Sport - Fußball


0

Diskussion um den Videobeweis Elfmeter in der Halbzeitpause - alles korrekt?

Ein kurioser Elfmeter in der Halbzeitpause im Spiel zwischen Freiburg und Mainz sorgt für Verwirrung. War alles regelkonform? "Ja"; sagt BR-Sport-Reporter Patrick Schmid – und erklärt hier, warum.

Stand: 17.04.2018

Elfmeter im Spiel Freiburg - Mainz | Bild: picture-alliance/dpa

Wieder einmal ist der Videobeweis in der Diskussion. In der Halbzeitpause der Bundesliga-Partie FSV Mainz - SC Freiburg verhängte Schiedsrichter Guido Winkmann nach einem Hinweis von Video-Assistentin Bibiana Steinhaus einen Handelfmeter. Die Mainzer Spieler hatten sich schon an der Seitenlinie versammelt, die Freiburger waren bereits in der Kabine verschwunden - und mussten noch einmal auf den Platz zurück, um den 0:1-Rückstand hinzunehmen.

Logisch, dass Freiburg-Trainer Christian Streich nur ein Kopfschütteln übrig hatte: "Ich lasse diese Dinge jetzt über mich ergehen und über die Mannschaft, thematisiere das nicht und versuche, das zu beeinflussen, was wir beeinflussen können. Sollen sie machen, was sie machen wollen. Deshalb heißt es Schiedsrichter. Die entscheiden das, und wir haben das zu akzeptieren."

Schiedsrichter Winkmann verteidigte das Vorgehen natürlich. BR-Sportreporter Patrick Schmid erklärt, wieso der in der Halbzeitpause ausgeführte Elfmeter absolut regelkonform war. "Videoschiedsrichterin Bibiana Steinhaus hat Schiedsrichter Guido Winkmann schon kontaktiert, als der noch auf dem Platz war. Winkmann war im Gegensatz zu den Spielern noch nicht in der Kabine. Wäre das der Fall gewesen, hätte er nicht mehr eingreifen dürfen", sagt Schmid.

BR-Reporter: Halbzeit ist nicht Spielende

Entscheidend sei gewesen, wo der Schiedsrichter war und nicht die Spieler. Dass es sich bis zur Elfmeter-Entscheidung so lange hingezogen habe, sei auch der schwierigen Kommunikation im lauten Stadion geschuldet. Wichtig außerdem: "Das Spiel ist mit einem Halbzeitpfiff ja auch nur unterbrochen. Wie zum Beispiel, wenn der Ball im Aus ist. Nach dem Schlusspfiff hätte der Videoschiedsrichter nicht mehr eingreifen dürfen", sagt Regelkenner Schmid.

Auch Schiedsrichter Winkmann betonte dies: "Ein Halbzeitpfiff unterbricht das Spiel erst einmal nur, das ist ganz wichtig." Dass die kuriose Elfmeterentscheidung trotzdem in die Geschichtsbücher der Fußball-Bundesliga eingehen wird, ist ohne Zweifel. Lutz Fröhlich, Schiedsrichterchef beim Deutschen Fußball-Bund, bedauerte die Situation: "Das sind Szenen, die will am Ende keiner haben. Das ist nicht schön, das ist keine Werbung für den Ablauf, aber es war nicht anders möglich. Da nutzt es nicht viel, das die Entscheidung korrekt ist."


0