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Löwe Mauersberger kritisiert Relegation "Künstlicher Höhepunkt, den Preis zahlen die Fans"

Jan Mauersberger ist bekannt dafür, kein Blatt vor dem Mund zu nehmen. Diesmal findet der Kapitän von 1860 München klare Worte zu den Relegationsspielen.

Stand: 22.05.2018

Jan Mauersberger | Bild: picture-alliance/dpa

Kiels Dominic Peitz und Löwe Jan Mauersberger kennen das Leid der Relegation schon länger. 2015 verpassten sie mit dem Karlsruher SC in zwei Entscheidungsspielen den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga gegen den Hamburger SV. Ein verpasster Aufstieg mit Folgen: Die Badener stürzten wieder ins Liga-Mittelmaß und in der Saison 2016/17 sogar in die dritte Liga. Aktuell kämpfen sie - wieder einmal in einer Relegation - um die Rückkehr in die zweite Liga gegen Erzgebirge Aue.

Wie ihr Ex-Klub durchleiden auch Peitz und Mauersberger Relegationsspiele. Peitz hat mit seinen Kielern die Chance, sich am Saisonende noch für eine höhere Liga zu qualifizieren, gegen den VfL Wolfsburg bereits verpasst - und seinem Frust Luft verschafft. Die Relegation sei "ein zweifelhafter Rettungsring für einen Klub mit Spielern, die 34 Spieltage vielleicht mehr damit beschäftigt waren, ihr Geld zu zählen", schimpfte er in Richtung "Wölfe". Eine Steilvorlage für seinen früheren Mannschaftskollegen Mauersberger.

Jan Mauersbergers Instagram-Rundumschlag

"Worte eines großen Sportlers und Menschen, die zum Nachdenken anregen sollten! Drei Jahre nach unserem gemeinsamen Supergau in Karlsruhe muss David erneut zusehen, wie Goliath mit diesem Rettungsring zurück in die 1. Liga geschwemmt wird und somit die Kluft zwischen 1. und 2. Bundesliga schier riesig bleibt", schreibt Jan Mauersberger (sein Besuch Ende April bei den "Bankdrückern" im BR Sport) auf seinem Instagram-Account.

Und einmal in Fahrt, legte er nach: "Relegation, ein Konstrukt, das geschaffen wurde, um in einer immer langweiligeren 1. Bundesliga nochmal einen künstlichen Höhepunkt vermarkten zu können. So gut, dass man dieses Jahr erstmalig einen Pay-TV Anbieter abonnieren musste. Den Preis zahlen nicht nur die Fans, sondern auch die Vereine, die nach einer verlorenen Relegation auffällig häufig sportlich nicht mehr in die Spur kommen - siehe Kaiserslautern, Fürth, KSC oder Braunschweig", so Mauersbeger weiter. Schlusswort: "Gedanken eines Fußballers auf dem Weg zum Relegationsspiel."

Der TSV 1860 München tritt am Donnerstag (24.05.2018) und Sonntag ebenfalls in zwei Relegationsspielen um den Aufstieg an. Nach einer überragenden Saison mit der souveränen Meisterschaft in der Regionalliga Bayern müssen sich die Löwen noch in zwei Duellen gegen den 1. FC Saarbrücken durchsetzen, um in die 3. Liga aufzusteigen. Scheitern die Löwen, muss der Traditionsverein ein weiteres Jahr in der Regionalliga verbringen.


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