Religion


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Religion und Glaube in Bayern Bhagwan

In orangefarbene, lange Kutten gekleidet und wilde Meditationen feiernd, so wurden die Anhänger des umstrittenen Gurus Bhawgan, die Sannyasins, in den 1970er Jahren weltbekannt. Noch heute gibt es Sannyasins, zum Beispiel in München.

Von: Anja Wahnschaffe

Stand: 12.07.2016

Religion und Glaube in Bayern - Bhagwan | Bild: picture-alliance/dpa/Istvan Bajzat

Im "Osho Leela Center" in München treffen sich jeden Morgen Sannyasins, um die "dynamische Meditation" zu feiern. Diese ziemlich wild anmutende Meditation besteht aus fünf Phasen: Vom chaotischen Atmen, Lachen, Schreien, Weinen, Tanzen, Hüpfen bis hin zum bewegungslosen Stehenbleiben ist alles dabei. Dabei geht es darum, sich total zu verausgaben, erklärt Taru vom Osho Leela Center.

"Denn das ist eine gute Chance, dass man aus dem Verstand kommt und wirklich in die Stille gehen kann. Wichtig dabei ist, dass es nicht ernst ist, sondern es geht’s auch ums Feiern, Tanzen, sich wohlfühlen."

Taru

Bhagwan: Mehr als eine Jugendsekte

Die Sannyasins bezeichnen sich selbst nicht als Glaubensgemeinschaft. Aber als Jugendsekte, wie sie in den 1970er Jahren bezeichnet wurde, kann man sie heute auch nicht mehr einfach sehen. Sie selbst wollen vor allem ihre eigene Individualität ausleben und  gehen davon aus, dass sie durch spirituelle Erlebnisse, meist während einer ekstatischen Meditation, zur Wahrheit gelangen.

Die oberste Regel der Sannyasins ist die, dass es keine Regeln gibt. Nur die Erfahrung zählt, die sie in der Meditation suchen. Sannaysins versuchen bewusst weg von Dogmen und Traditionen zu kommen. Denn so hat es Bhagwan gelehrt und so praktizieren sie es auch heute noch in Bayern.

Zusammengefasst:

Bhagwan war der bekannteste Guru der 1970er und 80er Jahre. Seine Anhänger, die Sannyasins, sind auf der Suche nach der Wahrheit durch spirituelle Erfahrungen. Seine Bewegung war stets umstritten, manche sehen in ihm den Prototyp eines Guru.

Zahlen und Fakten
Nach Schätzungen leben heute in Deutschland rund 30.000 bis 40.000 Sannyasins. Für Bayern gibt es keinen Zahlen.

Glaube und Ziele
Die Sannyasins wollen meist in einer ekstatischen Meditation spirituelle Erfahrungen machen. Sie legen Wert darauf, ihren ganz individuellen, spirituellen Weg zu suchen. Das Meister-Schüler-Verhältnis spielt eine große Rolle.

(Die Positionen, Aufgaben und die Zugehörigkeit zu einer Religion oder Weltanschauungs-gemeinschaft, der im Artikel genannten Personen, beziehen sich auf das Jahr 2012 und können sich mittlerweile geändert haben.)


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