Religion


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Jüdisches Leben in Regensburg Erinnerung an eine jüdische Hochzeit

Therese und Gideon Rosenthal sind eines der ersten Paare, die in Regensburg wieder eine Chuppa, eine jüdische Hochzeit feierten. Das war im Jahr 1971. Mittlerweile hat sich der Ort ihres Festes sehr verändert.

Von: Andrea Roth

Stand: 07.01.2021

Therese und Gideon Rosenthal sind eines der ersten Paare, die in Regensburg wieder eine Chuppa, eine jüdische Hochzeit feierten. | Bild: BR

80 Jahre musste die jüdische Gemeinde in Regensburg auf ihre neue Synagoge warten. Seit 2019 steht nun der Neubau auf demselben Grundstück, auf dem die Synagoge 1938 von den Nationalsozialisten zerstört wurde. Für STATIONEN kehren Therese und Gideon Rosenthal an den Ort ihrer Hochzeit zurück - und erinnern sich.

"Die alte Synagoge war kleiner. Es waren damals nur zwanzig jüdische Familien hier in Regensburg. Unten waren die Männer, oben die Frauen. Und es gab ein Guckloch, wo man den Rabbiner sehen konnte, damit man nicht abgelenkt wurde."

Therese Rosendahl

Die Chuppa der beiden ist schon lange her. Doch die alte Synagoge, in der sie gefeiert wurde und die der Gemeinde noch lange als viel zu kleine Übergangslösung dienen musste, ist trotz Neubau noch erhalten. Und hilft bei der Erinnerung des Paares an die festliche orthodoxe Hochzeit. Mit Schleier unter dem Traubaldachin, der Chuppa, von der die Hochzeit ihren Namen hat – solche Bilder haben sich den beiden eingeprägt.

"In Regensburg gab es damals kein koscheres Geschäft, also musste das Essen in München bestellt werden. Ein Teil haben wir selbst gekocht und vorbereitet. Einen Rabbiner gab es auch nicht, der kam extra aus Fürth angereist." Therese Rosendahl

Bei einer jüdischen Hochzeit umkreist der Bräutigam die Braut sieben Mal und zertritt dann ein Glas. Das erinnert in den zerstörten im Jahre 70 durch die Römer zerstörten Jerusalemer Tempel. Dann aber wird das Leben gefeiert - Masel Tov!


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