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DFB-Stellungnahme DFB bedauert Özil-Rücktritt und räumt Fehler ein

Der DFB bedauert den Abschied des Mittelfeldspielers aus der Nationalmannschaft. Zugleich weist der Verband in seiner Stellungnahme den von Mesut Özil erhobenen Vorwurf des Rassismus zurück. Im Umgang mit dem Fall räumt der DFB aber auch Fehler ein.

Stand: 23.07.2018

ARCHDer neugewählte DFB-Präsident Reinhard Grindel blickt nach seiner Wahl beim Außerordentlichen DFB-Bundestag in Frankfurt am Main (Hessen) vor dem DFB-Logo in die Runde.  | Bild: dpa-Bildfunk/Arne Dedert

Der DFB "bedauert den Abschied" Özils und wolle seine "erfolgreiche Integrationsarbeit weiter konsequent und aus tiefer Überzeugung" fortsetzen. Der Verband bedankt sich bei Özil für dessen Einsatz. "Er hat eine erfolgreiche Ära mitgeprägt, auf und gerade auch neben dem Platz. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass Deutschland 2014 in Brasilien Weltmeister geworden ist", heißt es. Neben DFB-Präsident Grindel belobigt auch Vizepräsident Rainer Koch "den großen Anteil Özils an den überragenden sportlichen Erfolgen der deutschen Nationalmannschaft im letzten Jahrzehnt."

Allerdings: "Dass der DFB mit Rassismus in Verbindung gebracht wird, weisen wir (...) in aller Deutlichkeit zurück", heißt es in der Stellungnahme weiter. Der DFB hätte sich "gefreut, wenn Özil (...) weiter Teil des Teams hätte sein wollen". Dies unterstreicht auch DFL-Präsident Reinhard Rauball: "Es ist in keiner Weise hinnehmbar, wenn der DFB und seine Spitze pauschal in Zusammenhang mit Rassismus gerückt werden. Diese Unterstellungen gilt es, mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen." DFB-Vizepräsident Rainer Koch weist ebenfalls alle Rassismus-Vorwürfe weit von sich: "Mit Nachdruck sind Angriffe gegen die DFB-Spitze zurückzuweisen, die die umfassende, seit vielen Jahren geleistete Integrationsarbeit des DFB und seiner über 25.000 Fußballvereine in Frage stellen und den DFB mit Rassismus in Verbindung bringen", schreibt er auf seiner Facebookseite.

Selbstkritik und zugleich Rechtfertigung

Dass der Umgang mit den umstrittenen Bildern, die Özil mit dem türkischen Präsidenten Recep Erdogan zeigen, auch Fragen aufgeworfen hat, die der DFB nicht beantwortet hatte, räumte der Verband "selbstkritisch ein". Ergänzend heißt es in der Erklärung: "Und dass Mesut Özil das Gefühl hatte, als Ziel rassistischer Parolen gegen seine Person nicht ausreichend geschützt worden zu sein, wie es bei Jerome Boateng der Fall war, bedauern wir."

Trotzdem wehrt sich der DFB auch gegen die geäußerte Kritik: "Es gehört für uns als Verband auch zum respektvollen Umgang mit einem verdienten Nationalspieler, dass wir manche für uns in Ton und Inhalt nicht nachvollziehbare Aussage in der Öffentlichkeit unkommentiert lassen." Einen Schritt weiter geht der Präsident der Deutschen Fußballiga. Laut Rauball "lässt die Abrechnung von Mesut Özil schießt aber über jedes nachvollziehbare Maß hinaus und lässt keinerlei Selbstkritik erkennen". Der DFB-Vizepräsident betonte nochmals, "dass er ein klares Bekenntnis zu den Grundwerten unseres Landes von jedem Spieler erwarte, der für Deutschland spielt".


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