht, weil der DFB ist eigentlich nur noch durchsetzt von Amateuren", sagte Rummenigge. Dies dürfte auch bei Bundestrainer Joachim Löw und Nationalteammanager Oliver Bierhoff Gehör finden. Sie arbeiten derzeit in Frankfurt das WM-Desaster mit dem Vorrundenaus auf. Dabei ist dort auch BFV-Präsident Koch. An der Spitze des DFB steht Reinhard Grindel.

Lahm könnte für mehr Professionalität sorgen

Weltmeisterkapitän Philipp Lahm traut Rummenigge eine tragende Rolle im DFB zu: "Ich halte Philipp Lahm und seinen Berater Roman Grill als perfekt passend für den DFB, weil Philipp diese Qualität hat, möglicherweise für einen Verband zu arbeiten. Das wäre vielleicht eine interessante Lösung." Der Bayern-Boss könnte sich für den langjährigen Bayern-Spieler und Kapitän der Weltmeisterelf von 2014 zum Beispiel eine Stelle als Vizepräsident vorstellen, "um dem Präsidium ein Stück mehr Professionalität zu geben."


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