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DFB-Pokalfinale der Frauen Bayern-Frauen gegen "die Beste der Welt"

Die Fußballfrauen des FC Bayern treffen im DFB-Pokalfinale auf Titelverteidiger VfL Wolfsburg. Die Münchnerinnen sind der Underdog - auch weil bei Wolfsburg die derzeit vermeintlich stärkste Offensivspielerin der Welt im Sturm wirbelt.

Stand: 17.05.2018

Spielszene VfL Wolfsburg - FC Bayern München aus der Bundesliga | Bild: imago/regios24

"Ich will die Beste der Welt sein", sagt die 25-jährige Pernille Harder nicht unbescheiden. Die Dänin in Diensten des VfL Wolfsburg ist mit 17 Treffern nach 20 Partien auf Kurs, erstmals Bundesliga-Torschützenkönigin zu werden. Nach ihrem Wechsel nach Wolfsburg Anfang 2017 holte sie umgehend das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg, in dieser Saison ist sogar das Triple drin - ein Sieg am Samstag (Anstoß 15.00 Uhr) gegen den FC Bayern vorausgesetzt. Die Meisterschaft sicherte sich Wolfsburg bereits vorzeitig am drittletzten Spieltag, nach dem Pokalfinale steht am 24. Mai noch das Champions-League-Endspiel gegen Titelverteidiger Olympique Lyon auf dem Programm.

Doch es ist nicht nur die Offensive, die den VfL in dieser Saison so unschlagbar erscheinen lässt. In der gesamten Rückrunde musste die Wolfsburger Defensive um Nationaltorhüterin Almuth Schult noch keinen Gegentreffer hinnehmen. Logisch, dass der VfL und Harder optimistisch ins Pokalfinale gehen - nicht ganz uneigennützig: "Wenn ich mit meiner Mannschaft keine Titel gewinne, bekomme ich auch keine individuelle Anerkennung", sagt die Dänin auf ihrem Weg zur besten Spielerin der Welt.

"Pernille zählt zu den komplettesten Offensivspielerinnen, die es momentan im Frauenfußball gibt. Sie hat Weltklasseformat und spielt zusätzlich zu ihrer individuellen Klasse extrem mannschaftsdienlich."

Wolfsburg-Sportchef Ralf Kellermann über Harder

Optimismus bei Außenseiter FC Bayern München

Logisch, dass die FC-Bayern-Frauen besonders motiviert in das Duell gehen, um dem haushohen Favoriten - in der Bundesliga gewann der VfL das Hinspiel 3:1, das Rückspiel in München findet am 27. Mai statt - zumindest einen Titel wegzuschnappen. Optimismus ist da, wenn man die Aussagen von Sara Däbritz, Fridolina Rolfö und Jill Roord auf der Homepage der FCB-Frauen liest.

Sara Däbritz

"Am Samstag wird es einen absolut harten Kampf geben. In so einem Spiel muss man – werden wir über unsere Grenzen gehen und alles aus uns herausholen. Ich glaube fest an unsere Mannschaft, an unsere Stärken und daran, dass wir am Samstag den Pokal gewinnen können", sagt Mittelfeldspielerin Sara Däbritz. Dafür braucht's vor allem eines: eine starke Teamleistung. "Unsere größte Stärke ist der Teamspirit", sagt Däbritz.

Die besten Torschützinnen der Bayernfrauen in der laufenden Bundesligasaison, Rolfö und Däbritz, kommen zusammen auf 15 Saisontore (8+7), Stürmerin Mandy Islacker, vor Harder zwei Mal Torschützenkönig und vor der Saison aus Frankfurt zurückgekehrt, steuerte weitere sechs Treffer bei. Die Stärke der Bayernfrauen ist gleichzeitig die Schwäche: eine echte Goalgetterin gab's in dieser Saison nicht - aber im starken Kollektiv trafen zahlreiche Spielerinnen. Auch Roord war sechs Mal erfolgreich.

Jill Roord

"Ja, wir haben eine sehr gute Mischung verschiedener Qualitäten und Talente. Es gleicht sich bei uns perfekt aus zwischen kreativen Köpfen, einer sehr sicheren Abwehr sowie physisch extrem starken Spielerinnen", sagt Roord: "Wir haben auf allen Positionen alle nötigen Fähigkeiten. Und am wichtigsten ist, was Sara schon gesagt hat: Wir sind ein Team. Die Stimmung in der Mannschaft ist großartig und wir sind alle absolut bereit, füreinander zu kämpfen." Roord weiß jedenfalls, wie man gegen Überfliegerin Harder bestehen kann. Im EM-Finale im vergangenen Jahr gewann sie mit den Niederlanden gegen Harders Däninnen.

Die Sportschau im Ersten überträgt das DFB-Pokalfinale der Frauen am Samstag ab 14.45 Uhr live. Im Hörfunk hören Sie die komplette Partie auf B5 plus, die zweite Halbzeit auf B5 aktuell.


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