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Bayern-Arzt Müller-Wohlfahrt Bei Manuel Neuer Tag für Tag entscheiden

Wann kehrt FC-Bayern-Torwart Manuel Neuer wieder aufs Spielfeld zurück? Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfarth im Blickpunkt-Sport-Gespräch über das mögliche Comeback des Nationalkeepers, den neuen Trainer Niko Kovac, das umstrittene Wundermittel Actovegin und sein schwieriges Verhältnis zu Pep Guardiola.

Stand: 16.04.2018

Müller-Wohlfahrt über den neuen Bayern-Trainer Niko Kovac

"Die Verbindung ist besonders eng. Ich freue mich, dass Niko Nachfolger von Jupp Heynckes wird. Niko war Spieler. Und dann haben sich unsere Wege aber nicht getrennt, als er Trainer in Salzburg war, in Kroatien die Nationalmannschaft betreut hat und jetzt in Frankfurt, haben wir immer miteinander zu tun gehabt. Er hat mir Spieler geschickt und hat sich auch ab und zu einen Ratschlag eingeholt. Also das ist ein sehr, sehr enges, freundschaftliches Verhältnis."

... über die Arbeit mit Jupp Heynckes

"Mit Jupp Heynckes haben wir den Idealzustand. Da ist eine Kommunikation, wie man sie nicht mehr kannte, eine Wertschätzung: Jeder kennt seinen Kompetenzbereich und ich darf nach bestem Gewissen arbeiten. Und Jupp mischt sich sicher nicht ein und akzeptiert, was ich sage."

... über die Bayerntrainer - was Heynckes, Hitzfeld & Co. anders als Guardiola machen

"Die waren alle große Persönlichkeiten, hatten alle menschliche Züge, waren respektvoll im Umgang mit den Spielern und auch mit den Betreuern - so dass sich jeder wohlfühlte, jeder ernst genommen fühlte. Und sie hatten alle ein Topprogramm fürs Training, also ein sehr gut ausgearbeitetes Trainingsprogramm mit Beratern, mit Sportwissenschaftlern - jetzt zur Zeit bei Heynckes -,so dass das Training in meinen Augen optimal durchgeführt werden kann. Wo wir auch in Grenzbereiche gehen - ohne aber die Gesundheit der Spieler zu riskieren. Also das ist für mich als Arzt der Idealfall zu sehen, wie gewissenhaft gearbeitet wird."

... über die Situation bei Manuel Neuer

"Wir entwickeln jeden Tag, jede Woche ein Programm über mehrere Tage und schauen, kontrollieren ständig, wie der Fuß reagiert - und davon mache ich alles Weitere abhängig."

... über Sprint-Superstar Usain Bolt

"Usain ist in jeder Altersklasse die weltbeste Zeit gelaufen, also auch in jüngeren Jahren. Mit 16 Jahren stellten sich dann vermehrt Verletzungen ein, Muskelverletzungen. So hat der Manager die Frage gestellt: 'Macht es überhaupt Sinn, diesen jungen Mann weiter zu trainieren? Der wird doch irgendwann auf der Strecke bleiben?' Und dann hat dieser Manager den Entschluss gefasst, ihn zu mir zu schicken mit eben dieser Frage: 'Macht es Sinn? Können wir mit ihm planen für die Zukunft?' Ich habe mir viel Zeit genommen, habe ihn gründlichst untersucht, vermessen, alles was nur möglich ist, kernspintomografisch, laborchemisch, röntgenologisch - alles gemacht. Und am Ende des Tages konnte ich dem Manager sagen: 'Ich übernehme die Verantwortung. Ich glaube, einen Weg zu kennen, ihn durch die nächsten Jahre zu führen, ohne dass er sich schwer verletzt - wenn er alle drei Monate zu mir nach München kommt. Oder auch, wenn ihm irgendwas zustößt, irgendwelche Beschwerden auftreten, ich das sofort erfahre."

... über die umstrittene Behandlungsmethode mit Kälberblut

"Das ist ein Mittel mit einem so großen Potenz, was die Regeneration, die Heilung von Verletzungen angeht. Ich bin mehr empirisch ausgerichtet, ich beobachte: Wie wirkt das? Und ich frage die Patienten - wie hat das ihnen geholfen oder hat es nicht geholfen. Davon habe ich mich leiten lassen. Actovegin, so heißt das Mittel, hat - da war ich von Anfang an überzeugt - gewirkt. Und jetzt muss ich sagen: Actovegin als Kälberblut-Extrakt heißt nichts anderes - die Firma, die das herstellt, zieht Aminosäuren aus dem Mittel. Das hat mit Blut am Ende nichts, aber auch gar nichts zu tun. Und diese Aminosäuren sind notwendig für Reparaturarbeiten im Körper und aber auch zum Zellschutz ... Und das ist genau das, was ich in der Sportmedizin gebrauchen kann und auch einsetze. Es ist zu vielen Zeiten kontrolliert worden, vom IOC, von der Welt-Antdopingorganisation WADA, von der FIFA - alle haben geschaut und keiner hat irgendeine verbotene Substanz in dieser Mischung gefunden. Also es war nie - zu keiner Zeit - ein Dopingmittel. Und deswegen kann ich gut damit umgehen, und arbeiten und weiß, dass ich damit helfe."


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