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Radsport Gravelbike - der neue Trend aus den USA

Eigentlich ist es klar aufgeteilt: Mit dem Rennrad fährt man auf der Straße auf dem glatten Asphalt, und mit dem Mountainbike in die Berge, über Stock und Stein. Aber warum entscheiden, wenn man beides haben kann?

Stand: 08.06.2018

Gavelbike | Bild: www.pd-f.de / Gunnar Fehlau

Rebekka ist leidenschaftliche Rennradlerin und weil sie auch im Herbst bei schlechteren Straßenbedingungen weiterradeln wollte, hat sie sich ein Crossrad zugelegt. Christian fährt ebenfalls gern Rennrad, für seinen Verein "RC Schwalben München" nimmt er an Amateurrennen teil. Heute ist er mit seinem Gravelbike unterwegs. Gravel heißt Schotter, und der Trend kommt aus den USA, wo viele Nebenstraßen nicht geteert sind, sondern eben aus Schotter – Gravel – bestehen. Zwischen Gravel oder Crosser gibt’s keine klare Abgrenzung, sagt Christian. Beide Räder sind sehr ähnlich: Man sitzt aufrechter als auf dem Rennrad, weil das Rad kürzer ist. Und auch auf den ersten Blick sieht ein Gravelbike aus wie ein Rennrad.

Gravelbike - geeignet für Schlamm und Schotter

Diamant-Rahmen, der geschwungene Lenker, schmale Reifen, keine überflüssigen Details wie Schutzblech oder Gepäckträger und auch die Technik ist mit dem Rennrad identisch. Erst bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Reifen etwas breiter sind und mehr Profil haben. Bei den Reifen gibt’s dann auch die Möglichkeit, je nach Untergrund das Profil zu wählen: Fahre ich mehr auf Schotter oder eher im Schlamm? Das erweitert die Trainingsmöglichkeiten von Christian – auch dank der Scheibenbremsen.

"Der Vorteil von Scheibenbremsen ist, dass die sofort reagieren. Bei Felgenbremsen musst ja erst die Nässe wegbremsen, das verzögert den Bremsweg."

Christian

Mit dem Gravelbike wird das Segment der Rennräder erweitert. Wer bisher davor zurückgeschreckt ist, mit den schmalen Reifen auf der Straße unterwegs zu sein, hat jetzt eine interessante Variante. Denn wenn dem Radler der Straßenverkehr zu viel wird, kann er kurzentschlossen auf den Schotterweg ausweichen und den Autos entkommen.

Gravelbikes sind vielseitig

Fast jeder Hersteller hat deshalb seit ein, zwei Jahren auch ein Gravelbike im Sortiment. Auch größere Händler haben Gravelbikes im Angebot, weil diese Fahrräder vielseitig sind und nicht nur für Rennradler interessant sind. Jörg fährt täglich mit dem Rad zehn Kilometer in die Arbeit. Irgendwann war ihm sein Stadtfahrrad zu langsam, deshalb hat er sich für ein Gravelbike entschieden. Weil es so vielseitig ist. Mit dem Anhänger bringt er morgens seinen Sohn in den Kindergarten und auf Radreisen kann er das Gepäck am Rad montieren. Besonders gut gefällt ihm der Rennlenker: "Anders als beim Mountainbike kann ich hier die Position wechseln. Ich kann auf der oberen Position fahren oder mich aufstützen oder wie ein Rennfahrer in den Unterlenker hängen. Das gibt mir bei langen Strecken die Möglichkeit, die Arme und Hände zu entlasten."

Wer also schnell und komfortabel vorankommen möchte, könnte mit einem Gravelbike die richtige Wahl treffen: Es ist leichter als ein Mountainbike oder Trekkingrad, aber stabiler und bequemer als ein Rennrad. Und wer sich traut, fährt damit sogar auf leichten Trails.

 Autorin: Petra Martin


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