Religion


3

Religion und Glaube in Bayern Christliche Wissenschaft

20 Besucher haben sich im Gottesdienstraum der "Ersten Kirche Christi, Wissenschaftler" in München versammelt. Der Ablauf ist weltweit gleich: die Lesungen werden jede Woche von der so genannten Mutterkirche in Boston ausgewählt.

Von: Hans-Joachim Vieweger

Stand: 12.07.2016

Zwei Pulte stehen im Zentrum des Gottesdienstraumes: Eins für Lesungen aus der Bibel, eins für Lesungen aus dem Buch "Wissenschaft und Gesundheit, mit Schlüssel zur Heiligen Schrift". Es stammt von Mary Baker Eddy (1821-1910), der Begründerin der Christian Science. Vieles erinnert an evangelische oder katholische Wortgottesdienste: Psalmen, Lieder, Bibellesungen oder das gemeinsame Vaterunser. In der Kombination mit den speziellen Lehrtexten der Gemeinschaft zeigen sich freilich Unterschiede.

Christliche Wissenschaft: Im Zentrum steht die Geistigkeit

Heike Arneth ist eine sogenannte "Praktikerin der Christlichen Wissenschaft"

Im Zentrum des Glaubens steht, so sagt es Heike Arneth, eine sogenannte "Praktikerin der Christlichen Wissenschaft" und damit hauptamtlich für die Gemeinschaft tätig, die Geistigkeit: "Wichtig ist es, Gott als den Geist zu erkennen, und den Menschen als geistiges Kind zu begreifen. Basierend auf dieser Geistigkeit Heilung zu erleben. Heilung ist ein sehr zentraler Bereich in der Christlichen Wissenschaft."

Zusammengefasst:

Die Christliche Wissenschaft, englisch Christian Science, entstand Ende des 19. Jahrhunderts auf Basis einer von der Amerikanerin Mary Baker Eddy entwickelten Lehre. Diese knüpft an der Bibel an, unterscheidet sich aber in vielem von traditionellem christlichen Gedankengut. Die Gemeinschaft ist daher nicht Teil der christlichen Ökumene.

Zahlen und Fakten
Die Zahl der Mitglieder wird weltweit auf 400.000 geschätzt, in Deutschland auf 2.000, offizielle Angaben gibt es aber nicht. In Bayern gibt es neben zwei Zentren in München weitere Gottesdienst- bzw. Leseräume in Augsburg, Lindau, Nürnberg und Rosenheim.

Glaube und Ziele
Die Anhänger der Christlichen Wissenschaft unterscheiden Geist und Materie. Geist gilt als das Wirkliche, Materie als das Unwirkliche. Je stärker ein Mensch das Geistliche in sich entdeckt, umso mehr wird er eins mit Gott und dadurch auch heil.

(Die Positionen, Aufgaben und die Zugehörigkeit zu einer Religion oder Weltanschauungs-gemeinschaft, der im Artikel genannten Personen, beziehen sich auf das Jahr 2012 und können sich mittlerweile geändert haben.)


3