Religion


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Gottesdienst ohne Gott Sunday Assembly jetzt auch in München

Es ist ein Gottesdienst ohne Gott – die sogenannte Sunday Assembly, die Sonntagsversammlung für Atheisten, Agnostiker, Kirchenferne oder alle anderen, die mit dem Sonntagsgottesdienst nichts anfangen können. Die aber trotzdem Gemeinschaft erleben wollen – und übers gute Leben nachdenken wollen. Die Idee der „Sunday Assemblies“ kommt aus England, daraus ist eine weltweite Bewegung entstanden, in Deutschland gibt es sie in Hamburg und Berlin – und: seit Neuestem auch in München.

Von: Matthias Morgenroth

Stand: 18.09.2017

Impressionen vom Sunday Assembly in München | Bild: BR/Matthias Morgenroth

Es ist fast wie in der Kirche – aber eben nur fast: Gemeinsames Singen, aber nicht Kyrie, sondern John Lennon; eine Ansprache zum Nachdenken, aber keine Predigt und Stille zur Besinnung, aber nicht zum Gebet.

Und das alles im lockeren Rahmen, in einem Veranstaltungsraum in der Münchner Seidlvilla, nicht in der Kirche: Das Experiment scheint gelungen, der Raum ist voll, 30 Leute sind dieses Mal gekommen.

"Es ist tatsächlich ein schwieriges Format, die Leut, die ich kenne, die sich vom Glauben frei gemacht haben, haben was besseres zu tun als sich wieder zu organisieren."

Michael Wladarsch

Das Team vom Sunday Assembly in München

Michael Wladarsch ist einer der Initiatoren, und er wollte nicht immer nur als derjenige gelten, der gegen etwas ist, sondern zeigen, dass Menschen, die nichts glauben, sich auch um ein gutes Leben bemühen können.

"Und deswegen ist es schön, wenns Dinge gibt, die Humanisten, Atheisten, Agnostiker oder Leute, die Lust haben, Menschen auf einer menschlichen Ebene zu treffen, wenn die was hätten, wo man sich austauschen kann – einfach so als Mensch – und so kam die Sunday Assembly als Geschenk Gottes könnte man sagen."

Michael Wladarsch

Sunday Assembly gibt es in Hamburger schön länger

Die Idee kommt aus London – sich auf menschlicher Ebene treffen, am Sonntag – und sogar gemeinnützige Aktionen starten – dort ist es ein großer Erfolg  - in Deutschland wird bisher nur in Hamburg und Berlin damit experimentiert – und seit drei Monaten auch in München.

"Es ist keine Gegenveranstaltung, es ist keine Atheistenkirche"

, Birgit Magiera

Birgit Magiera ist die andere Initiatorin für die Sunday Assemblies in München.

"Es ist was für alle, der Hindu der Christ, der Moslem alle können kommen, nur in dieser einen Stunde Sunday Assembly spielt der eigene Glaube einfach keine Rolle."

Birgit Magiera

Kirchenkaffee ohne Kirche

Sondern die Gemeinschaft. Nach der Versammlung gibt’s daher eine Art Kirchenkaffee, natürlich wieder ohne Kirche


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Harald, Montag, 18.September, 11:53 Uhr

1. Seltsame Dinge ereignen sich ...

Diese "Gottesdienste für Atheisten" kommen mir vor wie eine "Selbsthilfegruppe für Gottlose". Ist schon lustig, welche seltsamen Blüten unsere Gesellschaft treibt.

  • Antwort von Ralf, Montag, 18.September, 14:42 Uhr

    Schlimm, wenn Leute sich ohne himmlischen Zwang zu einer Gemeinde zusammenschließen. Sollte man unterbinden sowas. Wohin kommen wir denn, wenn Menschen einfach nur aus der Reinheit ihres Herzens heraus Gutes tun und miteinander sein wollen.

  • Antwort von Wolf, Montag, 18.September, 16:22 Uhr

    Hernach zahlen die auch keine Kirchensteuer und machen keine Kollekte......jessas....der Untergang des Abendlandes.......