Religion


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Unsere Sendungen Wochenprogramm Religion und Orientierung

Sie interessieren sich für die Themen von Religion und Orientierung im BR? Hier finden Sie eine Auflistung aller Sendungen für die kommende Woche.

Von: BR Religion und Orientierung

Stand: 26.06.2020

Illustration: Frau mit Fernglas  | Bild: © retrostar - Fotolia

Freitag, 26. Juni

15:05 - 15:20 Uhr / Bayern 2
Schalom. Jüdischer Glaube - jüdisches Leben
"Die unsichtbare Frau" - Ausstellung in der ehemaligen Synagoge in Augsburg-Kriegshaber.
Ob auf der Frauenempore oder gar in einem eigenen Raum: Bei einem orthodoxen jüdischen Gottesdienst sind die Frauen für die männlichen Gemeindemitglieder unsichtbar. Von Barbara Leinfelder
"Korach" - Parascha von Rabbiner Joel Berger
Moderation: Michael Strassmann

Samstag, 27. Juni

10:30 – 11:00 Uhr / ARD-alpha
STATIONEN
Feuer, Freude, Feierlaune?
Johanni und die Sommer-Sonnenwende 2020

Mitten im Sommer feiern Christen Johanni. Sie erinnern am 24. Juni an Johannes den Täufer, der die Geburt Jesu angekündigt hat. Johannes hat die Menschen aufgerufen, das Dunkle hinter sich zu lassen und sich dem Hellen und Guten zuzuwenden. Der Tag steht in enger Verbindung mit der Sommersonnenwende. Schon in vorchristlicher Zeit verehrte man Ende Juni die Leben spendende Sonne und das Licht. Manches ist geblieben. Auch heute entzünden Menschen in der Johannisnacht Feuer, tanzen um die Flammen und spüren ihre Verbindung mit der Natur. Seit jeher ist Johanni mit vielen Bräuchen verknüpft. In den Alpen gibt es spektakuläre Bergfeuer. In manchen Gegenden sammeln Mädchen neun verschiedene Blumen und Heilkräuter und binden sich daraus einen Kranz. Denn der Johannistag gilt auch als "Tag der Heilkräfte", an dem die "Johanniskräuter", also die Blumen für die Hausapotheke, gesammelt werden. Wie wird Johanni heuer gefeiert? Was ist in Zeiten der Corona-Pandemie möglich?

17:55 - 18:00 Uhr / Bayern 2
Zum Sonntag
Uwe Birnstein

Sonntag, 28. Juni

06:05 - 06:30 Uhr / B5 Aktuell
20:05 - 20:30 Uhr / B5 Aktuell
B5 am Sonntag: Religion und Orientierung
Geplante Themen: Der Papa emeritus in Regensburg - eine Bilanz / Katholische und Evangelische Kirche geben aktuelle Mitgliederzahlen bekannt / Wieviel Online bleibt den Kirchen? / Das Bistum Eichstätt legt seinen Finanzen offen

06:45 - 07:00 Uhr / Bayern 2
Positionen
Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten

08:05 - 08:30 Uhr / Bayern 2
09:05 - 09:30 Uhr / BR Heimat
Katholische Welt
Ellen Ammann - Pionierin und Powerfrau
Ihre visionäre Tatkraft wirkt bis heute
Von Christina Fuchs

Familie, Beruf, soziales Engagement und später auch Politik - das alles brachte Ellen Ammann unter einen Hut. Sie war eine Powerfrau, deren Tatkraft bis in die Gegenwart wirkt. Mit Entschlossenheit und Emanzipation setzte sich die gebürtige Schwedin, die 1870 in Stockholm zur Welt kam und mit 20 Jahren nach München übersiedelte, schon früh für die Rechte von Frauen und sozial Schwachen ein: Die katholische Bahnhofsmission und der Bayerische Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes sind nur zwei der zahlreichen Organisationen, die auf ihr Engagement zurückgehen. Ab 1919 war Ellen Ammann auch eine der ersten weiblichen Abgeordneten im Bayerischen Landtag. Sie setzte sich für Themen wie Jugendfürsorge, Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege ein. Auch die Gründung der Bayerischen Polizeiseelsorge geht auf ihr Bestreben zurück. Die gläubige Katholikin Ellen Ammann gilt als Wegbereiterin der modernen Sozialarbeit. Christina Fuchs erinnert anlässlich ihres 150. Geburtstags an das bewegte Leben der sozialen Pionierin Ellen Ammann und geht auf Spurensuche durch München.

