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1. FC Nürnberg Köllner will sich nicht verbiegen

Trainer Michael Köllner hat den 1. FC Nürnberg zurück in die Bundesliga geführt. "Ich weiß, wie Vereine ticken. Ich weiß, wie unruhig so ein Umfeld am Ende sein kann." Abstriche an seiner Lebensqualität, nur um Bundesligatrainer zu bleiben, will er keine machen.

Stand: 08.08.2018

ARCHIV - 03.07.2018, Bayern, Nürnberg: Fußball: 1. Bundesliga, Trainingsauftakt 1.FC Nürnberg. Trainer Michael Köllner (3.v.r) spricht zu den Spielern. | Bild: dpa-Bildfunk/Timm Schamberger

"Ich habe 46 Jahre lang auch ohne Profifußball eine hohe Lebensqualität gehabt. Wenn ich das Gefühl habe, dass diese beeinträchtigt wird, dann verändere ich etwas. Warum soll ich mich geißeln lassen", sagt Köllner vor dem Start in die Saison am 25. August bei Hertha BSC Berlin.

Dem 48-Jährigen ist bewusst, dass so ein Trainerstuhl schnell auch mal wackeln kann. Kurz vor der Rückkehr in die höchste deutsche Liga hatte Köllner bereits Zweifel an seiner Zukunft geäußert, weil man in einem so emotionalen Umfeld irgendwann mal "vom Hof gejagt" werden könnte. "Wenn ich das Gefühl habe, mir geht es schlecht, muss ich etwas verändern. Nur um dieses Amtes willen, nur um Bundesligatrainer zu sein, erdulde ich doch nicht alles. Da bleibe ich lieber daheim", betonte der gebürtige Oberpfälzer.

Trotz Erfolg authentisch bleiben

Immerhin gibt es auch dem Club-Coach "einen kleinen Kick, wenn in einem Stadion 50.000 Fans jubeln". An seinem Job schätzt Köllner allerdings mehr, "wenn ich jeden Tag mit meiner Mannschaft trainieren kann und mit jedem einzelnen Spieler an dessen Weiterentwicklung – als Spieler und auch als Mensch – arbeiten darf." Und das sei völlig unabhängig von der Liga.

"Wir halten an dem fest, was uns letzte Saison erfolgreich gemacht hat – und das betrifft auch das Thema Authentizität."

Michael Köllner

Auch an seiner Art bei Pressekonferenzen aufzutreten, will Köllner als Erstligacoach nichts ändern. "Ich bleibe so, wie ich bin, ich ändere das auch in der 1. Liga nicht." Obwohl er weiß, dass diese medial eine deutlich größere Wirkung haben. "Und dass mein Wort deutlich mehr beachtet wird, deutlich mehr zitiert wird, dass eine oder andere Mal auch aus dem Zusammenhang gerissen wird. Na und? Dann geht von zehnmal eben einmal etwas schief. Das halte ich aus."


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