Sport - Doping und Sportpolitik


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Dopingverdacht im Langlauf: Hörmann contra Seppelt "Nennen Sie die Namen" – "Wir kennen das Spielchen"

Deutschlands oberster Sportfunktionär Alfons Hörmann, und ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt haben sich in "Blickpunkt Sport" einen Schlagabtausch über die Brisanz der aktuellen Dopingberichterstattung im Wintersport geliefert. Der DOSB-Präsident sieht die jüngsten Enthüllungen im Langlauf als nicht bewiesen an.

Stand: 05.02.2018

Am Sonntag waren neue Enthüllungen über dopingverdächtige Blutwerte von Ski-Langläufern bekannt geworden, die in den vergangenen 16 Jahren insgesamt 313 Medaillen bei Olympia und Weltmeisterschaften gewonnen haben. Dies ist fast die Hälfte aller Langlauf-Medaillen, die bei diesen Titelkämpfen zwischen 2001 und 2017 vergeben wurden. Einige Sportler mit den auffälligen Blutwerten sind bis heute aktiv. An den Recherchen waren auch Experten der ARD beteiligt. Sie gehen davon aus, dass es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für die Werte keine andere Erklärung gibt als Doping.

"Wenn solche Berichterstattung dazu führen könnte, dass wir Betrüger überführen, dann herzlich willkommen. Wenn es nur dazu dient, das Thema weiter zu inszenieren und Sportler und ganze Sportarten unter Generalverdacht zu stellen, dann halte ich es für klar schädlich. Deswegen raus mit der Sprache, liefern Sie die Daten, die Sportler, die Namen", sagte Hörmann am Sonntagabend in "Blickpunkt Sport" an die Adresse von Seppelt. "Wir gehen dem nach, aber wir brauchen konkrete Informationen."

Seppelt wies den Vorwurf vehement zurück und erinnerte an die Debatte zum Biathlon vor zehn Jahren, als man vor Gericht gegen den Deutschen Skiverband gewonnen habe, dessen Präsident Hörmann damals war. "Herr Hörmann, wir kennen das Spielchen, von Ihnen gerade." Auch im Radsport und in der Leichtathletik habe sich der Verdacht aus den Berichterstattungen im Nachhinein bestätigt.

Keine Beweise, keine Hexenjagd

"Weil wir wissen, dass es keine juristischen Beweise sind, genau deshalb werden wir uns mit Namen zurückhalten", so Seppelt weiter. "Weil wir keine Hexenjagd veranstalten wollen, sondern weil wir auf Dinge aufmerksam machen wollen, die für diesen Sport von enormer Bedeutung sind."

"Wir haben in aller Deutlichkeit gesagt, dass das kein Beweis für Doping ist. Aber wir werden weiter darauf hinweisen, wenn es alarmierende Hinweise im Wintersport gibt."

Hajo Seppelt in Blickpunkt Sport


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Michael S., Dienstag, 06.Februar, 19:20 Uhr

25. Herr Seppelt, halten Sie sich bitte an Regeln des respektvollen Miteinanders

Herr Seppelt unterbricht ständig alle anderen, stellt sich und seine Sicht ständig als die einzige Wahrheit und das Beste dar.
Herr Seppelt sollte lernen, respektvoll, symmetrisch zu kommunizieren. Sonst tut er sich und allen anderen keinen Gefallen mit seinen Auftritten.
Herr Seppelt sollte lernen, sich selbst viel weniger wichtig zu nehmen und der Sache und dem Prozess zu dienen.

Das Fernsehen macht sich mit einem derartigen Herrn Seppelt keinen Gefallen.

Staiger Wolfgang, Dienstag, 06.Februar, 16:49 Uhr

24. Doping- diskussion Hörmann /Seppelt

Es ist allmählich unerträglich diesen permanenten Betroffenheitsanalytiker Seppelt ertragen zu müssen. Er sollte auch einmal darüber nachdenken, dass er für einen Sender arbeitet, der, sobald die Olympischen Spiele begonnen haben, stundenlang übertragen wird und die eingesetzten Fachreporter sich wieder vor unkritischer Begeisterung übertreffen werden. Das ist Heuchelei.
Glaubwürdig wäre es, wenn die TV-Anstalten gegenüber dem IOC klar machen würden, dass sie ihre "Betrügerveranstaltungen" nicht mehr übertragen.
Was Sören Kierkegaard geschrieben: " Käme Christus jetzt zur Welt, so nähme er, so wahr ich lebe, nicht Hohepriester aufs Korn, sondern die Journalisten."