08:30 - 09:00 Uhr / Bayern 2
09:30 - 10:00 Uhr / BR Heimat
Evangelische Perspektiven
Nach dem Kirchenaustritt
Spirituelle Suche abseits der Institutionen
Von Barbara Weiß

Der Schwund ist offensichtlich. In den letzten Jahren verzeichnen die Standesämter überall in Bayern einen deutlichen Zuwachs an Kirchenaustritten. Ein Kreuzchen machen, eine Unterschrift - in ein paar Minuten ist der formale Akt des Kirchenaustritts erledigt. Einen Grund, warum man nicht mehr Mitglied sein will, muss man nicht angeben. Untersuchungen lassen aber vermuten, dass es nicht nur die Kirchensteuer ist, die die Menschen zum Austritt bewegt. Skandale innerhalb der Kirche, fehlende Bindung und persönliche, enttäuschende Erlebnisse scheinen meist der Anlass für die Entscheidung zu sein. Über die Motive, warum Menschen aus der Kirche austreten, wird viel diskutiert. Wohin sie aber gehen, darüber weiß man wenig. Barbara Weiß hat sich mit Menschen nach dem Kirchenaustritt getroffen. Der Kirchenaustritt hat für die meisten nichts mit dem Ende der Suche nach Spiritualität zu tun. Ganz im Gegenteil! Und manche werden sogar selbst moderne Seelsorger - abseits der zum Teil festgefahrenen Strukturen innerhalb der jahrhundertealten Institutionen der Kirchen.

09:45 - 10:15 Uhr / BR Fernsehen
Hoffnungsgeschichten
Das Alte ist nicht vergangen
Von Melitta Müller-Hansen

Die Suche nach Spuren jüdischen Lebens in bayerischen Kirchen: Für den evangelischen Theologen Axel Töllner ist das nicht nur eine Frage nach den Wurzeln des eigenen Glaubens, nach der eigenen Identität, sondern auch eine unabdingbare Auseinandersetzung mit der sehr ambivalenten Geschichte der christlichen Kirchen. Und vor allem ist es eine Frage der geschwisterlichen Begegnung mit jüdischen Gemeinden heute, mit denen Christen dieselben biblischen Texte hören und beten. Der Film ist eine Reise durch Orte und Zeiten: zu evangelischen Kirchen, die die Geschichte der Verdrängung und Verhöhnung des Judentums erzählen, die bis heute wirkt. Und zu Menschen, die nach neuen Aufbrüchen suchen. Der Kampf gegen Judenfeindschaft, sagt Axel Töllner, darf trotz altem und neuem Antisemitismus niemals aufgegeben werden.

10:05 - 10:30 Uhr / Bayern 1
Katholische Morgenfeier
Pfarrer Michael Witti, Pfarrverband Feichten

10:15 - 11:00 Uhr / BR Fernsehen
Evangelischer Gottesdienst
Aus der Kreuzkirche in München

Zum menschlichen Leben gehören Zeiten der Gemeinschaft und Zeit fürs Alleinsein. Wer Gott begegnen will, davon sind die biblischen Geschichten überzeugt, muss allein sein können. Doch Alleinsein hat nichts zu tun mit Einsamkeit. Der einsame Mensch vermisst Nähe. Er fühlt sich in eine Welt geworfen, in der es keinen Zusammenhalt gibt. Einsamkeit macht krank. Wer aber das Alleinsein sucht, kann spirituelle Kraftreserven entdecken und neu sortiert in die geschäftige Welt zurückfinden. Im Gottesdienst aus der Kreuzkirche in München-Schwabing laden die Professorin Johanna Haberer und Regionalbischof Christian Kopp in Predigt und Liturgie ein, die Einsamkeit zu überwinden. Und das Alleinsein als Stärkung und Gemeinschaft mit Gott zu entdecken. Ein Vokalensemble und Dekanatskantor Michael Roth an der Orgel gestalten den Gottesdienst musikalisch.

