Religion


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Religion und Glaube in Bayern Sikhismus

Die Sikhs haben viele negative Schlagzeilen gemacht. Dazu gehört zum Beispiel die Ermordung der Premierministerin Indiens, Indira Gandhi, durch ihre Sikh-Leibwächter. Aber was ist der Sikhismus eigentlich für eine Religion?

Von: Daniel Knopp

Stand: 12.07.2016

Sikh bedeutet übersetzt Schüler. Entstanden ist die Sikh-Religion im 15. Jahrhundert im Norden Indiens in der Region Panjab. Religionsgründer ist der Wanderprediger Guru Nanak. Seine Lehre und die Schriften seiner Nachfolger werden Guru Granth Sahib genannt.

Sikhs erkennt man an den ungeschnittenen Haare unter dem Turban

Der Priester der Münchner Sikh-Gemeinde spricht ein Gebet aus dem Guru Granth Sahib. Das heilige Buch der Sikhs wird von Sikhs als "Guru" angesehen. Granth kommt von dem Sanskrit-Wort grantha, zu Deutsch "Buch". Das Wort Sahib, auf Deutsch "Herr", drückt die große Wertschätzung aus und so wird das Heilige Buch der Sikhs im Münchner Sikh-Tempel in der Nacht in einem extra Raum aufbewahrt. Zu den Erkennungsmerkmalen der Sikhs gehören die ungeschnittenen Haare unter dem Turban.

"Weil unsere Muslimbrüder auch einen Bart und einen Turban tragen und wer sich dann nicht auskennt, der verwechselt uns mit den Muslimen. In Deutschland wissen es schon viele, was ein Sikh ist, aber wir arbeiten auch daran und gehen in Schulen und erzählen, was ein Sikh ist."

Prince Singh Batschwa

Der Sikhismus ist eine Synthese aus Islam und Hinduismus

Fest steht: Sikhs sind weder Muslime noch Hindus. Vielmehr kann man den Sikhismus als Synthese aus beiden Religionen verstehen. Mit der Ablehnung des Kastensystems unterscheidet sich der Sikhismus ganz essentiel vom Hinduismus. Gegenüber anderen Religionen gilt der Grundsatz der Toleranz sowie die Gleichberechtigung aller Menschen und Geschlechter. Auch kennen die Sikhs keine religiösen Dogmen, vielmehr geht es ihnen darum religiöse Weisheiten in den Alltag zu übertragen. Ein guter Sikh betet täglich und geht regelmäßig zum Gottesdienst.

Zusammengefasst:

Sikh bedeutet übersetzt Schüler. Entstanden ist die Sikh-Religion im 15. Jahrhundert im Norden Indiens in der Region Panjab. Gegenüber anderen Religionen gilt im Sikhismus der Grundsatz der Toleranz sowie die Gleichberechtigung aller Menschen und Geschlechter.

Zahlen und Fakten
Weltweit gibt es heute etwa 25 Millionen Sikhs. Über 80 Prozent davon leben in der Ursprungsregion der Sikhs im indischen Bundesstaat Panjab sowie in Neu Delhi. In Deutschland leben etwa 5.000 bis 10.000 Sikhs, in Bayern sind es etwa 1.000 Anhänger der Sikh-Religion, die vor allem in Ballungszentren wie München, Augsburg und Nürnberg leben.

Glaube und Ziele
Die Sikh-Religion ist eine monotheistische Religion, die auf den Wanderprediger Guru Nanak zurückgeht. Die gesammelten Schriften der nachfolgenden Gurus werden im Guru Granth Sahib gesammelt. Sikhs sind weder Muslime noch Hindus. Vielmehr könnte man den Sikhismus als Synthese aus beiden Religionen verstehen.

(Die Positionen, Aufgaben und die Zugehörigkeit zu einer Religion oder Weltanschauungs-gemeinschaft, der im Artikel genannten Personen, beziehen sich auf das Jahr 2012 und können sich mittlerweile geändert haben.)


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