Mark E, Dienstag, 06.Februar, 16:23 Uhr

23. Traurige Reaktionen

Ich kann nicht verstehen, wie man vor der Realität die Augen so verschließen kann, wie ich es hier in einigen Kommentaren höre. Anscheinend scheint das Nachgeblöcke von Stammtischparolen noch das Beste zu sein, was manche hier können... das macht nämlich keine Arbeit. Wenn ich das nun mit der Arbeit vergleiche, die Herr Seppelt seit Jahren leistet, finde ich es sehr Anstandslos, so etwas zu behaupten. Wenn an den Sachen nichts dran wäre, hätten wir wohl kaum seit 10 Jahren eine Dopingredaktion!
Leider gibt es in Verbänden einen Interessenkonflikt: Keine Medaillen -> Keine Sportförderung -> Keine Geld für den Verband -> kein Job. Ich war im Vergleich zu 90% der Experten selber Leistungssportler und Weiß wie hart es ist, überhaupt auf einem Weltcup zu Punkten. Wenn man das Wissen wollte, könnte man das auch, seitens des Verbandes! Für alles gibt es Geld nur nicht für Dopingproben! Warum werden unsere Sportler nicht jeden Monat geprüft Frage ich? Steuergeld wird sowieso ausgeben. LG

Hans Winkler, Dienstag, 06.Februar, 15:59 Uhr

22. Hajo Seppelt Doping-Diskussion

Hallo liebe ARD!
Ich kann diesen Herrn Seppelt nicht mehr sehen. Allein sein Gesichtsausdruck verrät wie glücklich er ist solch ein niemehr endendes Thema zu haben. Er suhlt sich wie eine Sau im Dreck das er selbst mit Fleiß und Ausdauer produziert. Herzlichen Glückwunsch!
Ihr kennt den Spruch von Einstein über die Dummheit der Menschen und unseren bekanntesten Minnesänger dessen bekanntester Vers beginnt mit den Worten "Das Volk ist dumm ...."
Hier wird Sport mit Politik in einen Topf geworfen und von ARD und ZDF ordentlich verrührt und verführt. WARUM ???????

daniel halt, Dienstag, 06.Februar, 11:43 Uhr

21. Herr Hörmann

unabhängig davon, wie Herrn Seppelts Arbeit zu bewerten ist, erscheint mir sowohl Körpersprache und gesprochenes Wort von Herrn Hörmann genau wie jenes, dass ich seit Jahrzehnten aus unterschiedlichster Gremienarbeit kenne: Zurücklehnen, abwartende Rethorik, dem Anderen die Bringschuld zuschustern und sich selbst auf Verbandsstatuten zurückziehen. Warum begegnet einem das immer wieder bei Funtkionären? Ist es denn so schwer einfach zu sagen: Wow, die Informationenn hätten wir eigentlich haben müssen. Mal schauen woran es liegt? Wir schauen uns das mal genauer an und melden uns wieder. Schade , dass der Journalismus unsere Arbeit besser macht...
Verdachtsmomente, die keine Beweise sind, MÜSSEN für Herrn Hörmann und andere zuständige Funktionäre Anlass genug sein, sich die Ärmel hochzukrempeln.

  • Antwort von Francesco, Dienstag, 06.Februar, 14:13 Uhr

    Tja, und was träumen Sie nachts so...:-). Diese Leute haben kein Gewissen und keine Skrupel. Möglicherweise ist das aber Voraussetzung für eine Verbandskarriere (Infantin, Bach, etc.), da ja ehrlicher Sport im nur noch lästige Begleitmusik im korrupten Geschäft ist..... Schade ist nur, dass damit der Sport kaputt geht und die ehrlichen Sportler darunter leiden müssen.