10:30 - 11:00 Uhr / Bayern 1
Evangelische Morgenfeier
Prof. Johanna Haberer, Erlangen

17:30 - 18:00 Uhr / Das Erste
Echtes Leben
Jimmy Hartwig - Liegenbleiben ist keine Option
Von Stefan Panzner

Jimmy Hartwig war viele Jahre erfolgreicher Profi-Fußballer, zuerst beim TSV 1860, dann beim HSV und in der Nationalmannschaft. Doch der Erfolg ist ihm nicht in die Wiege gelegt. Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Vater, ein US-amerikanischer GI, wird vom Großvater wegen seiner Hautfarbe abgelehnt. Jimmy wächst also ohne Vater auf, ist farbig, unehelich und arm. Nur beim Fußballspielen erlebt er Anerkennung. Dort wird er schließlich entdeckt und macht seinen Weg bis in die deutsche Nationalmannschaft. Als sein Stern zu sinken beginnt und Verletzungen seine Fußball-Karriere schließlich beenden, fällt er in ein tiefes Loch. Am Ende steht er mit einer gescheiterten Ehe, psychischen Problemen und einem Berg Schulden da. Gerade als es wieder bergauf geht, wirft ihn eine Krebserkrankung aus der Bahn. Doch er kämpft sich zurück ins Leben, entdeckt seine Leidenschaft für die Schauspielerei, findet eine neue Liebe und engagiert sich heute unter anderem als Integrationsbotschafter des DFB im Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus.

Montag, 29. Juni

Zwischen 06:05 - 06:30 Uhr / Bayern 2
Zum Fest Peter und Paul
Veronika Wawatschek

21:05 - 22:00 Uhr / Bayern 2
Theo.Logik - Über Gott und die Welt
Tanz, Theologie, Transzendenz
Körperbewegung als mystische Erfahrung

Manchmal ist Tanz leichter zu verstehen als theologische Sprache. Wenn wir etwas ausdrücken, etwas sagen wollen - müssen wir nicht unbedingt darüber reden. Wir können es auch tanzen. In der Kirche in Deutschland ist die Sprache unseres Körpers heute nahezu vergessen. Wie kommt das? Und woher kommt das verkrampfte Verhältnis der deutschen Protestanten und Katholiken zum Tanz? Wer sich aufs Tanzen einlässt, für den kann es aber zu einer mystischen Erfahrung werden. Wie zum Beispiel für den Balletttänzer, der nach himmlischer Perfektion strebt. Im besten Fall erlebt auch das Publikum beim Zuschauen Momente, in denen sich Himmel und Erde treffen. Tanz kann auch heilen. Durch Bewegung werden Körper und Seele in Einklang gebracht. Und Tanz kann etwas in Bewegung bringen. Wenn sich Körper - befeuert von Rhythmen - gemeinsam bewegen, dann wird eine unglaubliche Energie freigesetzt, die Protestbewegungen genauso wie Religionsgemeinschaften für ihre Überzeugungen nutzen.

Dienstag, 30. Juni

22:30 - 23:15 Uhr / BR Fernsehen
Pionierin der Frauenbewegung
Ellen Ammann und ihr Wirken bis heute
Von Ursula Hochreiter

Von der Geschichtsschreibung kaum gewürdigt, war Ellen Ammann eine der interessantesten Persönlichkeiten in der katholischen Frauenbewegung in Bayern und ihrer Zeit stets voraus: Sie war Sozialarbeiterin, Gründerin mehrerer Einrichtungen und Verbände, Politikerin, Ehefrau und Mutter. 1890 heiratete die gebürtige Schwedin nach München und initiierte u.a. die erste katholische Bahnhofsmission, den Landesverband Bayern des Katholischen Deutschen Frauenbunds und die Bayerische Polizeiseelsorge. Neben ihrem großen sozialen und karitativen Engagement war Ellen Ammann politisch aktiv: Sie war eine der ersten weiblichen Landtagsabgeordneten und entschiedene Hitler-Gegnerin. Es ist nicht zuletzt ihrem beherzten Handeln zuzuschreiben, dass der Hitlerputsch im November 1923 scheiterte. Der Film begibt sich mit ihrer Urenkelin Harriet Ammann und der Historikerin und Biografin Adelheid Schmidt-Thomé auf Spurensuche. Er zeigt in aktuellen Bildern die Arbeit von Einrichtungen, die Ellen Ammann gegründet hat und die von ihren Ideen inspiriert worden sind: Bei IN VIA, dem Katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit, geben junge Menschen mit Migrationshintergrund Jugendlichen aus ihrem jeweiligen Heimatland Nachhilfe, damit diese hier besser zurechtkommen und eine neue Heimat finden. Der Würzburger Pastoralreferent Matthias Zöller arbeitet für die Katholische Polizeiseelsorge: Er hilft nicht nur Polizisten nach belastenden Einsätzen, sondern gibt auch Polizeischülern Ethikunterricht - zum Beispiel, wenn es um das Überbringen einer Todesnachricht geht. Vor gut 100 Jahren hat Ellen Ammann dafür gekämpft, dass Frauen gleichberechtigt arbeiten, studieren und politisch aktiv sein dürfen. Von ihren Überzeugungen, ihrer Tatkraft und ihrem Weitblick profitieren bis heute viele Menschen. Ihr 150. Geburtstag am 1. Juli 2020 ist ein guter Anlass, um an die frauenbewegte Katholikin zu erinnern.

