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DFB-Pokal-Halbfinale Der schwere Weg des FC Bayern

Alle reden vom möglichen Triple, dass der FC Bayern München im DFB-Pokal in Leverkusen gewinnt, scheint selbstverständlich. Dabei strotzt die junge Bayer-Elf vor Selbstvertrauen - und will dem Rekordpokalsieger den Abend vermiesen.

Stand: 16.04.2018

Jupp Heynckes beim DFB-Pokalspiel in Paderborn | Bild: picture-alliance/dpa

Zwar ist der FC Bayern München, in der Bundesliga derzeit ohne Konkurrenz, im Halbfinale des DFB-Pokals am Abend (20.45 Uhr, live auf B5 aktuell) Favorit. Doch so sicher, wie von Außenstehenden gerne prognostiziert, ist der Weg ins Finale nicht. Der Bundesliga-Tabellendritte Leverkusen ist aktuell in bestechender Form und entsprechend optimistisch. Auf die Bayern wartet eine Hürde, die mindestens so hoch ist wie die bisherigen Pokal-Aufgaben RB Leipzig und Borussia Dortmund. Die wichtigsten Infos zum Halbfinale kompakt.

Die Ausgangslage

Leverkusen hat seit 25 Jahren keinen Titel gewonnen. Den letzten gab's 1993 im, genau, DFB-Pokal mit dem heutigen Trainer Heiko Herrlich als Stürmer (der damals allerdings kein einziges Pokalspiel absolvierte). Sein Gegenüber Jupp Heynckes hat im Pokal eine durchwachsene Bilanz: Als Spieler wurde er viermal deutscher Meister, aber nie Pokalsieger. Als Trainer stehen nun auch vier deutsche Meistertitel in seiner Bilanz, aber bisher nur der Pokalsieg beim Triple 2013.

Das Personal

Bayer Leverkusen fehlen nur die Langzeitverletzten Wendell und Joel Pohjanpalo. Auch der gegen Frankfurt kurzfristig ausgefallene Jonathan Tah steht wieder zur Verfügung. Die Bayern müssen außer auf Nationaltorhüter Manuel Neuer und Kingsley Coman auch auf den früheren Leverkusener Arturo Vidal verzichten. Der Einsatz von Corentin Tolisso ist fraglich. Wegen der bereits feststehenden Meisterschaft konnte Heynckes am Wochenende gegen Mönchengladbach einige Stammkräfte schonen, der FC Bayern gewann trotzdem 5:1.

Der Triple-Traum der Bayern

2013 hatte sich Heynckes mit dem Triple vermeintlich in die Rente verabschiedet. Seit Herbst 2017 ist der 72-Jährige zurück - und will mit dem erneuten Triple in den endgültigen Ruhestand. Im aktuellen Kader sieht er entsprechendes Potenzial und Motivation. "Ich denke, dass das jetzige Team und der Kader auf einem ähnlichen Weg ist", sagt Heynckes, er sei "optimistisch, dass wir unter Umständen Großes erreichen können". Herrlich und seine Leverkusener wollen natürlich die Spielverderber geben. "Es wäre schade für ihn", sagte er zu Heynckes Träumen: "Aber darauf können wir keine Rücksicht nehmen. Champions League und Meister wäre ja auch ein schöner Erfolg."

Die Pokal-Historie

Fünf Mal trafen Bayer und die Bayern im DFB-Pokal bisher aufeinander, nur einmal siegten die Rheinländer. 2009 gewannen sie - damals im Ausweich-Quartier in Düsseldorf - mit 4:2 im Viertelfinale und hatten durchaus Anteil daran, dass die kurze Ära von Trainer Jürgen Klinsmann in München wenig später endete. Es war bis heute die letzte Niederlage des FC Bayern vor dem Halbfinale. Allein in diesem Jahrtausend gewannen die Münchner den Pokal schon acht Mal.


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