Religion


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Religion und Glaube in Bayern Rosenkreuzer

Die Rosenkreuzer sind ein Geheimbund, ähnlich wie die Freimaurer. Sie treffen sich regelmäßig und feiern geheime Tempelrituale. Die Rosenkreuzer haben das Ziel, ihre Mitglieder zum kosmischen Bewusstsein hinzuführen. Was das ist?

Von: Christiane Hawranek

Stand: 12.07.2016

Religion und Glaube in Bayern - Rosenkreuzer-Symbol | Bild: Alexander Crocoll/ AMORC

Mitten im Münchner Bahnhofsviertel, in einem Rückgebäude mit Zugang über den Hinterhof, soll es einen Tempel geben, in dem geheime Rituale stattfinden. Zugelassen sind nur Mitglieder des Mysterienordens der Rosenkreuzer, die sich schon jahrelang mit den Lehren beschäftigen und sogenannte Tempelgrade erreicht haben. Gegenüber von der Garderobe steht eine Vitrine mit Kerzen und einem Kreuz, in dessen Mitte eine aufblühende Rose gemalt ist - das Rosenkreuzer-Symbol.

Die Rosenkreuzer sind ein Geheimbund, eine diskrete Gesellschaft

Religion und Glaube in Bayern - Das Logo der Rosenkreuzer | Bild: Alexander Crocoll/AMORC

Das Logo der Rosenkreuzer.

Die Rosenkreuzer haben das Ziel, ihre Mitglieder zum "kosmischen Bewusstsein" hinzuführen. Wer die Rosenkreuzer-Lehren studiert, dessen ganzes Leben soll sich verbessern. Was genau das kosmische Bewusstsein aber ist, das ist ein Geheimnis, das nur den Mitgliedern vorbehalten bleibt, die sich jahrelang mit den Rosenkreuzer-Lehren befassen. Die Rosenkreuzer sind ein "Geheimbund", eine diskrete Gesellschaft. Die bayerischen Städtegruppen laden alle paar Wochen zu Treffen ein, die auch Nicht-Mitglieder besuchen dürfen.

Wer sich dem Mysterienorden der Rosenkreuzer "Antiquus Mysticusque Ordo Rosae Crucis", kurz AMORC anschließt, bekommt regelmäßig sogenannte Monographien. Sie enthalten philosophische, medizinisch-lebenspraktische und auch spirituell-esoterische Texte. Mit deren Hilfe sollen die Anhänger des Ordens ihre Lebensweise verbessern. Was genau in den Schriften steht, ist ein Geheimnis.

Erste Schriften über die Rosenkreuzer im 17. Jahrhundert

Nach eigenen Angaben lassen sich die Anfänge der Rosenkreuzer bis ins Alte Ägypten verfolgen - was Historiker aber als Mythos betrachten. Gesichert ist, dass im 17. Jahrhundert drei anonyme Schriften über den Geheimbund veröffentlicht wurden. Der New Yorker Werbefachmann Harvey Spencer Lewis begründete Anfang des 20. Jahrhundert den AMORC-Orden in den USA, später kamen immer mehr sogenannte "Logen" weltweit hinzu, in denen Rituale für die "Eingeweihten" stattfinden.

"Unser Orden beschäftigt sich mit Mystik, wir sind nicht an bestimmte Religionsgemeinschaft gebunden. Die Mitglieder können Juden sein, Mohammedaner, Christen, alles. Obgleich wir von einem Gott des Herzens und des Verstehens sprechen, ist er nicht personifiziert und es stecken keine religiösen Regeln oder Dogmen dahinter. Jeder macht für sich die Erfahrungen und jeder kann sich bei den Lehrbriefen entscheiden, ob er dafür bereit ist, ob es von seinem Gewissen her zuträglich ist. Es ist keine Pflicht da, das anzunehmen."

Harald Gläser, Forumsleiter in München

Zusammengefasst:

Die Rosenkreuzer sind nach eigenem Verständnis eine überkonfessionelle Vereinigung, die ihren Mitgliedern einen Weg bietet, der über bestimmte Grade "bis zur Erleuchtung und spirituellen Meisterschaft" führen kann. Regelmäßig finden außerdem gemeinsame Rituale statt.

Zahlen und Fakten
Weltweit hat die Organisation nach eigenen Angaben 250.000 Mitglieder; deutschlandweit sind es 2.000. Städtegruppen gibt es zum Beispiel in München, Nürnberg, Fürth, Regensburg, Kulmbach und Neu-Ulm.

Glaube und Ziele
Die Mitglieder des Ordens Amorc - die Rosenkreuzer sollen durch die Beschäftigung mit bestimmten esoterischen Schriften ihr Bewusstsein entfalten und sich dem "Allerhöchsten" annähern. Ziele sind Erfolg und ein glückliches Leben im Hier und Jetzt. Sie bezeichnen sich explizit als nicht-religiöse Gemeinschaft.

(Die Positionen, Aufgaben und die Zugehörigkeit zu einer Religion oder Weltanschauungs-gemeinschaft, der im Artikel genannten Personen, beziehen sich auf das Jahr 2012 und können sich mittlerweile geändert haben.)


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