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1. FC Nürnberg Der Club bastelt am Bundesliga-Kader

Der Etat ist klein, die Träume groß: Wie kann sich der 1. FC Nürnberg in der kommenden Saison in der Fußball-Bundesliga halten? Die Verantwortlichen arbeiten schon an "kleinen, feinen" Verstärkungen.

Stand: 14.05.2018

Die Feiern in Nürnberg sind noch nicht vorbei. Nach der offiziellen Aufstiegsparty am Sonntag (13.05.2018) zeigte sich die Mannschaft am Montag bei Empfängen von Sponsoren und Stadt Nürnberg auf der Kaiserburg. Eine ganze Region ist in Euphore - dank des "Rekordaufsteigers", der sich wieder einmal in der Fußball-Bundesliga versuchen darf. Parallel dazu laufen die Planungen für die kommende Saison längst. Denn die Verantwortlichen wissen, dass vor allem Kreativität bei der Kaderplanung für das bevorstehende Bundesliga-Abenteuer gefragt ist.

"Wir werden einen kleinen feinen Kader basteln", kündigte Erfolgstrainer Michael Köllner nach dem achten Bundesligaaufstieg an. Sinnvolle Ergänzungen und Verstärkungen für seine Mannschaft sucht er. Oder anders ausgedrückt: "Wir werden sympathische Spieler holen, die viel Qualität haben, aber noch interessant und spannend sind."

Dabei haben die Mittelfranken gerade einmal vier Millionen Euro für Neuzugänge eingeplant. "Was den Etat betrifft, werden wir uns ganz hinten einreihen müssen. Wir haben aber auch in den letzten Jahren gezeigt, dass wir einen Umbruch hinkriegen und vielleicht wieder in der Lage sind, etwas gegen das größere Geld zu bewirken", sagte Sportvorstand Andreas Bornemann: "Im internationalen Fußball ist das nicht mehr viel."

In Wahrheit ist es selbst für einen deutschen Erstligisten fast nichts. Zumal noch der Club noch in einem anderen Dielmma steckt: Der intakte Teamgeist soll natürlich bestehen bleiben. "Wir dürfen das Gefüge nicht kaputt machen, wollen uns aber trotzdem punktuell und individuell verstärken. Wir wollen der Mannschaft Qualität zuführen, so dass wir nächstes Jahr Spaß haben können", so die Verantwortlichen.

Bleiben Leistungsträger wie Ewerton, Margreitter, Behrens, Ishak?

Trainer Köllner weiß, dass sich seine Mannschaft in der vergangenen Saison erst zu einem Spitzenteam habe entwickeln müssen, nicht immer konnte er auf den stärksten Kader setzen. In der Bundesliga bleibt dem Club aber gar nicht die Zeit, sich erst einige Spieltag zurechtzufinden. Deshalb sollen Leistungsträger wie Ewerton, Georg Margreitter, Hanno Behrens oder Mikael Ishak unbedingt gehalten werden. Mit Spielmacher Kevin Möhwald verliert der 1. FC Nürnberg schon einen Leistungsträger.

Handlungsbedarf herrscht auf jeden Fall auf der Torwartposition. Thorsten Kirschbaum konnte sich in drei Jahren nicht als Nummer eins, auch Fabian Bredlow scheint kein Kandidat für den dauerhaften Platz zwischen den Pfosten. Auch auf den Außenpositionen wäre Verstärkung sinnvoll, genauso wie in der Sturmspitze ein Backup für Ishak. Kevin Stöger (VfL Bochum) oder Niklas Dorsch (FC Bayern München II) könnten im Mittelfeld für neue Impulse sorgen, ansonsten setzt Köllner aber wieder auf den Teamgedanken. "Wir waren ein richtig gutes Team. Was hier passiert ist, werden wir im Leben nicht vergessen und ewig in unseren Herzen tragen", sagt er rückblickend - so soll es auch in der neuen Saison wieder werden.


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