Mittwoch, 1. Juli

19:00 - 19:30 Uhr / BR Fernsehen
STATIONEN
Menschen in Uniform

Die Uniform wirkt: Sie ordnet Träger und Trägerin einem Beruf zu, einer Funktion oder sogar einem Dienstgrad. Sie macht die Menschen gleich und lässt das Individuum, seinen finanziellen und sozialen Status hinter der Funktion verschwinden. Sie sorgt für Respekt - oder aber für Ablehnung. Und sie verändert etwas in dem, der sie anzieht. Wie empfinden die Menschen in Uniform ihr Leben und Arbeiten? Was bewegt junge Christen, wenn sie sich in eine Pfadfinderkluft werfen? Und ist der Talar des Pfarrers eine Art "Uniform", die ihren Teil zur Predigt beiträgt? Irene Esmann stellt diese Fragen in STATIONEN.
Wiederholung am Samstag, 04.07.2020, 10:30 - 11:00 Uhr / ARD-alpha

Freitag, 3. Juli

12:15 - 12:45 Uhr / 3sat
Martinas Leben auf der Alm
Raus aus der modernen Welt
Von Andrea Roth

"Warum gehst Du für fast vier Monate auf eine Alm und arbeitest von Sonnenaufgang bis spätabends - und das für wenig Geld?" Diese Frage wird Martina Fischer oft gestellt. Am Anfang wusste sie selbst keine Antwort. Martina Fischer ist Krankenschwester und fährt seit vielen Jahren für einen mobilen Pflegedienst durch die Dörfer im Chiemgau, um alten und kranken Menschen zu helfen. Jeder Arbeitstag ist getaktet: Sechs Uhr früh das Einsatzauto in Rosenheim abholen, dann Fahrt über Land, kurzer Besuch bei jedem Patienten, manche müssen gewaschen werden, andere bekommen nur Medikamente. Jeder Einsatz ist getaktet, damit Martina acht Patienten täglich versorgen kann. Die Krankenschwester war gestresst von Lärm und Hetze, von Handys und Notfallnummern. An den Wochenenden schnupperte sie frische Luft in den Bergen. Und montags ging der getaktete Alltag wieder weiter. Bis die damals 37-jährige vor neun Jahren einen Sommer bei einer Sennerin auf der Rampoldalm in den bayerischen Voralpen aushilft. Und sie merkt: Es ist ein hartes Leben, aber es ist ihre Leidenschaft und hier ist sie ganz bei sich - endlich frei. Mittlerweile nimmt Martina jährlich eine viermonatige Auszeit von ihrem Pflegejob und zieht hoch auf eine Alm. Mittlerweile, nach einer Weiterbildung zur Almerin, alleine. Auf der 1437 Meter hoch gelegenen Krottentalalm oberhalb des Spitzingsees lebt sie nur mit ihren Tieren zusammen: mit rund fünfzig Kälbern, zwei Schweinen, Hühnern und Ziegen. Ohne Strom, Warmwasser und meist auch ohne Handynetz. Dort oben versorgt sie die Tiere, macht Käse, läuft kilometerweit, um die Zäune und Brunnen für die frei laufenden Kälber zu kontrollieren und zu reparieren. "Klar ist es viel Arbeit, aber ich bestimme selbst, wie und in welchem Rhythmus ich sie mache. Unten im Tal bestimmen andere über mich, da bin ich durch moderne Medien und durch ein beschleunigtes Arbeitsleben fremdbestimmt", meint die Almerin zu ihrer Entscheidung, quasi zwei Leben zu führen, auf der Alm und im Herbst und Winter unten im Tal. Es ist ihr egal, ob die Sonne scheint oder schwere Unwetter toben. Ihr Glaube und ihr enges Verhältnis zu den Tieren helfen ihr. Wenn sie dann im Herbst zurückkehrt zu ihrem Mann Franz, der sie im Sommer nur selten sieht, ihrem Hof und ihrem Job als Pflegekraft, dann bringt sie die Erfahrungen des Almlebens mit in ihre Welt "unten im Tal".


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