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Fahrradhelm warum 5 Gründe, warum Sie einen Fahrradhelm tragen sollten

Fahrradhelme retten Leben, Pflicht sind sie noch nicht. Fünf Gründe, warum Sie auf dem Rad auf jeden Fall einen Helm tragen sollten.

Stand: 06.04.2018

Beim Fahrradfahren wird das Helmtragen immer selbstverständlicher.  | Bild: picture-alliance/dpa

Fahrradhelm tragen warum

393 Fahrradfahrer sind 2016 in Deutschland tödlich verunglückt, über 80.000 wurden bei einem Unfall verletzt. Oft werden Radler beim Abbiegen übersehen und von Pkw, Lkw oder Bussen angefahren. Vor allem schwere Kopfverletzungen treten dann auf. "Über 70 Prozent der in Lebensgefahr schwebenden Fahrradfahrer sind schwer am Kopf verletzt", so die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen könnten laut DGU vermieden werden, wenn alle Radfahrer grundsätzlich einen Helm tragen würden.

Das sind die Gründe derjenigen, die keinen Helm tragen: Fast 40 Prozent der Radfahrer setzen keinen Helm auf, weil sie ihn unbequem oder unästhetisch finden, davon 7 Prozent, weil er die Frisur zerstört. 17 Prozent tragen aus Gewohnheit keinen und 15 Prozent haben Zweifel, ob ein Helm überhaupt notwendig ist. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Badenwürttembergischen Verkehrsministeriums.

1. Ein Fahrradhelm rettet Leben

Ein Fahrradhelm schützt im Falle eines Unfalls vor Kopfverletzungen - das ist Fakt und durch zahlreiche Studien bewiesen.

"Bei einer Kollision zwischen Auto und Fahrradfahrer vermindert der Helm die Wucht, mit der ich danach auf die Straße aufpralle. Da ist der Helm unglaublich effektiv, indem er die Energie aufnimmt und verteilt. Gute Helme sind im Nacken- und im Schläfenbereich runtergezogen. Studien haben bewiesen, dass wir uns kurz vor dem Aufprall ein bisschen wegdrehen, deswegen ist ein Schutz der Schläfen sehr wichtig."

Christopher Spering, Unfallchirurg

Ein Helm absorbiert bis zu zwei Drittel der Energie, die bei einem Aufprall ohne Helm direkt auf den Kopf einwirken würden, so das Bundesverkehrsministerium. Das bedeutet, dass es bei Helmträgern seltener zu schweren Kopfverletzungen wie Schädelbrüchen oder Hirnblutungen kommt.

2. Fahrradhelme mit Reflektoren - Autofahrer erkennen Radfahrer besser

Viele moderne Fahrradhelme sind mit Reflektoren ausgestattet. Diese können dafür sorgen, so die Deutsche Verkehrswacht, dass Radfahrer im Dunkeln von Autofahrern sogar besser gesehen werden.

3. Fahrradhelme müssen selbstverständlich werden

Für Grundschulkinder selbstverständlich: Beim Radfahren wird ein Helm getragen.

Die Zahl der Fahrradfahrer, die freiwillig einen Helm tragen, steigt stetig. Im Jahr 2010 trugen im Schnitt nur knapp ein Zehntel der Radfahrer einen, 2015 waren es immerhin 17 Prozent. Aber das ist noch nicht genug.

"In Ländern, die eine über 90-prozentige Helmtragequote haben wie Holland, Kanada und Australien, ist es für alle Erwachsenen ganz selbstverständlich, nicht ohne Helm aufs Fahrrad zu steigen. Und diese Länder haben keine Helmpflicht", sagt Unfallchirurg Christopher Spering

4. Kinder tragen Helm, wenn die Erwachsenen auch einen tragen

Die meisten Grundschulkinder tragen in Deutschland beim Radfahren einen Helm. 76 Prozent der Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren fahren oben mit, so die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Das heißt, bei ihren Kindern achten Eltern sehr wohl darauf, dass sie nur mit Schutz aufs Fahrrad steigen. Bei den Jugendlichen, den 11- bis 16Jährigen, sinkt die Helmtragequote dann auf 34 Prozent.

Deswegen ist es besonders wichtig, dass Eltern und Großeltern immer einen Fahrradhelm tragen und damit Vorbild sind. Wenn die Eltern ihren Kindern zwar einen Helm aufsetzen, aber selbst keinen tragen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder als Teenager oder junge Erwachsene auch keinen Helm aufsetzen, so das Bundesverkehrsministerium.

Abgesehen davon, dass jeder Kopf geschützt werden muss, für Kinder ist es besonders wichtig, einen Helm zu tragen, denn ein Sturz kann im späteren Leben noch Folgen haben:

"Nach aktueller Studienlage kann ein leichtes Schädelhirntrauma im Kindesalter zu Entwicklungsverzögerungen und im Erwachsenenalter zu langfristigen kognitiven Leistungsminderungen führen."

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie

5. Helme sind praktisch

Sieht aus wie ein Hut, ist aber ein Helm.

Sie sehen aus wie ein Hut oder eine Kappe, es gibt sie mit Melonenmuster oder schnittig-sportlich: Fahrradhelme werden immer schicker. Da fällt es leicht, sich den Helm für den eigenen Stil auszusuchen. Besorgt man sich noch einen wasserdichten Überzug über den Helm, hat man einen guten Regenschutz, der nicht die Sicht beim Radfahren behindert wie zum Beispiel die Kapuze einer Jacke. Im Winter zieht man einfach einen dünnen Schlauchschal unter den Helm oder eine dünne Mütze.

