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Teamcheck FC Ingolstadt Neuer Geist, neue Ziele

Nach einer Achterbahnsaison 2017/18 setzt man die Saisonziele beim FC Ingolstadt dieses Mal etwas niedriger an. Die entscheidende Frage lautet: Schafft es der Trainer aus dem neu zusammengestellten Kader eine Mannschaft zu formen?

Von: Patrick Schmid

Stand: 27.07.2018

Hinten (l-r): Robert Leipertz, Nico Rinderknecht, Osayamen Osawe, Thorsten Röcher, Marcel Gaus, Fatih Kaya, Marvin Martip Mitte (l-r): Trainer Stefan Leitl, Co-Trainer Andre Mijatovic, Mannschaftsarzt Florian Pfab, Tobias Schröck, Charlison Benshop, Phil Neumann, Stefan Kutschke, Joey Breitfeld, Benedikt Gimber, Physiotherapeut Christian Haser, Physiotherapeut Carsten Nulle, Physiotherapeut Jörg Mikoleit Vorne (l-r): Almog Cohen, Patrick Sussek, Agymang Diawusie, Sonny Kittel, Christian Träsch, Torwart Fabijan Buntic, Torwart Orjan Nyland, Torwart Marco Knaller, Lucas Galväo, Konstantin Kerschbau, Dario Lezano, Paulo Otavio | Bild: dpa-Bildfunk/Armin Weigel

So lief die vergangene Saison

Nach dem Abstieg aus der Bundesliga war der FCI in der letzten Saison einer der Topfavoriten im Kampf um den Aufstieg, konnte dieser Rolle aber nie gerecht werden. Schon zu Saisonbeginn herrschte große Unruhe, mehrere Leistungsträger wie Florent Hadergjonaj oder Marcel Tisserand streikten und verließen schließlich den Verein. Die ersten drei Spiele verloren die Ingolstädter, Trainer Maik Walpurgis wurde gefeuert und das Vereins-Urgestein Stefan Leitl übernahm. Unter ihm erlebten die Schanzer zunächst einen Aufschwung und kletterten bis auf Platz vier. Doch die Ingolstädter waren frühjahrsmüde und stürzten im Jahr 2018 wieder ab. Sie mussten gar um den Klassenerhalt zittern. Erst am vorletzten Spieltag gelang die Rettung. Der FC Ingolstadt schloss die Saison auf einem enttäuschenden neunten Platz ab.

 Wer kommt, wer geht

Hoffnungsträger in der Kreativzentrale: Neuzugang Konstantin Kerschbaumer

Es gab einen großen Umbruch im Kader der Schanzer. Acht Spieler haben den Verein verlassen, zwei wurden verliehen, sieben neue sind gekommen – und zwar für viel Geld. Der FCI hat rund sechs Millionen Euro ausgegeben. Als Schlüsselspieler wurde Konstantin Kerschbaumer vom FC Brentford geholt. Der Österreicher wird wichtig für die Spieleröffnung und ist ein Akteur fürs tiefe Kreativzentrum. Dort hatte sich beim FCI nach dem Abgang von Pascal Groß im letzten Sommer ein Krater aufgetan. Kerschbaumer, letzte Saison an Arminia Bielefeld ausgeliehen und einer der besten Zweitliga-Spieler, soll der Pascal Groß 2.0 werden. Ansonsten hat der FCI vor allem schnelle Offensivspieler gekauft, die für mehr Wucht im Angriff sorgen sollen.

Leitl fordert: "Es muss ein anderer Geist in der Mannschaft sein"

Stefan Leitl hat seine erste Sommer-Vorbereitung als Trainer der Profis hinter sich. Der 40-Jährige ist seit elf Jahren im Verein. Zunächst als Spieler, anschließend war er Coach der U17 und der zweiten Mannschaft in der Regionalliga. Seit September 2017 ist er Cheftrainer der Profis. Leitl steht nach der schwachen Rückrunde von Anfang an unter Druck, hat jetzt aber einen Kader, der auf seine Wünsche und Spielweise zugeschnitten wurde. Jetzt liegt es auch an ihm, für ein besseres Mannschaftsklima zu sorgen als in der letzten Saison: "Es muss eine Gruppendynamik entstehen, es muss ein anderer Geist in der Mannschaft sein und ich glaube, wir haben mit diesem Umbruch einen ersten Schritt getan."

Erwartungen an die kommende Saison

Bei den Zielen sind die Ingolstädter zurückhaltend. Nachdem im Winter das Ziel Aufstieg ausgegeben worden war, versagten die Schanzer komplett. Deswegen hat das Team erstmal nur eine Vorgabe: Besser sein als in der Vorsaison. Über den Aufstieg will Leitl nicht sprechen: "Der Druck liegt jetzt erst mal in Köln und Hamburg, das sind die absoluten Topfavoriten in der 2. Liga, und ich glaube das Ziel des FC Ingolstadt muss immer sein, zu den Top 25 in Deutschland zu gehören."


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