Religion


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Religion und Glaube in Bayern Methodisten

Nelson Mandela, George W. Bush, Hillary Clinton - sie alle gehören der methodistischen Kirche an. Die Religionsgemeinschaft zählt zu den evangelischen Freikirchen und ist noch relativ jung. In Bayern leben rund 2.200 Methodisten.

Von: Elisabeth Tyroller

Stand: 12.07.2016

Vor knapp 300 Jahren ist die Methodistische Kirche in England entstanden, als sogenannte Erneuerungsbewegung innerhalb der anglikanischen Kirche. Dazu kam es eher zufällig: Ein Student namens John Wesley gründete mit Mitstudenten den "Holy Club"; eine Gruppe, die ihr Leben mit Gebet, Bibellesen und sozialem Engagement strukturierten. In den Augen Wesleys und seiner Anhänger führten viele Christen ein zu lockeres Leben.

Methodisten beginnen den Tag früh

Gebetszelt beim europäischen Methodisten Festival in Potsdam 2003

Deshalb machten sie es sich, nach pietistischem Vorbild, zur Auflage, den Tag früh zu beginnen, regelmäßig in der Bibel zu lesen, frei, nicht vorformuliert, zu beten und sich sozial zu engagieren. Für sie war es eine logische Konsequenz, sich für die Abschaffung der Sklaverei einzusetzen und Armenapotheken zu gründen. Oft führten die Einzelnen Tagebuch, in dem gerade auch geistliche Dinge kurz festgehalten wurden. Wegen ihrer auffälligen Verhaltensweisen, der systematischen Zeiteinteilung und Lebenseinstellung wurde die Studentengruppe von Kommilitonen als "Methodisten" verspottet.

In Deutschland und Bayern hat sich die Methodistische Kirche vor allem über Rückwanderer aus den USA ausgebreitet. Deshalb ist die Freikirche hier relativ klein und vor allem die Gemeindemitglieder vom Land  müssen zum Gottesdienst oft weite Wege in Kauf nehmen.

Weite Verbreitung vor allem in den USA und Lateinamerika

Wie eine gewaltige Trutzburg präsentiert sich die Methodisten Kirche in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma.

Anders als in den USA selbst, Afrika und Lateinamerika. Dort gibt es nahezu in jeder Stadt eine methodistische Gemeinde. Für die im Raum München  lebenden englischsprachigen Methodisten gibt es auch einen eigenen Gottesdienst. Für den ist eine Pfarrerin zuständig, denn bei den Methodisten ist es üblich, dass Frauen und Männer gleichberechtigt alle Ämter ausüben, ob als Pastorin oder Bischöfin. Allerdings gibt es Pastorinnen erst seit 1970.

Zusammengefasst:

Die methodistische Kirche entstand im 18. Jahrhundert als eine Erneuerungsbewegung innerhalb der anglikanischen Kirche. Ein Studentenkreis in Oxford, der von John Wesley geleitet wurde, lebte ihr Christsein bewusst mit Gebet, Bibellesen und sozialem Engagement.

Zahlen und Fakten
In Bayern leben rund 2.200 Methodisten die sich in 27 Gemeinden treffen u.a. in Bayreuth, Nürnberg, Regensburg und Kaufbeuren. Weltweit gehören 70 Millionen Gläubige den methodistischen Kirchen an.

Glaube und Ziele
Die Methodisten halten ihre Kirche nicht für die einzige,  sondern für eine mögliche christliche Kirche. Zu ihrem Selbstverständnis gehört vor allem ein soziales Engagement.


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