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Krafttraining unter der Erde Höhlentour durch das Alfelder Windloch

Klettern, robben, hangeln und hochziehen: Eine Höhlentour durch das Alfelder Windloch gleicht einem Abenteuerparcours unter der Erde. Schon der Eingang zur Höhle ist eng und hat die Größe von zwei Schuhkartons.

Stand: 10.05.2018

Durch diesen engen Spalt muss man sich durchschieben, um in die Höhlenwelt zu gelangen. Auf dem Weg zum Thronsaal oder zur Elefantenfußhalle gibt es immer wieder Engstellen, schmale Felseinschnitte und Spalten, in denen man mit den Fuß- und Fingerspitzen Halt suchen muss, während man sich abdrückt, hochzieht und abstützt.

"Ich finde es interessant unter die Erde zu gehen: Im Stein, Sand und Geröll bewegt man sich ganz anders: Ich habe da Vorteile, ich bin recht dürr und passe überall gut durch, und brauche dabei alle Körperteile - also Hände, Schultern, die Hüfte, um sich irgendwo rein zu klemmen, die Knie zum Abstützen usw.. Also es braucht eine gute Mischung aus Kraft, um sich irgendwo hochzuziehen und Koordination, um vorwärts zu kommen. Da ist eine gute Mischung wichtig." Micha, erfahrener Höhlengänger

Große Hallen - schmale Stellen

Micha, Elias und Samuel auf dem "Thron".

Eine knifflige Stelle ist der sogenannte Briefkasten: Eine schmale, leicht abschüssige Spalte zwischen zwei Felsbrocken. Sobald man sich über die Kante geschwungen hat, muss man sich auf dem Rücken liegend nach unten schieben, in dem man sich mit den Händen an der Felsdecke entlang drückt. Auf dem Rückweg geht´s dann bäuchlings nach oben, sobald man mit den Fingerspitzen kleine Vorsprünge ertastet, an denen man sich hochziehen kann. Dann folgt noch ein kleiner Kraftakt, um sich wieder über den "Schlitz" des Briefkastens hinüber zu schwingen.

"Als Ausrüstung empfiehlt sich ein sogenannter Schlaz. Das ist eine Art wasserfester Gummianzug, der einen im Fels gut vor Schmutz und Feuchtigkeit schützt. Aber eine Arbeitshose oder Blaumann tun es auch. Außerdem braucht man einen Helm mit einer befestigten Stirnlampe, feste Bergschuhe und ein Erste-Hilfe-Set."

Samuel, begeisterter Höhlengänger

An einigen Stellen findet man noch Tropfsteine und Sinterformationen wie beispielsweise die "Vulva" und Abdrücke, die aussehen wie Elefantenfüße. In einer großen Sandhalle haben Micha, Elias und Samuel aus Steinen eine Art Thron gebaut und den großen Höhlenraum in Thronsaal umbenannt. Zusammen mit dem Höhlenführer Christian Siegling sind sie oft im Alfelder Windloch unterwegs, denn sie haben noch lange nicht jeden Winkel der über zwei Kilometer langen Höhle, einer der größten in der Fränkischen Alb, erkundet. Immer wieder zwängen sie sich durch noch unbekannte Felsspalten oder graben im lockeren Gestein.

"Wir könnten uns im Alfelder Windloch tagelang aufhalten, ohne einmal den gleichen Weg zu gehen. Selbst ich kenne noch nicht alle Bereiche der Höhle und wir graben manchmal an Stellen, wo wir glauben, dass es noch weitergehen könnte. Ab und zu gelingt es auch, einen neuen Zugang zu finden. Generell bewegen wir uns in der Höhle konzentriert und springen nicht einfach unbedacht irgendwo hinunter, selbst wenn es nur ein halber Meter ist. Denn eine Bergung eines Verletzten ist sehr aufwändig."

Christian Siegling, geprüfter Höhlenführer

Nur mit Höhlenguide zum empfehlen

Das Alfelder Windloch liegt im Landkreis Nürnberger Land im Alfelder Ortsteil Kauerndorf. Wegen der dort überwinternden Fledermäuse ist die Höhle nur zwischen Mai und Oktober begehbar. Es gibt einige gefährliche Kletterstellen, so dass man die Höhle nicht allein und nur mit erfahrenen Höhlenführern befahren sollte. Außerdem ist es nicht so einfach die Orientierung zu behalten, da sich das Alfelder Windloch labyrinthartig verzweigt. Aber in einer Gruppe unter fachkundiger Führung macht eine solche Höhlentour viel Spaß!


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