Wenn Sie wissen wollen, warum Kinder nicht mit dem Auto in die Schule gefahren werden sollten: Sicherer Schulweg - Deswegen sollten Kinder zur Fuß zur Schule gehen.


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Oliver, Montag, 16.April, 09:56 Uhr

26. Fahrradhelm ja - aber ohne Pflicht

Ich trage seit über 20 Jahren Fahrradhelme - MEISTENS.

VORTEILE:
1. sehr gute "Sonnenblende", da er den Bereich über der Brille abdeckt (ich fahre morgens Richtung Osten, abends Richtung Westen, also oft gegen die Sonne)
2. mit Überzug hervorragender Regenschutz, bei voller Bewegungs- und Blickfreiheit
3. das Luftpolster zwischen Kopf und Regenüberzug ergibt in der kühleren Jahreszeit einen wärmenden Effekt, Mütze erst im Winter benötigt
4. Sicherheitsaspekt (Allerdings wird dieser m.E. überschätzt: ich bin als Jugendlicher paar Mal gestürzt - insbesondere im Winter, aber auch mal in Trambahnschienen hängen geblieben - aber im wahrsten Sinne des Wortes 'nie auf den Kopf gefallen'!)

NACHTEILE, die absolut gegen eine Helmpflicht sprechen:
1. Einkäufe mit dem Rad: die 700m kann ich vorsichtig fahren, Helm stört bei mehreren Geschäften. (Andere nehmen das Auto!)
2. schwitzen: die letzten 500m vorm Büro ziehe ich den Helm aus
3. Leihräder - unmöglich wenn Helm nicht dabei ist

Helmut, Sonntag, 15.April, 18:07 Uhr

25. Fahrradhlmpflicht

Ich fahre seit über 20 Jahren so gut wie täglich das ganze Jahr mit dem Rad zur Arbeit und trage keinen Helm. Überwiegend fahre ich auf ebenen Radweg weit weg von Autos (auf dem Land). Müsste ich täglich in einer Stadt wie München fahren, würd ich wohl einen Helm tragen. Eine allgemeine Helmpflicht würde den unterschiedlichen Fahrwegen und -anlässen nicht gerecht. Hier ist jeder selbst gefordert und man gefährdet ja (anders als zum Beispiel mit Tempo 200 auf der Autobahn) nicht andere.

Günther, Sonntag, 15.April, 08:32 Uhr

24. Helmpflicht für Radfahrer

Ohne nochmal alles wiederholen zu müssen, schließe ich mich der Meinung von E-Mail 22 von Herrn Sönning an. Zur Ergänzung!
Ich bin leidenschaftlicher E-.Biker, trage immer einen Helm, sollte es Pflicht werden höre ich auf damit. Versprochen

Bernhard Sönning, Montag, 09.April, 17:15 Uhr

23. Fahrradhelm-Pflicht

Der Tiger im Tank nützt nichts, wenn der Esel am Steuer sitzt!! Ich fahre selbst ca. 3.000 km per E-Bike jährlich und muss mich über die Fahrweisen meiner Radlerkollegen viel zu oft wundern. Viele Unfälle mit Radfahrern wurden, leidergottes auch durch deren Fahrweisen verursacht. Jeder kann durch seine eigene Fahrweise Unfälle produzieren und auch vermeiden. Ein Helm verhindert keinen Knochenbruch durch Überfahren einer roten Ampel oder durch Sturz nach einer Fußgängerkollision.
Liefert doch mal die genauen Zahlen, wie viele Tote und verletzte Radfahrer es durch Verletzungen an der oberen Schädeldecke gab. Ich behaupte mal, die Verletzungen der anderen Körperpartien sind deutlich häufiger betroffen. Warum also dann nicht gleich ein "Ganzkörperprotektorat"...
Landkreise und Gemeinden sollten erst einmal entsprechende Infrastruktur schaffen, um das Radeln sicherer zu machen. Das würde in der Folge der Dinge sehr vieles Sinnvoller machen, als eine plumpe Helmpflicht... Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Bernhard Sönning, Montag, 09.April, 17:03 Uhr

22. Fahrradhelm-Pflicht

Obgleich der Helm sicher Sinn macht, bin ich gegen ein Reglement
-Bei uns schon viel zu viel reglementiert und Verbote sind kein Garant für das Einhalten (siehe Handy am Steuer)
-Radfahren ist ja Ausdruck von Freiheit, mit Helmpflicht eine echte Einschränkung
-Bis der Kopf in Mitleidenschaft gerät sind Arme, Beine, der Körper und selbst die Kieferpartie des Kopfes meist früher bei einem Sturz/Unfall betroffen. Dann müsste man auch die anderen Körperteile per Gesetz schonen und Integralhelme fordern. Schutzkleidung hat man noch nicht einmal fürs Motorradfahren hingekriegt. Wie hirnrissig ist es, wenn ein Motorradfahrer auf seinem Boliden in T-Shirt und Shorts sitzt aber einen Integralhelm auf dem Kopf trägt?
Es sollte jedem selbst überlassen werden, ob und wann er zum Fahrradhelm greift. Gerade beim Skifahren funktioniert es ja auch.
Ich bin übrigens selbst begeisterter E-Biker, der auch mit Helm fährt, es aber auch genießt, mal ohne zu fahren (entspr. Fahrweise)...