Religion


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Infografik - einst und jetzt Synagogen in München

Seit dem Mittelalter gab es mehrere Synagogen in München. Klicken Sie auf die Karte für eine Kurzinfo. Detaillierte Informationen finden Sie im Klicktool darunter.

Stand: 09.01.2013 | Archiv

Alte Münchner Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße am Lenbachplatz als Computersimulation | Bild: BR / Arnulf Oppl

Infografik

Detaillierte Informationen zu Münchner Synagogen

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Mittelalterliche Synagoge (? - 1442)

Zweite Synagoge Münchens in unmittelbarer Nähe zum heutigen Neuen Rathaus (der Standort der ersten Synagoge ist nicht bekannt). Im Zuge der Vertreibung der Juden 1442 wurde das Gebäude in eine katholische Kapelle umgewandelt.

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Métivier-Synagoge (1826 - 1887)

Innenraum der Métivier-Synagoge

Erste neuzeitliche Synagoge Münchens in der damaligen Theaterstraße (heute Westenriederstr. 7, Nähe Viktualienmarkt). Das von Hofbaurat Jean-Baptiste Métivier konzipierte Gebäude wurde am 21. April 1826 eingeweiht. Angesichts der wachsenden jüdischen Gemeinde wurde die Synagoge in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts zu klein. Der letzte Gottesdienst fand dort am 16. September 1887 statt, am selben Tag, an dem die neue Hauptsynagoge eingeweiht wurde.

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Alte Hauptsynagoge (1887 - 1938)

Die 1887 eingeweihte Hauptsynagoge für die liberalen Juden wurde in der Herzog-Max-Straße am heutigen Lenbachplatz errichtet - in zentraler Lage der Stadt und in unmittelbarer Nähe zum Dom der Katholiken. Die neoromanische Synagoge mit 1.800 Plätzen war damals das drittgrößte jüdische Gotteshaus Deutschlands und galt als einer der schönsten Synagogenbauten. Das repräsentative Gotteshaus war den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge: Hitler ließ es am 9. Juni 1938 zerstören - bereits drei Monate vor der Pogromnacht.

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Ohel-Jakob-Synagoge (1892 - 1938)

Gotteshaus für die orthodoxen Juden. Die von August Exter erbaute Synagoge Ohel Jakob (Zelt Jakobs) wurde am 25. März 1892 in der Herzog-Rudolf-Straße nahe der Maximilianstraße eingeweiht. Die Nazis zerstörten das Gebäude in der Pogromnacht von 9. auf 10. November 1938.

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Synagoge in der Reichenbachstraße (1931 - 1938; 1947 - 2006)

Innenraum der Synagoge in der Reichenbachstraße

Synagoge für die zugewanderten Juden aus Osteuropa. Sie wurde 1931 eingeweiht. Auch sie wurde in der Pogromnacht vor allem innen stark beschädigt, aber aus Rücksicht auf die umliegenden Häuser wurde die Hinterhof-Synagoge nicht komplett zerstört, die Außenmauern blieben stehen. Die nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründete Israelitische Kultusgemeinde (IKG) weihte sie am 20. Mai 1947 wieder ein. Bis zum Bau des neuen Jüdischen Zentrums diente sie als Münchner Hauptsynagoge. Seit 9. November 2006 wird sie von der IKG nicht mehr genutzt. Im Januar 2013 gab der Verein "Synagoge Reichenbachstraße" bekannt, dass er das Gebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit vor dem Verfall bewahren will.

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Neue Hauptsynagoge Ohel Jakob (seit 9. November 2006)

Neue Hauptsynagoge Ohel Jakob

Teil des neuen Jüdischen Zentrums München.


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